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Ein Youtuber aus Bonn schwärzt einen Polizisten an

Justiz : Ein Youtuber aus Bonn schwärzt einen Polizisten an und landet vor Gericht

Ein Bonner Youtuber hat einen Polizisten bezichtigt, ungerechtfertigt Gewalt auszuüben. Die Sache landet nun zum zweiten Mal vor Gericht.

Erst kürzlich hatte das Oberlandesgericht Köln das Urteil einer Berufungskammer im Fall eines Bonner Youtubers bestätigt. Am Dienstagmorgen stand der Mann wegen eines anderen Amtsgerichtsurteils erneut vor demselben Berufungsrichter. In diesem Fall muss allerdings niemand mehr zwecks Revision nach Köln ziehen: Nach kurzer Verhandlung nahmen sowohl die Staatsanwaltschaft als auch die Verteidigung ihre jeweiligen Berufungsanträge zurück.

Youtuber bezichtigt einen Polizisten ungerechtfertigte Gewalt ausgeübt zu haben

Am 8. Mai 2018 hatte der Youtuber sich vor dem Gebäude der Bonner Staatsanwaltschaft mit einem Ratsherrn aus Euskirchen zu einem Interview verabredet: Es ging um einen Polizisten aus der Kreisstadt, den der Youtuber vor dem eigentlichen Interview namentlich genannt und bezichtigt hatte, regelmäßig ungerechtfertigt Gewalt anzuwenden. In dem eigentlichen Interview beantwortete der Lokalpolitiker dann einige recht suggestiv gestellte Fragen dahingehend, dass er tatsächlich derartige Gerüchte kenne. Den gesamten Beitrag stellte der Angeklagte dann auf seinem eigenen Kanal ins Netz.

Nicht zuletzt, weil es aber keinerlei Belege für die Behauptungen gab, hatte das Bonner Amtsgericht den Youtuber in erster Instanz wegen übler Nachrede zu einer Geldstrafe von 1500 Euro verurteilt. Ein ebenfalls angestrengtes Verfahren gegen den Lokalpolitiker war gegen Zahlung von 400 Euro eingestellt worden. Der Youtuber war in dem Amtsgerichtsverfahren noch wegen eines weiteren Delikts angeklagt: In einer E-Mail an die Staatsanwaltschaft vom selben Tage habe er die Behauptung aus dem Youtube-Clip wiederholt, so der Vorwurf. In diesem Punkt hatte der Amtsrichter ihn allerdings freigesprochen, da der Sachverhalt als Frage formuliert war. Kurz nach Beginn des Berufungsverfahrens war dann klar, dass die Staatsanwaltschaft bereit war, ihren Berufungsantrag gegen den Freispruch zurückzunehmen, wenn der Youtuber hinsichtlich der Verurteilung dasselbe tue.

Der Bonner Youtuber ist der Polizei schon länger bekannt

Der Verurteilte liegt mit den Behörden schon länger im Clinch, er fiel immer wieder dadurch auf, dass er insbesondere bei Verkehrsunfällen mit Verletzten schnell am Unfallort auftauchte. In dem oben erwähnten ersten Berufungsverfahren war er in zweiter Instanz zu einer Geldstrafe von 2.800 Euro verurteilt worden, weil er Aufnahmen von reinen Routineeinsätzen der Polizei ohne das Einverständnis der gefilmten Beamten veröffentlicht hatte.