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Förderschule An der Wicke in Gielsdorf: Alte Fenster und Risse im Treppenhaus

Förderschule An der Wicke in Gielsdorf : Alte Fenster und Risse im Treppenhaus

Durch die alten Fenster zieht es, ein zweiter Rettungsweg fehlt und energetisch betrachtet ist das Schulhaus auf dem Stand der 60er Jahre - also dringend sanierungsbedürftig.

Die Förderschule An der Wicke in Gielsdorf soll deshalb umfassend modernisiert und auch erweitert werden, damit unter anderem eine Offene Ganztagsschule eingerichtet werden kann. Rund 2,6 Millionen Euro hat der Rhein-Sieg-Kreis als Träger dafür veranschlagt. Die Kosten sind im Entwurf für den Doppelhaushalt 2015/16 des Kreises eingestellt, über den im ersten Quartal des nächsten Jahres noch abschließend beraten werden muss.

Die Schulverwaltung weiß den Kreisausschuss für Schule und Bildungskoordinierung hinter sich. Er hat die Grobplanung im September bereits zustimmend zur Kenntnis genommen und wird zu seiner nächsten Sitzung eine detaillierte Vorlage erhalten. "Jetzt brauchen wir vor allem grünes Licht für die Finanzierung", sagt Kreisschulamtsleiter Hans Clasen. Wann mit Sanierung und Umbau begonnen werden kann, ist noch offen. Doch der Bedarf ist offensichtlich.

Das Gebäude der ehemaligen Gielsdorfer Grundschule wurde Anfang der 60er Jahre errichtet und befindet sich weitgehend noch in seinem ursprünglichen Zustand. Lediglich die Fenster wurden vor rund 25 Jahren erneuert und müssen inzwischen auch wieder ausgetauscht werden. Die Sanierungspläne sehen nun vor, die Gebäudehülle energetisch so zu modernisieren, dass man einem Passivhaus-Standard nahekommt. Er beinhaltet, dass 90 Prozent weniger Heizwärme als in einem herkömmlichen bestehenden Gebäude verbraucht werden und im Vergleich zu einem durchschnittlichen Neubau mehr als 75 Prozent eingespart werden können. Konkret bedeutet dies eine komplette Innen- und Außensanierung.

Der Anstoß dafür geht auf eine Brandschutzprüfung im Jahr 2011 zurück. Sie ergab, dass ein zweiter baulicher Rettungsweg erforderlich ist. Ohne eine gleichzeitige energetische Sanierung wurde sein Bau jedoch nicht für sinnvoll erachtet. "Wenn Baumaßnahmen anstehen, wird immer auch die energetische Ausstattung geprüft", erläutert Ursula Laubenthal von der Abteilung Gebäudewirtschaft des Rhein-Sieg-Kreises. Und mit Blick auf das Alter des Gebäudes in Gielsdorf sei die Sanierung dringend nötig.

Nach Abstimmung mit allen beteiligten Fachämtern behalf man sich einstweilen mit der Installation von Rauchmeldern und einer Feuerschutztür, danach stieg man in die Sanierungsplanung ein. Dabei wurde auch der Raumbedarf unter die Lupe genommen. Geplant ist nun, nicht nur ein Treppenhaus zwischen den alten Gebäudeteilen als zweiten Rettungsweg zu bauen. Durch Erweiterung und Aufstockung der alten Schulgebäude soll auch Platz für weitere Differenzierungsräume, für ausreichende Lehrer- und Besprechungszimmer und eine fördernde Offene Ganztagsschule (FOGS) geschaffen werden.

Zurzeit dauert der Unterricht bis maximal 13.40 Uhr. Das Interesse für eine FOGS wurde durch eine Umfrage bei den Eltern ermittelt. "Wir wollen mit einer Gruppe für zwölf Kinder starten", sagt Schulleiterin Gudrun Beckmann. "Der Bedarf ist möglicherweise größer", meint Schulamtsleiter Clasen, "aber wir können den Platz nicht bis ins Unendliche steigern." Der Ausbau von Förderschulen werde mit Blick auf den Inklusionsgedanken mitunter kritisch gesehen, so Clasen.

Doch Schulleiterin Beckmann gibt sich selbstbewusst: "Die Nachfrage nach unserer fachspezifischen Förderung dürfte bestehen bleiben, das kann ein gemeinsamer Unterricht in dieser Fachlichkeit und in diesem Umfang nicht leisten." Das sonderpädagogische Unterrichtsangebot der Schule An der Wicke werde von vielen Eltern ganz bewusst gewählt. Beckmann: "Wir befähigen Kinder für die normale Schullaufbahn. Das ist unser Beitrag zur Inklusion. Ich sehe da keinen Widerspruch zur UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen."