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Interview zur Zukunft des Herrenwingert: Alfterer Ortszentrum braucht mehr Laufkundschaft

Interview zur Zukunft des Herrenwingert : Alfterer Ortszentrum braucht mehr Laufkundschaft

Der Platz am Herrenwingert war früher der Lebensmittelpunkt in Alfter-Ort, und er soll es wieder werden. Wie sich die ortsansässigen Unternehmer die Neugestaltung vorstellen, beschreibt Gabi Haag, die Vorsitzende des Gewerbevereins.

Die Baumaßnahme am Herrenwingert soll – so die bisherige Planung – bis Ende 2024 abgeschlossen sein. Halten Sie die Zeitplanung für realistisch?

Gaby Haag: Das Zeittableau ist eng gesteckt. Ich verstehe, dass die Gemeinde das Integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept braucht, um Landesfördermittel zu erhalten. Wenn das Konzept im nächsten Frühjahr genehmigt werden sollte, müssen noch ein Investor gesucht und der Bebauungsplan erstellt werden. Das kostet Zeit. Ich glaube, dass ein realistischer Baubeginn erst für 2020/21 angesetzt werden kann.

Wie stellt sich der Gewerbeverein den „idealen“ Herrenwingert vor?

Haag: Edeka ist für uns kleinere Geschäftsinhaber als Ankerbetrieb ungemein wichtig. Wir favorisieren als Gewerbeverein den Bau einer Mehrzweckhalle vor der Grundschule mit integriertem Edeka. Im heutigen Edekamarkt könnten nach einem Umbau mehrere Geschäfte untergebracht werden. Die 130 Parkplätze müssen ebenso bleiben wie die Festwiese im vorderen Bereich. Außerdem dürfen die Bushaltestellen der Linie 843 und des Hangbusses nicht verlegt werden. Und vor allem brauchen wir mehr Grün vor der Bäckerei Nelles.

Wie kann Alfter als Einkaufsort attraktiver gemacht werden?

Haag: Es sind mehr Geschäfte mit Laufkundschaft nötig. Den Bioladen an der Knipsgasse und die Postagentur im Ratzefummel gibt es wegen Geschäftsaufgaben nicht mehr. Wenn sich solche Branchen und dazu vielleicht noch ein Fahrradgeschäft und ein Drogeriemarkt am Herrenwingert ansiedelten, würden auch mehr Kunden kommen.

Leer stehende Läden sind auch in der Nachbarschaft Ihres Geschäfts „Gabis Fotowelt“. Warum finden sich keine Interessenten?

Haag: Der Einkaufsstandort Alfter ist für Banken nicht attraktiv, sie geben potenziellen Ladeninhabern keinen Kredit. Daher haben wir als Gewerbeverein mit der Kreissparkasse Köln gesprochen. Die hat uns die Unterstützung künftiger Ladenbetreiber zugesagt.

Welche zusätzlichen Maßnahmen würden Sie sich für eine verbesserte Standortqualität wünschen?

Haag: Im Atrium müsste mehr passieren. Das ist aber nicht möglich, da die Eigentümer der darüber liegenden Wohnungen nicht mitmachen. Das ist schade. Wenn man dort Kübel mit grünen Pflanzen und vielleicht auch Bänke aufstellen würde, könnte sich das Atrium zu einem regelrechten Treffpunkt entwickeln.

Werden sich die Vorstellungen des Gewerbevereins am neu gestalteten Herrenwingert widerspiegeln?

Haag: Bürgermeister Rolf Schumacher hat uns zugesichert, dass unsere Wünsche in die Planung einfließen werden.