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Alfter kommt bei Unwetter Mitte Juli glimpflich davon

Zwischenbericht : Alfter kommt bei Unwetter glimpflich davon

Geschäfte, Arztpraxen und Brücken können nach der Katastrophe weiter genutzt werden. 100 Schadensmeldungen sind bei der Gemeinde eingegangen.

Keine Toten, keine Schwerverletzten, keine komplett zerstörten Häuser, keine Obdachlosen und keine Unterbrechung der Wasserversorgung: Das Unwetter Mitte Juli in Alfter hat, im Vergleich zu Swisttal und Rheinbach, keine solch gravierenden Schäden hinterlassen. Das machte der erste Zwischenbericht der Gemeinde Alfter im Umweltausschuss deutlich.

So konnten Geschäfte, öffentliche Einrichtungen, Arztpraxen und Brücken auch nach der Katastrophe weiter genutzt werden. In einem Rückblick erläuterte Thomas Fink als Betriebsleiter der Alfterer Gemeindewerke die ergriffenen Sofortmaßnahmen sowie die Folgeschäden und deren finanzielle Kosten für die Gemeinde.

Bäche liefen über

23-stündiger Dauerregen am 14. und 15. Juli: Am Stühleshof fielen rund 118 Liter pro Quadratmeter, an der Gasstation in Oedekoven 104 Liter, im Kauten in Witterschlick 110 Liter und am Wasserwerk in Heidgen zirka 112 Liter. Die beiden Gemeindeflüsse Hardtbach und Alfterer Bornheimer Bach wie auch deren kleinere Zuflüsse nahmen die Wassermassen nicht mehr auf, es kam zu Ausuferungen und Überschwemmung mit Böschungsabbrüchen und Uferausspülungen.

Schon in den ersten Stunden des Dauerregens wurde im Gerätehaus der Feuerwehr Witterschlick eine zentrale Führungsstelle mit Wehrleiten besetzt und eine Rufbereitschaft mit Ordnungsamt und Bauhof eingerichtet. Schäden und die Beseitigung von Gefahren wurden teilweise interkommunal wie zum Beispiel im Mühlenviertel mit der Stadt Bonn oder aufgrund personeller Engpässe mit Fremdfirmen beseitigt. Bis heute sind bei der Gemeinde 100 Schadensmeldungen eingegangen, erst ein Viertel von ihnen wurde laut Fink bisher „abgearbeitet“.

Auch Gräber wurden überflutet

In Mitleidenschaft gezogen wurden auch die Friedhöfe in Witterschlick und Oedekoven, mit dem vom Bauhof gelieferten Mutterboden konnten die Angehörigen die Gräber inzwischen wieder auffüllen.

Auf rund 100 000 Euro bezifferte Fink die Schäden an Gerätschaften der Feuerwehr, ein Mannschaftstransportwagen ist defekt, einige Funkgeräte funktionieren nicht mehr. Einen großen finanziellen Posten nehmen mit 51 500 Euro auch die Straßenschäden in der Bachstraße, im Lohheckenweg sowie am Wirtschaftsweg „In der Asbach“ ein. Für die Beseitigung von Treibgut, Erdmassen, Schlamm und Abfällen sind der Gemeinde zusätzlich Ausgaben von 20 000 Euro entstanden.

Finanzielle Hilfe vom Land

Um Fördermittel des Landes zu erhalten, stellten Betroffene in Alfter bereits 99 Anträge, die über eine Summe von 236 000 Euro bereits bewilligt wurden. Fünf Anträge werden aktuell noch geprüft. Zur Finanzierung der Soforthilfe an Privatleute hat das Land bereits 250 000 Euro überwiesen. Von den Unternehmen liegen bereits Anträge im Wert von 40 000 Euro vor.

Dass Alfter noch einigermaßen unbeschadet durch die Katastrophe gekommen ist, ist für den Ausschussvorsitzenden Wilhelm Windhuis die Folge der „Schutzmaßnahmen, die wir bisher durchgeführt haben“.

Ein wesentliches Problem solcher Unwetterereignisse sei doch, machte Bolko Graf Schweinitz von den Freien Wählern deutlich, die Versiegelung der Böden, die durch wachsende Baugebiete auch noch zunehme. So wollte denn auch der SPD-Politiker Hans G. Angrick wissen, wie viel Häuser entlang der beiden Hauptgewässer besonders von der Überflutung betroffen gewesen seien. Vorbeugende Maßnahmen gegen künftige Überflutungen will die Verwaltung nun erarbeiten und in kommenden Sitzungen dem Umweltausschuss vorstellen.