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21.000 Medien in Kartons: Alfterer Bücherei St. Matthäus zieht um

21.000 Medien in Kartons : Alfterer Bücherei St. Matthäus zieht um

Die Bücherei St. Matthäus Alfter zieht übergangsweise in den Kronensaal. Das historischer Gebäude am Hertersplatz, in dem die Bücherei sonst unterkommt, wird saniert.

Viel Kraft braucht Elisabeth Blau-Arkenberg, als sie im Kronensaal nacheinander die Bretter ins gerade aufgestellte Regal einklemmt. Die stellvertretende Büchereileiterin packt beim Umzug der St. Matthäus Bücherei vom Hertersplatz in den Kronensaal in der Kronenstraße mit an. Zum letzten Mal ging am vergangenen Samstag in dem historischen Gebäude, das in den nächsten Monaten energetisch saniert wird, die reguläre Ausleihe über die Theke.

Schon am Nachmittag wurde zusammengepackt und die erste Fuhre an Regalen und Büchern in private Autos verladen und zum Interimsdomizil gebracht. Mehr als 50 Ehrenamtliche, die schrittweise 21.000 Medien in Umzugs- und Bücherkartons verpacken und Tische, Regale, die Theke sowie das Interieur des Büros auf den Weg bringen werden, als „Umzugsunternehmen“ fungiert an zwei Tagen der  Bauhof.

„Wir hatten auf eine professionelle Umzugsfirma gehofft. Der Transport erfolgt mit einem Pritschenwagen, so dass wir befürchten, dass unsere Möbel ein wenig leiden werden“, kritisierte Büchereichefin Franzis Steinhauer. Sie ist stolz auf die Unterstützung so vieler Freiwilliger, die beim Ein- und Ausräumen sowie beim Schleppen kräftig anpacken. Dazu gehört auch der Alfterer Ortsgruppensprecher des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs Hans Peter Müller, der ein Sprichwort parat hat: „Viele Hände, schnelles Ende.“ Außerdem müsse man sich sozial engagieren.

Wolfgang Arkenberg kümmert sich darum, dass die Regale für die Bücher im Kronensaal am richtigen Platz stehen. Foto: Matthias Kehrein

Brigitte Emmerich, Vorsitzende des Fördervereins „Buchstützen“, kontrolliert zwischendurch immer mal wieder die richtige Beschriftung der Kartons, damit Erstlese-, Kinder- und Jugendbücher, Literatur zur Geschichte, Psychologie und Pädagogik an ihrem neuen Bestimmungsort schnell griffbereit sind. Nur 13.000 Medien werden am Provisorium ausgestellt, weil es an Platz fehlt. „Komplett zu sehen sein werden die Kinder- und Jugendbücher. Uns war es wichtig, dass besonders die jungen Leser in Coronazeiten an ihre Medien herankommen“, erklärte Steinhauer.

Ab 2013 erschienene Romane, Sachbücher und Reiseliteratur werden hingegen nur begrenzt zur Verfügung stehen. Wie und wo welche Regale aufgestellt werden können, hat Wolfgang Arkenberg im Vorfeld präzise ausgemessen. Die ersten hat er vor der Bühne auch wieder zusammengebaut. Noch fehlen stabilisierende Elemente für die Installation der ehemaligen Wandregale, die nun als Standregale dienen sollen. „Wir hoffen, dass sie noch diese Woche geliefert werden können“, sagt Emmerich.

„Der Kronensaal ist eine coole Location. Vor allem passt er schon allein wegen der beiden Eingänge in unser ausgesprochen schlüssiges Hygienekonzept“, freute sich Steinhauer. Sie hofft, dass ihre Bücherei möglichst zügig wieder öffnen wird – für eine entsprechende Nutzung fehlt noch die Genehmigung des Rhein-Sieg-Kreises. Ende Juni starten die Arbeiten zur energetischen Sanierung am Hertersplatz. Das denkmalgeschützte Gebäude, 1865 als Schule errichtet und 1990 und 1991 saniert, erhält eine Innendämmung, wobei auch die inneren Fenster durch moderne, isolierverglaste und mit Dichtungen versehene Fenster ausgetauscht werden.

Die Kosten der Sanierung bezifferte die Gemeinde auf 360.000 Euro. 207.000 Euro kommen aus dem Topf des Kommunalinvestitionsförderungsgesetzes.