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Bücherei in Alfter: Nutzung soll gebührenpflichtig werden​

Pläne gegen drohende Schließung : Nutzung der Alfterer Bücherei Alfter soll gebührenpflichtig werden

Die Öffentliche Bücherei St. Matthäus Alfter ist weiter von der Schließung bedroht. Nun gibt es eine Idee zur Finanzierung – mittels Gebühren.

Zur Rettung der Öffentlichen Bücherei St. Matthäus Alfter sollen Gebühren für die Nutzung der Einrichtung am Hertersplatz eingeführt werden. Diesen Plan hat Bürgermeister Rolf Schumacher jetzt dem Gemeinderat mitgeteilt. Zugleich will die Gemeindeverwaltung einen noch festzusetzenden, gedeckelten Betrag zur Finanzierung der Bücherei bis 2028 zur Verfügung stellen. Dafür muss es aber eine Gegenfinanzierung im Haushalt geben, die nun erarbeitet werden soll. Der Gemeinderat gab der Verwaltung dafür einstimmig das Okay.

Wie berichtet, ist die Alfterer Bücherei wie andere sogenannte Vertragsbüchereien von der Schließung bedroht. Vertragsbüchereien werden gemeinsam von der katholischen Kirche und der jeweiligen Kommune finanziert. Nun will das Erzbistum Köln seinen Anteil an der Finanzierung der Einrichtungen aber Ende 2023 streichen. Das betrifft auch die Büchereien St. Johannes der Täufer (Meckenheim) und St. Martin (Rheinbach).

Vielleicht gibt es doch noch Geld vom Erzbistum Köln

Allerdings hat es Gespräche des Kirchengemeindeverbands Alfter mit dem Erzbistum gegeben. Demnach will sich das Erzbistum bis 2028 doch weiter an der Finanzierung der Alfterer Bücherei beteiligen. Jedoch nicht mehr wie bisher mit knapp 54.000 Euro pro Jahr, sondern nur noch mit 17.000 Euro. 14.000 Euro müssten die Kirchengemeinde, der Kirchengemeindeverband sowie die Bücherei aufbringen – und die Zivilgemeinde Alfter müsste diesem Rechenmodell nach ihren Anteil von jährlich knapp 100.000 Euro auf 123.000 Euro erhöhen.

Mittels einer Gebührenordnung soll nun ein Teil der fehlenden Gelder erwirtschaftet werden. Bislang kostet lediglich die Ausstellung eines Büchereiausweises und eine Fernleihe Geld. Alles andere ist noch kostenlos. Wie sich die Gebühren genau gestalten, ist noch offen. Vertreter verschiedener Ratsfraktionen betonten aber, dass diese sozial verträglich gestaltet sein sollen. Das ist auch ein Anliegen der Gemeindeverwaltung, vor allem Kinder und Jugendliche sollen die Bücherei weiterhin kostenlos nutzen.

Für die SPD forderte Christian Lanzrath zu prüfen, ob und wie die Bücherei nach 2028 in die Trägerschaft der Zivilgemeinde Alfter übergehen kann. Er zog den Antrag dann aber wieder zurück, nachdem sich Bürgermeister Rolf Schumacher dazu geäußert hatte. Er halte nichts von einem solchen Vorstoß, weil er die Kirche beziehungsweise das Erzbistum auch nach 2028 nicht aus der Verantwortung lassen wolle.