1. Region
  2. Voreifel & Vorgebirge
  3. Alfter

Der Nabu schafft neue Biotope im Kottenforst

Teiche im Kottenforst : Der Kammmolch behält sein Laichgewässer

Der Nabu Bonn legt im Kottenforst bei Alfter drei Tümpel frei und sichert damit Biotope für Amphibien und Insekten.

Vielen Besuchern des Kottenforstes dürften die drei Tümpel zwischen der Breiten Allee und dem Eisernen Mann auf Alfterer Gemeindegebiet eher achtlos passieren. Verständlich, denn man muss  schon wissen, dass es sich dabei um für die Flora und Fauna wichtige Biotope handelt, die beinahe von der Bildfläche verschwunden wären.

Beinahe. „Genauer gesagt, sie wären bei weiterer Untätigkeit verlandet“, erklärt Peter Meyer, zweiter Vorsitzender des Nabu Bonn. Schuld ist laut Meyer der Klimawandel, die drei Hitzesommer in Folge, und der oft ausgebliebene Regen. Aus seiner Sicht wäre das Verlanden der Tümpel ein Jammer gewesen, denn diese boten einer Reihe von Amphibien und Insekten einen wertvollen Rückzugsraum. Um die Verlandung zu verhindern, folgte eine gemeinsame Aktion des Nabu mit den zuständigen Behörden. Auch ein Bagger kam neben Hacke und Spaten im Kottenforst zu Einsatz.

Auch ein Bagger kam zum Einsatz

Der Nabu hat in Abstimmung mit der Gemeinde Alfter als Eigentümerin der Flächen, dem Landesbetrieb Wald und Holz und der Unteren Naturschutzbehörde vorgeschlagen die trockengefallenen und verlandeten Kleingewässer in der Waldville zu beräumen, erklärt Daniela Blumenthaler von der Pressestelle des Rhein-Sieg-Kreises zum Hintergrund des Projektes: „Die Gewässer waren teilweise bereits vollständig verlandet und boten Amphibien keine Laichmöglichkeit mehr.“ Darum habe man die mit Laub und Astwerk angefüllten und teilweise zugewachsenen Kleingewässer mit einem Bagger „behutsam beräumt“.

Das Verlanden von Gewässern sei ein natürlicher Prozess, führt Blumenthaler aus: „In Wäldern wird dies durch den starken Blatteinfall beschleunigt.“ Allerdings hätten durch die anhaltende Trockenheit der vergangenen Jahre die Tümpel nicht mehr ausreichend Wasser geführt, um die Fortpflanzung von Amphibien zu gewährleisten: „Durch den Bewuchs in den Tümpeln wurde die Verdunstung erhöht, was die Verlandung der Stillgewässer zusätzlich beschleunigt hat.“

Platz für Frösche und Libellen

  Wenn man aus Gründen des Arten- und Biotopschutzes diese Gewässer langfristig erhalten möchte, würden daher in unregelmäßigen größeren Zeitabständen entsprechende Entschlammungsmaßnahmen erforderlich, betont die Mitarbeiterin der Kreispressestelle. Schließlich seien die Stillgewässer Lebensraum für verschiedene Amphibien wie  den Kammmolch, den Springfrosch aber Libellenarten.

Für Nabu-Experte Meyer kam die Maßnahme zur rechten Zeit: „In den letzten Jahren waren die Laichballen der dort lebenden Gras- und Springfrösche häufig fast vollständig vertrocknet.“ Auch Molche und Libellen hätten sich kaum noch erfolgreich fortpflanzen können. Darum habe der Nabu Bonn das mit Spendengeldern finanzierte Projekt  kurzfristig organisiert, und zwar in enger Absprache mit allen zuständigen Behörden, unterstreicht Meyer. Die Kosten für die Maßnahme beziffert Meyer auf einen vierstelligen Betrag.

Vernetzung der Feuchtgebiete

Die Wiederherstellung der Waldtümpel dient laut Nabu-Experte Peter Meyer einem höheren Zweck. Nämlich der Vernetzung der Feuchtgebiete in Alfter und Swisttal mit den Gewässern im angrenzenden Staatswald, in dem ebenfalls in den vergangenen Jahren im Rahmen des von der EU geförderten Life-Projekts „Villewälder Wasserwelten“ ähnliche Pflegemaßnahmen stattgefunden haben.

Zusammen mit dem angrenzenden Feuchtgebiet des vom Nabu Bonn betreuten Naturschutzgebiets in der ehemaligen Kiesgrube Dünstekoven handelt es sich um ein großflächiges Verbundprojekt, „das für das langfristige Überleben der hier vorkommenden Amphibien und Libellen von großer Bedeutung ist“, so Meyer weiter. „Die Arten können sich auf einem größeren Areal ausbreiten und der notwendige genetische Austausch zwischen den einzelnen Populationen kann stattfinden kann.“