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"Am Wormshof" in Alfter: Beim Bau der Unterführung spielt Bodenbeschaffenheit wichtige Rolle

"Am Wormshof" in Alfter : Beim Bau der Unterführung spielt Bodenbeschaffenheit wichtige Rolle

Es rappelt und wackelt ganz schön, als der Zug über die behelfsmäßige Brücke fährt. Definitiv kein Dauerzustand. Soll es aber auch nicht sein. Läuft alles nach Plan, soll die neue Bahnunterführung in der Straße "Am Wormshof" in Impekoven Ende des Jahres fertig sein.

Zu den groß angelegten Arbeiten der Deutschen Bahn an der Voreifelbahn (RB23) gehört auch, dass der bisher vorhandene Übergang durch eine Unterführung ersetzt wird. Allerdings nur für Radfahrer und Fußgänger. Autos können die Gleise an dieser Stelle dann nicht mehr passieren und müssen beispielsweise auf die Euskirchener Straße (B56) ausweichen.

Florian Bonn, Projektleiter der DB Projektbau AG, und Heiner Schwarz, Bauherrenvertreter der DB Netz AG, sind auf die Baustelle gekommen, um deren Fortgang zu begutachten. Begonnen haben die Arbeiten im Juli 2013. Arbeiter sind keine zu sehen. Laut Bonn sind sie gerade im Klausenweg in Witterschlick beschäftigt. Auch dort wird ein Bahnübergang durch eine Unterführung für Fußgänger und Radler ersetzt. Überdies wird, ebenfalls in Impekoven, der Bahnübergang "Zur Ölmühle" geschlossen und durch einen Weg ersetzt, der parallel zu den Schienen zum neuen Haltepunkt verlaufen soll.

Bei den Arbeiten "Am Wormshof" gelte es, drei Aspekte besonders im Blick zu haben, erläutert Bonn: Die Enge der Baustelle, die vorhandenen Leitungen und die Beschaffenheit des Bodens. "Gerade auf der Seite der Unterführung zum Ahrweg hin arbeiten wir sehr nah an den angrenzenden Grundstücken. Wir haben allen Platz ausgenutzt, der vorhanden war." In der Tat ist zwischen der Baustelle und den Gärten der Anlieger kaum Platz.

Klar seien diese nicht begeistert gewesen, als etwa die provisorischen Spundwände eingezogen wurden, sagt Bonn und ergänzt: "Die Abstimmung läuft aber gut." Die Enge des Areals sorge überdies für Probleme bei der Barrierefreiheit. Laut Bonn kann die vorgeschriebene Steigung von sechs Prozent für die Rampe der Unterführung zum Ahrweg hin nicht eingehalten werden. Man werde stattdessen auf acht Prozent kommen. Bei sechs Prozent Steigung müsste die Rampe von der Länge her über den Ahrweg hinausgehen. "Wir haben das aber mit Behindertenvertretern abgesprochen", betont Bonn.

Vorbei an Strom- und Wasserleitungen, um die vorsichtig herumgearbeitet werden muss, laufen Bonn und Schwarz über Lehmboden durch die Baustelle. Nach Plänen der Bahn sollen sowohl die Rampen als auch die Unterführung gepflastert werden. Zuvor wurde unter den Lehm aber eine sogenannte Packlage gelegt, da die Arbeiter beim Baggern auf Schlickboden gestoßen seien. Eine Schicht aus Lavagestein solle dafür sorgen, dass der Boden später nicht absackt. Bonn: "Ohne die Lavaschicht würde sich der Boden wie ein etwas festerer Pudding anfühlen."

Dass der Bahnübergang im Zuge der Arbeiten an der Voreifelbahn verschwindet, hat laut Heiner Schwarz mit dem Eisenbahnkreuzungsgesetz zu tun. Dies besagt unter anderem, dass nach Möglichkeit Übergänge durch Brücken ersetzt oder mit moderner Sicherungstechnik versehen werden sollen. Ersteres ist am Wormshof der Fall.

Nach Angaben von Florian Bonn belaufen sich die Kosten für die Bauarbeiten am Wormshof auf etwa 1,95 Millionen Euro. Getragen werden sie zu je einem Drittel von der Bahn, dem Bund und der Gemeinde Alfter. Mit dieser Summe soll eine moderne und vor allem helle Unterführung entsehen. "Ein dunkles Loch wird das nicht", verspricht Bonn.

Bahn plant Bürger-Info

Nach Angaben von Florian Bonn von der DB Projektbau AG sei es erforderlich, die Strecke der RB 23 zwischen Duisdorf und Witterschlick in den Sommerferien komplett zu sperren. Grund dafür seien umfangreiche Gleisarbeiten. Dazu soll aber noch eine Informationsveranstaltung stattfinden, vermutlich im Mai. "Wir werden den Termin rechtzeitig bekanntgeben", sagt Bonn.