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125 Jahre MGV „Concordia“ Alfter: Die Geschichte beginnt mit 23 Sängern

125 Jahre MGV „Concordia“ Alfter : Die Geschichte beginnt mit 23 Sängern

Mehr als nur Musik: Seit 125 Jahren prägt der Männer-Gesang-Verein „Concordia“ das Alfterer Ortsleben.

Der Männer-Gesang-Verein „Concordia“ Alfter stellt sich die „Aufgabe, durch Gesang und musikalische Unterhaltung, Bildung und Unterhaltung zu fördern. Erörterungen politischer und religiöser Angelegenheiten bei Vereinsversammlungen sind untersagt. Ebenso dürfen Reden, Lieder und Gedichte, welche der guten Sitte zuwiderlaufen, nicht vorgetragen werden.“ So steht es in den Statuten der am 23. Oktober 1891 gegründeten Vereinigung.

In diesem Jahr feiert der Chor sein 125-jähriges Bestehen. In einer Festschrift haben die Sänger zum einen die Veranstaltungen im Jubiläumsjahr aufgeführt. Zum anderen geben sie auch Einblick in die gesellschaftlichen Aktivitäten und die Entstehung der Chorgemeinschaft.

„Wir wollen damit zeigen, dass der Chor nicht nur für das Singen zuständig ist, sondern auch das dörfliche Leben bereichert“, sagt Helmut Anzt, seit fünf Jahren im Chor aktiv und Beisitzer im Vorstand. Er ist einer der Autoren der Festschrift, hat dafür Protokolle und Dokumente ausgewertet und sich in die Geschichte des MGV vertieft.

Diese begann einst mit 23 Sängern. Der erste Kapellmeister Carl Heinrich aus Meckenheim formte aus den zunächst noch ungeübten Stimmen einen kleinen Chor. Geprobt wurde damals regelmäßig im Gasthaus „Zur Krone“, später im Kronensaal. Während der beiden Weltkriege pausierten die Sänger. Doch schon um die Jahreswende 1945/46 begann das Vereinsleben erneut. Anzt: „Aus den damaligen Protokollen kann man herauslesen, dass der Verein in der Nachkriegszeit mit seinen Feiern, Veranstaltungen und Vereinsfahrten ein wichtiges Element in der Gemeinde darstellte.“

"Concordia" in vielen Bereichen aktiv

Das hat sich bis heute nicht geändert. Die „Concordia“ ist mit Fußtruppen oder Wagen im Alfterer Karnevalszug aktiv, beteiligt sich an der Großkirmes, unterhält die Senioren beim Seniorentag, veranstaltet das traditionelle Grillfest im Jakob-Wahlen-Park, unternimmt Ausflüge und lädt zum Jahreskonzert in der Vorweihnachtszeit ein. „Der MGV ist eigentlich der Ziehvater des Karnevals. Schon 1897 wurde festgelegt, dass ein Sänger, der nicht am Zug teilnimmt, eine Strafe von 35 Pfennig zu zahlen hat. Das war damals viel Geld“, sagt Anzt und lächelt.

Gesanglich hat sich der Chor immer wieder weiterentwickelt. Das Repertoire umfasst von den Anfängen bis heute rund 400 Werke, auch wenn nur 40 Werke zum aktuellen Liedumfang gehören. Von Trinkliedern über besinnliche Stücke, Kirchenlieder und Gospels bis hin zu Chansons von Udo Jürgens und Reinhard Mey haben die heute 36 Aktiven eine Vielfalt an musikalischer Unterhaltung zu bieten.

Und unter Führung des russischen Chorleiters Valery Kashlyaev, der die Gruppe seit September 2014 prägt, haben die Alfterer sogar ein russischsprachiges Kirchenlied einstudiert. „Die Veränderungen hängen vom Chorleiter ab“, findet denn auch Anzt, der eigentlich immer schon im Chor singen wollte, aber erst als Rentner in den letzten Jahren die Zeit dazu fand. „Denn wer immer schon gesungen hat, dessen Stimme bleibt auch länger erhalten.“

Anzt ist stolz darauf, dass sein Chor trotz Nachwuchsproblemen, mit denen „alle Vereine zu kämpfen haben“, es bisher geschafft habe, ein „reiner Männerchor zu bleiben“. Grund genug für die insgesamt 200 inaktiven und aktiven Sänger, das Jubiläum im großen Stil zu feiern.

Höhepunkte des Geburtstagsjahres sind das Gemeinschaftskonzert mit dem Kirchenchor Sankt Matthäus Alfter am 5. März, das Jubiläumskonzert am 9. Oktober und das Gründungsfest mit Festkommers am 15./16. Oktober. Die vereinseigenen Veranstaltungen finden bei „Spargel Weber“ statt. Der erste Vorsitzende Johann Gimnich jedenfalls freut sich, in diesem Jahr „das 125-jährige Jubiläum feiern zu können“.

Die Proben laufen seit Monaten auf Hochtouren. Gastensemble beim Festkonzert ist dann das Akkordeon-Orchester. Das Programm ist in der Festschrift abgedruckt. Anzt: „Mit unserem Heft wollen wir Zugezogenen Einblick in unsere Aktivitäten geben, um so die Neugier zu wecken und Nachwuchs anzulocken.“