1. Region
  2. Voreifel & Vorgebirge
  3. Alfter

Buschkauler Feld: Alfter-Witterschlick bekommt wohl Neubaugebiet statt Ortsumgehung

Buschkauler Feld : Alfter-Witterschlick bekommt wohl Neubaugebiet statt Ortsumgehung

Das geplant Neubaugebiet auf dem Buschkauler Feld in Witterschlick wirkt sich auf die jahrzehntealten Überlegungen für eine Umgehungsstraße aus. Bürgermeister Rolf Schumacher rechnet indes nicht mehr mit der Straße.

Das geplante Wohngebiet „Buschkauler Feld“ in Witterschlick hat Auswirkungen auf die jahrzehntealten Überlegungen für eine Umgehungsstraße für den Ort. Mit der Entwicklung des Neubaugebiets am westlichen Ortsrand fallen Flächen für eine von mehreren im Raum stehenden Trassen für eine solche Umgehung weg. Das offenbart ein Blick in die Unterlagen zur Änderung des Flächennutzungsplans, der  dem Baugebiet beziehungsweise dem Bebauungsplan zugrunde liegt.

So heißt es in den Unterlagen: „Weiter ist die bisher dargestellte mögliche Trasse einer L 113 n aufzuheben, da nach Aufgabe dieser Trassenführung durch die Straßenbauverwaltung der Anbindungsbereich im Plangebiet des Bebauungsplanes 093 Buschkauler Feld nicht mehr freigehalten werden soll.“ Konkret geht es um die Stelle, an der eine mögliche Umgehung mit der Kennung „Landesstraße 113 neu“ (L 113 n) auf die Raiffeisenstraße treffen könnte. Dort befindet sich unter anderem der Bio-Hofladen des Naturhofs Wolfsberg von Familie Mager. Den Laden will die Familie im Zuge der Baugebietsentwicklung erweitern – wodurch dort kein Platz mehr für Umgehungsstraße bliebe.

■ Das plant Familie Mager: Inhaber Andreas Mager erläutert, dass sich im Zuge der Entwicklung des „Buschkauler Felds“ die Erschließung seines Hofladens ändere, Zufahrt und Parkplätze müssten ein wenig verlegt werden. In diesem Zusammenhang solle der bestehende Laden vergrößert werden. Das Sortiment solle etwas erweitert werden, mit Produkten aus eigenem Anbau und von anderen Bio-Betrieben aus der Region. „Die Nachfrage ist wirklich groß“, sagt Mager. Sobald der Bebauungsplan für das Neubaugebiet stehe, könnte er loslegen.

Foto: Grafk/Grafik

■ Das meint der Bürgermeister: Bürgermeister Rolf Schumacher freut sich über die Pläne von Familie Mager. Das Vorhaben sei neu in das Projekt „Buschkauler Feld“ gekommen. Dass dadurch eine mögliche Trasse für die L 113 n wegfällt, sieht er nicht als Problem an. Ganz im Gegenteil. „Die Ortsumgehung ist endgültig vom Tisch“, sagt Schumacher.  Warum? Weil die zuständigen Planungsbehörden schon seit Längerem zu der Erkenntnis gekommen seien, dass eine Umgehung die Verkehrsprobleme im Ort nicht wirklich löse, so der Bürgermeister.

Das Problem auf der Witterschlicker Hauptstraße ergebe sich zu einem nicht unwesentlichen Teil durch örtlichen Ziel- und Quellverkehr. Beispielhaft nennt Schumacher die Lastwagen von und zur Deutschen Steinzeug. Überdies habe die Schmale Allee laut Schumacher zum Teil die Funktion einer Umgehung übernommen. Bekanntlich wurde die Verbindung zwischen B 56 und dem Ortseingang von Volmershoven-Heidgen zu einem Großteil auf Kosten von drei ansässigen Rohstoffunternehmen saniert.

■ Das sagt der Landesbetrieb: Zuständig für den Bau einer Ortsumgehung wäre – wie die Kennung „Landesstraße 113 n“ schon verrät – das Land. Beim zuständigen Landesbetrieb Straßenbau gibt es in der Tat keine Veranlassung, bald  Bauarbeiter und Arbeitsgeräte nach Witterschlick zu beordern. „Wir verfolgen keine Planungstätigkeit“, sagt Bernd Aulmann, Sprecher der Regionalniederlassung Ville-Eifel des Landesbetriebs. Es gebe keinen Planungsauftrag seitens des Landes für die Ortsumgehung. Die Straße finde sich zwar im Landesstraßenbedarfsplan, allerdings nur unter Stufe 2. Das könne man mit „unter ferner liefen“ übersetzen, bestätigt Aulmann. Und dort wird die L 113 n wohl auch bleiben.