1. Region
  2. Voreifel & Vorgebirge
  3. Alfter

Alfter: Schülerin startet Petition gegen Abschlussprüfung

Zentrale Abschlussprüfung : Alfterer Schülerin startet Petition gegen Abschlussprüfung

Die 15-jährige Ursulinen-Schülerin Letizia Brill will mit einer Petition die Zentrale Abschlussprüfung (ZAP) der zehnten Klassen verhindern. Mehr als 1000 Unterzeichner stimmen ihr bereits zu.

Die Zeit wird knapp: Ende Mai sollen in den zehnten Klassen der NRW-Schulen durch ein zentrales Prüfungsverfahren mit landeseinheitlichen Aufgaben in den Fächern Deutsch, Mathematik und Englisch die Abschlussprüfungen stattfinden. Letizia Brill (15) aus Alfter, Schülerin an der Erzbischöflichen Ursulinenschule in Hersel, findet das ungerecht und will das mit einer Petition verhindern.

Noch im letzten Jahr hatte man aufgrund der ersten zwei Corona-Monate das Zentrale Abschlussverfahren (ZAP) in Klasse 10 ausfallen lassen und durch eine Klassenarbeit ersetzt. So war es den Lehrerinnen und Lehrern möglich, auf den plötzlich eingeschränkten Wissensstand der Schülerinnen und Schüler angemessen zu reagieren.

Das soll in diesem Jahr am 20., 21. und 27. Mai auch an Letizias Herseler Schule anders sein: Einen Tag vor der jeweiligen Prüfung in den drei Hauptfächern werden den Lehrern die Aufgabenstellungen durch das NRW-Kultusministerium zugestellt. Sie werden dabei laut der Ursulinen-Schülerin nicht die Möglichkeit haben, aus einem breiten Themenspektrum die Aufgaben auszuwählen, die dem Wissensstand ihrer Klassen entsprechen könnten.

Eltern motivierten Letizia

Da die 15-jährige Schülern sich zu Hause nahezu täglich über die bevorstehenden Abschlussprüfungen beschwert habe, haben ihre Eltern gesagt: „Dann tu doch etwas dagegen.“ So brachte Letizia ihre Petition auf den Weg. Mit ausführlicher Begründung forderte sie Ende Februar das NRW-Ministerium für Schule und Bildung auf, die ZAP in diesem Jahr ausfallen zu lassen. 1089 Unterzeichner stimmen ihr bereits zu (Stand: 15. März).

„Ich bin begeistert von meiner Tochter“, freut sich Letizias Mutter Anja Brill auf Nachfrage des GA. Es sei großartig, dass sie sich für etwas einsetzt, das sie bewegt.

Letizia legt dabei großen Wert auf die Feststellung, dass die Petition sich nicht gegen ihre Herseler Schule richtet, sondern dass sie die Initiative für alle Schüler ergriffen hat, die sich in diesem Coronajahr ähnlich ungerecht behandelt fühlen. „Wir sind doch alle durch ein Jahr Corona tatsächlich benachteiligt“, sagt sie. Und man wolle nun weder als Jahrgang mit „Corona-Abschluss“ gebrandmarkt sein, noch etwas geschenkt bekommen.

ZAP macht die Hälfte der Gesamtnote aus

Auch wenn sie persönlich ihr Fortkommen nicht gefährdet sieht und zudem das Abitur auf dem Ursulinen-Gymnasium anstrebt, weiß sie von Klassenkameraden, die nach der Prüfung, die 50 Prozent der Gesamtnote ausmachen wird, von der Schule abgehen. Sie werden mit einer ZAP durch die coronabedingten Ausfälle aller Voraussicht nach ein schlechteres Abgangszeugnis bekommen, als es bei einer Klassenarbeit, die sich an den tatsächlich vermittelten Inhalten orientierte, der Fall sein würde.

„Meine MitschülerInnen und ich durften im Zeitraum von Mitte März (2020) bis zu den Sommerferien gerade einmal elf Mal in die Schule. In dieser Zeit gab es kaum bis gar keine Konzepte für Homeschooling, Plattformen für Videokonferenzen waren unzureichend, es gab keine einheitlichen Regelungen. Neue Lerninhalte konnten nur schwer vermittelt werden“, begründet Letizia ihre Petition.

Dabei stellt sie ihrer Schule und den Lehrern durchaus gute Noten aus und sagt verständnisvoll, dass auch die Lehrer unter einem großen Druck stünden und ihr Bestes geben würden. Doch es sei nicht einfach gewesen, die Qualität während des Homeschoolings aufrecht zu erhalten.