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Alfter - Jakob-Wahlen-Park: Illegal ausgesetzte Zierfrische bedrohen Teich

Illegal ausgesetzt in Alfter : Zierfische fressen Teich im Jakob-Wahlen-Park leer

Unbekannte hatten im Teich des Jakob-Wahlen-Parks in Alfter unerlaubt 16 Zierfische ausgesetzt. Der Heimatverein musste sie aufwendig wieder einfangen – weil sie den heimischen Tieren schadeten.

Zu Beginn der Ferienzeit kommt es oft zu diesem Phänomen: Tierhalter trennen sich von ihren Haustieren auf höchst rücksichtslose Art und Weise, weil sie ihnen lästig und hinderlich geworden sind: Sie setzten sie irgendwo aus und gehen ihrer Wege. So oder so ähnlich könnte es sich bei dem ungewöhnlichen Fall im Jakob-Wahlen-Park in Alfter ergeben haben: Unbekannte haben dort kürzlich mehr als ein Dutzend Fische, vor allem Zierfische, in den Teich des Heimatvereins eingesetzt – und zwar ungebeten.

Die Fische mussten allerdings schleunigst wieder heraus aus dem Teich, weil der Heimatverein dort anderes vorhat: „Hier besteht ein Lebensraum für Amphibien wie beispielsweise Frösche, Kröten und den seltenen Feuersalamander“, erklärt Georg Melchior, Vorsitzender des Heimatvereins. „Die Fische haben bereits jede Menge Kaulquappen gefressen.“

Hans Fox, Vorstandsmitglied im Heimatverein, staunte nicht schlecht, als er bei einer Besichtigung des Vereinsteichs sofort leuchtende rote und weiße Flecken ausmachte, die dort seelenruhig ihre Bahnen durchs Wasser zogen. Fox, der selbst lange Zeit Mitglied in einem Angelverein war, tippte zunächst auf Kois. Koi hin oder her, schnell war man sich im Vorstand einig, dass die Fische auf keinen Fall bleiben konnten, wo sie waren. „Unser Ziel ist es ja gerade auch, mit den Amphibien in dem Teich Schulen und Kitas ein anschauliches Stück Natur zu vermitteln“, erzählte Melchior.

Fische in Alfter ließen sich erst nicht einfangen

Also mussten die Fische heraus, angesichts ihres Fresstriebs in Sachen Kaulquappen schleunigst. Zunächst versuchte Melchior mit Sohn Michael Melchior und Fox die Fische mittels eines Keschers abzufischen. Doch das klappte nicht, weil die Tiere immer wieder in den rund 1,50 Meter tiefen Teich abtauchten.

Darum startete man einen neuen Versuch mit Unterstützung von Heinz Honecker, Besitzer eins Koiteiches, der ein professionelles Grundschleppnetz mitgebracht hatte. Der Teich wurde dabei in mehrmaligen Durchgängen regelrecht abgefischt.

Zunächst landeten dabei 15 Fische im Netz, ein weiteres kapitales Exemplar folgte einen Tag später bei einem weiteren Einsatz des Netzes. Melchior ging davon aus, dass es sich bei dem Fang ganz überwiegend um Zierfische handelt. Die Vermutung bestätigte ein Fachmann: Anhand von Fotografien von zwei Fischen sagte Fabian Herder, Fischexperte am Museum Koenig: Offensichtlich handele es sich um eine schleierflossige Zuchtform des Goldfisches (Carassius auratus) – fischkundlich nichts Besonderes, aber immerhin der „älteste Zierfisch der Welt“.

Was nun mit ihnen passiert: „Wir werden ganz sicher dafür sorgen, dass die Fische ein gutes Zuhause bekommen.“ Im Gespräch ist, dass ein Mitglied des Heimatvereins, der selbst Zierfische hält, diese übernimmt.

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