Neubaugebiet Buschkauler Feld in Witterschlick Anlieger befürchten Verkehrschaos

Alfter-Witterschlick · Nachbarn des Neubaugebiets Buschkauler Feld in Witterschlick übergeben 140 Unterschriften an Bürgermeister Rolf Schumacher.

Werden aus den ruhigen Straßen am östlichen Ortsrand von Witterschlick vielbefahrene Verkehrsadern? Diese Befürchtung treibt viele Anwohner der Straße Am Gärtchen sowie des anliegenden Buschkauler Wegs um.

140 gesammelte Unterschriften haben sie nun an Alfters Bürgermeister Rolf Schumacher übergeben – verbunden mit der Forderung, dass die Gemeinde ein neues Verkehrskonzept für das geplante Neubaugebiet Buschkauler Feld entwickelt.

Wie berichtet, hat der Alfterer Ausschuss für Gemeindeentwicklung Mitte März die Planungen für das Baugebiet vorangetrieben. Das Gebiet umfasst rund 13,5 Hektar zwischen Ramelshovener Straße und Buschkauler Weg.

Mehr als 400 Wohneinheiten sollen entstehen, demnach Wohnraum für rund 1200 Menschen. Den ersten Plänen zufolge ist unter anderem vorgesehen, das Gebiet über die Straße Am Gärtchen an den Ort anzuschließen. „Das wird Chaos pur“, meint Guido Reintgen, der mit seiner Familie am Buschkauler Weg wohnt. Die Straßen seien viel zu eng, die Unfallgefahr für Fußgänger und Radfahrer würde sich erhöhen.

Nun fordern die Anwohner den Rat und die Verwaltung auf, ein Verkehrskonzept zu entwickeln und zu beschließen, das auf „den gegenwärtigen Charakter des Wohngebietes Rücksicht nimmt, und keinen zusätzlichen Autoverkehr durch das bestehende ruhige Wohngebiet leitet“, wie es in einer Erklärung der Anlieger heißt.

Und weiter: „Insbesondere die Straße Am Gärtchen ist für Autos nicht an das neue Wohngebiet anzuschließen.“ Die 140 Unterschriften dazu habe man im direkten Umfeld, also im Buschkauler Weg sowie in der Straße Am Gärtchen gesammelt, erläuterte Reintgen: „Jeder Haushalt hat unterschrieben.“

60 Voranfragen für das Wohngebiet

Zugleich warf er die Frage auf, ob das Wohngebiet denn wirklich in dieser Größe geplant werden müsse. Dies habe auch Grünen-Ratsherr Wilhelm Windhuis in der Ausschusssitzung angemerkt. Es sei wichtig, dass die Anwohner sich jetzt zu Wort melden, sagte Schumacher, als er die Unterschriften entgegennahm.

Es gebe in der Gemeinde Alfter die gute Verfahrensweise, dass die Verwaltung nicht direkt mit Aufstellungsbeschlüssen für Bebauungspläne an die Politik herantritt, sondern zunächst einmal die Grundidee einer Planung vorstellt, erläuterte Schumacher den Anwesenden. Weiter berichtete er, dass die Gemeindeverwaltung bereits die Erstellung eines Verkehrskonzeptes in Auftrag gegeben habe – für 12.000 Euro, wie er bemerkte.

Mit einem solchen Gutachten wird berechnet, wie viel Verkehr durch ein neues Baugebiet zu erwarten ist und wie Straßen beziehungsweise Zu- und Abfahrten in das Baugebiet sinnvoll angeordnet werden können. Der aktuelle Sachstand für das Baugebiet sei lediglich ein Planungsvorschlag, sagte Schumacher. Und: „Ich will dafür sorgen, dass das Anliegen der Bürger in die Diskussion einbezogen wird.“

Zugleich erläuterte Schumacher den Anwesenden, warum das Baugebiet aus Sicht der Gemeinde notwendig sei. Es gebe einen unglaublichen Druck auf den Wohnungsmarkt in der Region. Viele Menschen seien auf der Suche nach Wohnraum, fänden aber keinen.

Auf der Fläche in Witterschlick solle neben einem Bereich für Gewerbe eine Mixtur verschiedener Wohnformen entstehen, so Schumacher: Reihen- und Doppelhäuser, frei stehende Einfamilienhäuser, aber auch Mietwohnungen. „Es soll Wohnraum sein für alle, die Wohnraum brauchen.“

Überdies werde das Areal nach Bedarf geplant und nicht sofort vollständig bebaut. Allerdings gebe es schon jetzt 60 Voranfragen für das Wohngebiet.

Die Anwohner hätten nicht grundsätzlich etwas gegen das Baugebiet, betonte wiederum Reintgen. Man wolle das folgende Verfahren aber weiter kritisch begleiten.

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