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Gegenwind von den Grünen: Geplanter Schulcampus in Alfter nimmt die nächste Hürde

Gegenwind von den Grünen : Geplanter Schulcampus in Alfter nimmt die nächste Hürde

Der geplante Bau des Schulcampus in Alfter-Oedekoven ist ein Stück vorwärts gekommen. Das Gebäude soll in drei Jahren bezugsfertig sein und Platz für 780 Schüler bieten. Gegenwind am Projekt gibt es jedoch weiterhin.

Das Vorhaben der Freien Christlichen Schulen Bonn/Rhein-Sieg (FCSB, siehe Info-Kasten), am Rande des Oedekovener Gewerbegebiets einen Schulcampus zu bauen, ist einen Schritt weiter gekommen. Mit großer Mehrheit beschloss der Alfterer Ausschuss für Gemeindeentwicklung am Donnerstagabend die Offenlage des zugrundeliegenden Bebauungsplans.

Das bedeutet, dass die Politik den aktuellen Sachstand angenommen hat und nun die Bürger sowie die sogenannten Träger öffentlicher Belange den Bebauungsplan erneut kommentieren können. Das Vorgehen dazu wird die Gemeinde in ihrem Amtsblatt veröffentlichen.

Lediglich die vier Vertreter der Grünen stimmten dagegen. Nach der Sitzung zeigte sich Andreas Wiegel, Vorsitzender des Trägervereins der FCSB und somit Bauherr, erleichtert. Schließlich arbeitet er bereits seit Jahren an dem Projekt.

  • Das Vorhaben: Wie berichtet, wollen die FCSB einen Schulcampus an der Straße Im Klostergarten (siehe Grafik) bauen, um ihre viel zu enge Einrichtung am Schöntalweg zu entlasten. Dort befinden sich eine Grund- sowie eine Gesamtschule. Am Rande des Oedekovener Gewerbegebiets sind der Bau einer Gesamtschule für rund 780 Schüler, Parkplätze für Autos und Fahrräder und eine Vierfachturnhalle vorgesehen. Bereits Ende 2015 hatte Wiegel erstmals öffentlich über die Pläne gesprochen, und damals einen Eröffnungstermin für Ende 2018 angepeilt.
  • Indes erhält das Bauvorhaben von Anwohnern teils heftigen Gegenwind. Kritisiert werden die Größe des Schulgebäudes so nah an der Wohnbebauung, befürchteter Lärm sowie ein mögliches Verkehrschaos. Im Zuge des langwierigen Verfahrens haben die FCSB das Schulgebäude schon verkleinert und eine Kita aus den Plänen gestrichen. Ebenso sind verschiedene Gutachten erarbeitet worden, unter anderem zum Umweltschutz, zum Verkehr, zum Lärm oder zu elektrischen und magnetischen Emissionen aus der in der Nähe verlaufenden Hochspannungsleitung. Sämtliche Gutachten – ein dicker Stapel Papier – lagen zur Ausschusssitzung am Donnerstagabend vor.
  • Die politische Debatte: Barthel Schölgens (CDU) nannte das Projekt eine gute Chance für die Bildung der Kinder aus Alfter und Umgebung. Die vorliegenden Gutachten gäben grünes Licht für das Bauvorhaben, so Schölgens weiter. Seine Fraktionskollegin und Oedekovens Ortsvorsteherin Brigitte Schächter meinte, dass in dem bisherigen Verfahren viele Sorgen aus der Anwohnerschaft aufgenommen worden seien. Reimund Overhage (SPD) befand, dass der Campus im Interesse der Schüler sei und ihnen eine bessere Perspektive biete als die beengten Verhältnisse am Schöntalweg. Allerdings müsse jede Lösung umgesetzt werden, damit der Verkehr in den umliegenden Straßen besser abfließe. Sandra Semrau (Freie Wähler) erinnerte an das langwierige Verfahren, in dem der Vorhabenträger mittlerweile einen Vertrauensschutz genieße. Das sah auch Paul Breloh (FDP) so. „Der Investor muss darauf vertrauen, dass die Dinge weitergehen“, meinte er.
  • Für die Grünen erneuerte Wilhelm Windhuis die Kritik an dem Projekt. Die Verkehrsbelastung werde zunehmen, befand er. Ebenso hob er Aussagen aus dem Strahlungsgutachten hervor, wonach die Grenzwerte für die sogenannte magnetische Induktion zwar eingehalten würden, andere Länder aber viel strengere Werte mit Blick auf die Gesundheitsvorsorge hätten.
  • Das sagt der Schulträger: Im Gespräch mit dem General-Anzeiger sagte Andreas Wiegel nach der Sitzung, dass die Gesamtschule der FCSB nun auch eine Oberstufe einrichte. Dazu habe er weitere Grundstücke am Schöntalweg für die Aufstellung von Containerklassen angemietet.
  • Durch das langwierige Verfahren sei er ziemlich erschöpft, aber jeder Schritt nach vorne gebe ihm neue Kraft. Mit Blick auf die räumliche Situation am Schöntalweg und den Fortgang des Bauvorhabens erklärte Wiegel: „Im August 2023 müssen wir einziehen.“
  • Ende des Jahres 2016 war bekannt geworden, dass der Investor des 30-Millionen-Euro-Projekts Johannes Zurnieden ist, Geschäftsführer und Gründer von Phoenix Reisen. Zurnieden hatte damals erklärt, die Gebäude zu bauen und dann zu „einer sehr günstigen Miete“ dem Schulträger zu überlassen. Wie Wiegel nun sagte, beeinflusse die derzeitige Corona-Pandemie das Vorhaben nicht.