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Drei Fragen an die Amtsträger: Das sind Alfters Ortsvorsteher

Drei Fragen an die Amtsträger : Das sind Alfters Ortsvorsteher

Sie sind oft der erste Ansprechpartner für Bürger, wenn etwas im Ort schief läuft: die Ortsvorsteher. Der GA hat den fünf Amtsinhabern aus Alfter je drei Fragen gestellt. Trotz unterschiedlicher Themen haben sie eines gemeinsam: Alle schätzen den engen Kontakt zu den Bürgern.

Was macht eigentlich ein Ortsvorsteher? Er vertritt seinen Ort gegenüber der Kommunalpolitik und der Verwaltung. Konkret: Er trägt die Anliegen und Anregungen der Einwohner seines Orts zu den verantwortlichen Stellen. Und wer sind diese Ortsvorsteher? Um das herauszufinden, hat der General-Anzeiger den fünf gewählten Vertretern der Alfterer Orte drei Fragen gestellt: 1. Warum sind Sie Ortsvorsteher geworden/geblieben? 2. Was sind in den nächsten Jahren die drei größten Herausforderungen für Ihren Ort? 3. Wo im Ort befindet sich Ihr Lieblingsplatz? Das sind ihre Antworten:

Gielsdorf, Elke Thomer (59), selbstständiger Steuerberater: 1. Ich bin sehr glücklich und fühle mich geehrt, dass ich Ortsvorsteherin von Gielsdorf bleiben kann. Unser Gielsdorf ist einfach etwas Besonderes. Wichtig ist mir, immer mit offenen Augen und Ohren durch unser Dorf zu gehen und dabei den Bürgerinnen und Bürgern mit Rat und Tat in Angelegenheiten des Ortes zur Seite zu stehen.

2. In der nächsten Zeit setze ich mich für eine Erhaltungssatzung in Gielsdorf ein, um den historischen Ortskern zu erhalten. Wichtig ist mir auch die Sanierung der Landesstraße 113 beziehungsweise der Kreisstraße 1, und damit verbunden die zukünftige Radwegeführung entlang der Strecke durch Oedekoven, Gielsdorf und Alfter. Außerdem gibt es in Gielsdorf unseren „Problemfall“, den historischen Wasserturm.

3. Überall in unserem Gielsdorf fühle ich mich wohl. Am meisten Freude habe ich bei dörflichen Veranstaltungen in unserem Dorfgemeinschaftshaus, wo ich häufig hinter der Theke stehe, Getränke ausschenke und mit den Besuchern plausche.

Oedekoven, Brigitte Schächter (73), im Ruhestand: 1. Seit 1994 bin ich Ortsvorsteherin von Oedekoven. Ich kenne viele Bürger im Ort. Sie haben mir gegenüber Vertrauen gefasst, um mit ihren Problemen zu mir zu kommen. Unterwegs werde ich angesprochen und habe ein offenes Ohr. Viele Angelegenheiten kann man mit einem Telefongespräch erledigen, oft sind es auch nur Auskünfte, die erbeten werden. Ich bin gern für meine Mitbürger da.

2. Die neue Freie Christliche Schule am Klostergarten – nicht das Gebäude, sondern der Verkehr und das Miteinander mit den Nachbarn. Der Verkehr in den schmalen Gassen und Straßen – Durchgangsverkehr, wo er nicht hingehört, zu schnelles Fahren in 30er-Zonen, rücksichtsloses Parken, Erhalt des Brauchtums – gerade in der Zeit der Pandemie fehlen die Feste und Zusammenkünfte der Vereine oder Kirchen.

3. Bei uns an der Kapelle in Oedekoven, der Blick schweift von Medinghoven nach Bonn, Siebengebirge und so weiter – aber auch das neugeschaffene Apfeltor oder ein Spaziergang durch die Gemüsefelder.

Alfter, Norbert Lehna (60), pensionierter Offizier der Bundeswehr: 1. Dieses Amt bekleide ich seit dem 1. März 2018, nach dem krankheitsbedingten Rücktritt meines Vorgängers Werner Jaroch. Mir ist besonders wichtig, für die Bürgerinnen und Bürger ein offenes Ohr zu haben. Bei Problemen kann man viele Dinge schon auf dem kleinen Dienstweg klären. Mir macht die Arbeit sehr viel Spaß, weil ich dieses Amt überparteilich wahrnehmen kann.

2. Die größte Herausforderung ist die Neugestaltung des Ortskerns mit dem Umbau des Schulcampus sowie eines Vollversorgers mit Wohneinheiten und Neugestaltung des Dorfplatzes. Nach Aufhebung der pandemiebedingten Beschränkungen ist es auch die Aufgabe des Ortsvorstehers in Zusammenarbeit mit dem Ortsausschuss, Brauchtum und Tradition wieder aufleben zu lassen. Weitere wichtige Vorhaben sind der Neubau des Gerätehauses der Freiwilligen Feuerwehr Alfter und die Schaffung weiterer Raumkapazitäten für die OGS.

3. Ich habe zwei Orte, an denen ich mich gerne aufhalte. Einmal unser Ortskern mit Blick auf Schloss und Kirche und dem gesellschaftlichen Mittelpunkt. Zum Anderen der Weg vom Alfterer Friedhof Richtung Böhling, wo man bei schönem Wetter einen Blick über ganz Alfter und Bonn bis hin zum Siebengebirge hat.

Impekoven, Ilse Niemeyer (73), Hausfrau: 1. Ich war gerne Ortsvorsteherin von Impekoven. Die Nähe zu den Bürgerinnen und Bürgern hat mich dazu bewogen, auch weiterhin als Ortsvorsteherin zur Verfügung zu stehen, und ich habe mich über die einstimmige Wahl des Rates im vergangenen Jahr dann sehr gefreut.

2. Fertigstellung des Dorfplatzes mit Erneuerung des Weges zur Moselstraße. Belebung der dörflichen Gemeinschaft nach Corona. Friedhofsgestaltung mit einem Kolumbarium.

3. Mein Lieblingsplatz ist natürlich mein Zuhause am Esstisch mit der Großfamilie. Aber im Ort gibt es noch die schöne Apfelstation mit Blick in die Natur.

  

Witterschlick und Volmershoven-Heidgen, Knut Kiesewetter (65), Berufsoffizier bei der Bundeswehr außer Dienst: 1. Ich war bereits Vorsitzender des Ortsausschusses in Witterschlick und im Vorstand des Fördervereins für das Haus Kessenich „Witterschlicker HeimatKultur“. Als ich gefragt wurde, habe ich mich für das Amt des Ortsvorstehers bereitgestellt, weil ich mich gerne für die Belange des Gemeindeteils einsetze, der seit vielen Jahren meinen Lebensmittelpunkt bildet und in dem ich mich sehr wohl fühle.

 2. Ein altes Problem ist der Verkehr in beiden Orten. Insbesondere der Schwerlastverkehr, der hauptsächlich durch Ziel- und Quellverkehr der Firmen Wester und Deutsche Steinzeug verursacht wird. Zwar gibt es mittlerweile für die Firma Wester eine sogenannte Ringlösung, aber eine richtige Entlastung können hier nur neue innerörtliche Umgehungsstraßen bringen. Planung und Umsetzung eines neuen Baugebiets im Buschkauler Feld in Witterschlick: Während die einen sehnlich darauf warten, haben die anderen Bedenken. Abgespeckt wurde das Projekt zwar bereits, es bleibt aber ein nicht unerheblicher Mehrbedarf an Kita- und Schulplätzen sowie an Verkehrsinfrastruktur, wie die geplante Erweiterung des Tontageabbaus in Witterschlick über den Lüsbacher Weg hinaus bis nahe an die Wohnbebauung heran. Wie nahe genau ist allerdings strittig. Außerdem muss darauf geachtet werden, dass es für die durch die Erweiterung wegfallenden Wege einen adäquaten Ersatz gibt.

3. In Witterschlick und Volmershoven-Heidgen finde ich die jeweiligen Dorfplätze, trotz oder gerade wegen ihrer völlig unterschiedlichen Anlage, sehr gelungen. Auch der Platz mit Rundbank vor dem Haus Kessenich mit Blick auf das Fachwerk-Ensemble gefällt mir sehr gut. Als Fahrradfahrer verweile ich aber am liebsten auf einer der Bänke gegenüber der Gaststätte „Zur Linde“ am Ortsrand von Heidgen. Diese kleine, grüne Oase wurde liebevoll gestaltet und bietet einen fantastischen Blick über Felder und Wälder bis in die Eifel hinein.