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Gestaltung der Ortsmitte: Alfter sucht die beste Idee für den Herrenwingert

Gestaltung der Ortsmitte : Alfter sucht die beste Idee für den Herrenwingert

Vieles ist im Zentrum von Alfter denkbar: Eine neue Mehrzweckhalle genauso wie ein größerer Lebensmittelmarkt. Nun sollen Planungsbüros Modelle für die Gestaltung entwickeln.

Qualifizierungsverfahren, Mehrfachbeauftragung oder schlicht Wettbewerb: Egal, wie man das Verfahren auch nennt, jedenfalls sollen sich Planungsbüros nun damit beschäftigen, wie die Pläne für den Alfterer Ortskern in die Tat umgesetzt werden können.

Am Donnerstagabend gab der Alfterer Ausschuss für Gemeindeentwicklung bei drei Gegenstimmen der SPD den Startschuss dafür. Am Ende soll ein Gewinnerkonzept stehen, das ein wichtiges Element für den Antrag ist, um Fördermittel für die Umgestaltung des Alfterer Ortszentrums zu erhalten.

Bekanntlich soll sich in Alfters Ortsmitte einiges tun: Eine neue Mehrzweckhalle soll ebenso entstehen wie ein größerer Lebensmittelmarkt. Eine grundlegende Flächenkonzeption des Büros „Stadtumbau“ aus Kevelaer sowie beteiligter Verkehrs- und Einzelhandelsexperten sieht den Markt auf einem Teil des bisherigen Parkplatzes auf dem Herrenwingert vor. Parkplätze könnten ersatzweise und zusätzlich auf einem Parkdeck oder in einer Tiefgarage geschaffen werden.

Bewerbung um Fördermittel von Land und Bund

Im Gebäude des bisherigen Lebensmittelgeschäfts stellen sich die Experten einen Drogisten vor. Dazu soll es einen Dorfplatz mit Aufenthalts- und Freizeitmöglichkeiten sowie einen Festplatz geben. Das alles kostet Geld. Mittels eines Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzepts (ISEK) will die Gemeinde Fördermittel vom Land beziehungsweise vom Bund erhalten.

„Das Land hat Alfter mit einer Förderquote von 70 Prozent eingestuft“, sagte Helmut Hardt, Geschäftsführer von „Stadtumbau“ in der Ausschusssitzung. Zuständig für das ISEK ist die Bezirksregierung Köln. Damit das ISEK Erfolg habe, müssten klar definierte Maßnahmen und deren Kosten Teil des Antrags sein. Laut Hardt sind aber noch viele Fragen offen. Der Wettbewerb soll diese Fragen klären.

Schließlich geht es auch um die Neugestaltung der Verkehrs- und Aufenthaltssituation am Herrenwingert. Wie Hardt erläuterte, werden nun die Rahmenbedingungen für den Wettbewerb entwickelt. Dessen Ergebnisse sollen sowohl der Bürgerschaft als auch der Politik vorgestellt werden. Überhaupt werde die Politik das gesamte Verfahren eng begleiten und einzelne Schritte diskutieren und beschließen, so Hardt. Der eigentliche ISEK-Förderantrag soll in rund einem Jahr eingereicht werden.

Ziel ist es, den Platz zu beleben

Thomas Klaus (SPD) begründete die Ablehnung seiner Fraktion mit finanziellen Fragen. Er bezog sich darauf, dass die Bezirksregierung in Vorgesprächen angeregt hatte, auch das Alfterer Schloss in die Umgestaltung einzubeziehen und öffentlich nutzbar zu machen. Man wisse aber nicht, was das koste, ebenso wie das gesamte Wettbewerbsverfahren. Die SPD wolle das aber erst geklärt wissen, grundsätzlich finde man die Pläne in Ordnung.

Letztlich blieb ein Antrag der Sozialdemokraten auf Vertagung ohne Erfolg – ebenso wie der Antrag von Fridhelm Marx (SPD), dass sich die Politik dafür aussprechen möge, im Alfterer Ortskern auch weiteren Wohnraum zu schaffen.

Sandra Semrau (Freie Wähler) nannte das Vorgehen der SPD eine „strategische Blockadehaltung“. Für ihre Fraktion bezeichnete sie das bisher in Sachen Herrenwingert Geschehene als „qualitativ hochwertige Planung“.

Klaus wollte das so nicht hinnehmen. Er sei verwundert über die Freien Wähler, die sonst „bei jedem möglichen Mist“ Kennzahlen und Folgekosten ausgewiesen haben wollten. Hardt warf diesbezüglich ein, dass sämtliche Kosten zur Vorbereitung des ISEK in weiten Teilen rückwirkend förderfähig seien.

Barthel Schölgens (CDU) sah im Qualifizierungsverfahren und dem gesamten Prozess eine riesige Chance für den Herrenwingert. „Wir bringen Leben auf den Platz“, befand er. „Wir sind froh, dass es eine Weiterentwicklung gibt“, sagte Wilhelm Windhuis für die Grünen. Paul Breloh (FDP) meinte, dass es nun wichtig sei, Fachplaner für den Wettbewerb zu bekommen. Es sei essenziell zu sehen, ob die gesteckten Ziele realisierbar sind.