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100 Jahre Vereinsgeschichte: Frauengemeinschaft kfd Gielsdorf wird 100

100 Jahre Vereinsgeschichte : Frauengemeinschaft kfd Gielsdorf wird 100

100 Jahre Geschichten von Menschen, die Freud und Leid miteinander teilten: die Katholische Frauengemeinschaft Gielsdorf feiert ihren Geburtstag mit einem Festakt.

Wer war Rektor Hummen und was hat er mit der Katholischen Frauengemeinschaft Sankt Jakobus Alfter-Gielsdorf zu tun? Die Antwort bekamen die Gäste beim Empfang im Dorfgemeinschaftshaus in Gielsdorf anlässlich des 100-jährigen Bestehens der Frauengemeinschaft bei einem Blick in die ausliegende Gründungsurkunde vom 12. April 1918, unterzeichnet vom damaligen Erzbischof Felix Kardinal von Hartmann. Den Antrag hatte eben dieser Rektor Hummen am 23. März 1918 gestellt – und wurde demnach auch zum geistlichen Vorsteher benannt. Zur Gründung wurde auch ein „Bruderschaftsbuch“ angelegt, das allerdings, so konnte man sich anhand des Originals selbst überzeugen, nach dem Eintrag über die erste Versammlung und der Wahl des Vorstandes von den Frauen selbst keine Einträge mehr enthielt.

Viel ist also nicht überliefert. Doch „100 Jahre Vereinsgeschichte sind auch 100 Jahre Geschichten von Menschen, die Freud und Leid miteinander teilten“, so Bürgermeister Rolf Schumacher, einer der zahlreichen offiziellen Gratulanten, in seiner Laudatio. „Gielsdorf wäre ärmer ohne die Frauengemeinschaft“, bedankte er sich für deren Engagement. Der Blumenteppich an Fronleichnam, die Teilnahme an Wallfahrten und Maiandachten, die Mitgestaltung der Pfarrfeste und anderer Feiern sind nur einige der Aufgaben, die die Frauengemeinschaft übernimmt.

Einer der größten Frauenverbände

Geahnt hatte Rektor Hummen sicher nicht, dass aus dem bereits zehn Jahre später gegründeten Zentralverband letztendlich mit der „Katholischen Frauengemeinschaft Deutschland“ (kfd) einer der größten Frauenverbände mit mittlerweile rund 500 000 Mitgliedern entstand. „Frischer Wind in der Kirche“ und „Mehr Rente für Frauen“ – diese zwei Plakate zeugten beim Empfang von deren Präsenz und politischer Bedeutung. „Ein starker Verband ist Garant, dass Frauenrechte in unserer Demokratie Gehör finden“, würdigte Schumacher das politische Wirken der Verbände.

„Wie viele Punkte es gibt, wenn der Ehemann mit zum Gottesdienst gebracht wird?“ – diese und andere Fragen diskutierten unter großem Gelächter der Zuschauer die beiden Protagonistinnen Stina und Adele im eigens konzipierten Sketch über das „Kirchenkärtchen“. Im echten Leben gibt es auch ohne Punktesammeln kaum Austritte aus dem Verband, höchstens, wenn jemand umzieht, erzählte Brigitte Schöneseifen (62), seit 20 Jahren Mitglied des Vorstandes.

Gemeinschaft wird gelebt

Selbst das jüngste Mitglied, Sandra Schneider (50), schaut auf stolze 25 Jahre Mitgliedschaft zurück, die beiden ältesten Mitglieder – bald 90 – auf mehr als 60 Jahre. Gemeinschaft wird gelebt: „Wir unterstützen uns, wenn Hilfe nötig ist, es gibt Besuchsdienste, auch zu runden Geburtstagen, die Verbandszeitschrift „Frau und Mutter“ wird noch persönlich verteilt und alle zwei Monate unternehmen wir etwas gemeinsam“, berichtete Brigitte Schöneseifen. „Ein glückliches Händchen, Frauen zu finden und stärker zu werden“ hatte Elisabeth Bungartz für den Diözesanverband in ihrer Laudatio gewünscht. Und tatsächlich: Als sich der Empfang dem Ende zuneigte, konnte Schöneseifen stolz mit einer neuen Anmeldung winken.