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Der Vorgebirgsrebell: Gedenkstätte für Wilhelm Maucher in Alfter eingeweiht

Der Vorgebirgsrebell : Gedenkstätte für Wilhelm Maucher in Alfter eingeweiht

2020 wurde das Grab des auch als Vorgebirgsrebellen bekannten Wilhelm Maucher abgeräumt. Ein Schritt, der bei vielen Alfterern auf Ablehnung stieß. Der Förderverein Alfterer Geschichte gestaltete deswegen eine Gedenkstätte an Mauchers Grab, die er am Wochenende einweihte.

Tränen hatte Manfred Titsch in den Augen, als bei der feierlichen Einweihung der restaurierten Grabstätte von Wilhelm Maucher (1903-1993) auf dem Alfterer Friedhof die Lieblingslieder des Vorgebirgsrebellen ertönten. Der 78-Jährige hat den viel älteren Maucher in jungen Jahren kennengelernt: „Wir wurden Freunde“, erinnerte sich der Kölner am Samstag. 2020 war das Grab ursprünglich abgeräumt worden – die Familie hatte eine Verlängerung abgelehnt. Bis zuletzt hatte Titsch sich um die Pflege gekümmert.

„Ich bin so dankbar, dass Günter Benz die Sache in die Hand genommen hat“, freute sich Titsch. Benz vom Arbeitskreis Friedensweg innerhalb des Fördervereins Alfterer Geschichte wollte es nicht hinnehmen, dass es für Maucher keine Gedenkstätte mehr geben sollte, zumal er sich gemeinsam mit Freunden aus dem Motorradclub „Kuhle Wampe“ seit Jahren intensiv um den von Maucher angelegten Friedensweg kümmert.

Die Gemeinde stellte dem Haus der Alfterer Geschichte die bisherige Grabstätte dauerhaft zur Verfügung. Um die Kosten von 6600 Euro für die Gedenkstätte aufzubringen, wurden Spenden von Freunden, Einrichtungen und Vereinen gesammelt. Die Umrandung mit Feldbrandsteinen eines Alfterer Abbruchhauses haben Benz und seine Helfer angelegt, den Gedenkstein aus Kylltaler Sandstein hat der Steinmetz Jürgen Dunkelberg angefertigt, die stählerne Friedenstaube auf der Stele und die aus demselben Material geschmiedete Grablampe hat Benz kunsthandwerklich selber gestaltet.

Pfarrvikar: Maucher war „Kämpfer für den Frieden“

Mit sehr persönlichen Worten nahm Pfarrvikar Stefan Lischka die Einweihung vor. Er selbst kannte Maucher noch aus seiner Zeit als Kaplan. An derselben Stelle hatte er den bekannten Landwirt, Pazifisten und Erfinder des Brombeerweins „Rebellenblut“ einige Tage nach seinem Tod am 11. November 1993 beerdigt. „Er war ein Kämpfer für den Frieden. Willi ist heute genauso aktuell wie früher. Das zeigen die Gebotssteine“, sagte Lischka.

Gerne erinnert sich auch der Musiker Josef Schmidt an die Gespräche mit Maucher. Mauchers Bitte an die Musikfreunde Roisdorf, bei seiner Beerdigung bloß keine Trauermusik zu spielen, wurde zwar nicht entsprochen, diesen Wunsch erfüllte jedoch Schmidt, der Mauchers Lieblingslied „Im schönsten Wiesengrunde“ vor der erstaunten Trauergemeinde einst trompetet hatte und es am Samstag wiederholte. „Denn er hört uns bestimmt auf seiner Wolke zu.“