Oedekoven Gesamtschulgründer rechnen mit Genehmigung

ALFTER-OEDEKOVEN · Ebenso wie die Gemeinde Alfter unternimmt auch der Verein "Freie Christliche Schulen Bonn/Rhein-Sieg" einen zweiten Anlauf zur Gründung einer Gesamtschule. Nahezu täglich rechnet Vereinsvorsitzender Andreas Wiegel (47) mit der Genehmigung durch die Bezirksregierung.

 Das Gebäude am Schöntalweg 5 soll künftig eine Gesamtschule beherbergen.

Das Gebäude am Schöntalweg 5 soll künftig eine Gesamtschule beherbergen.

Foto: Wolfgang Henry

"Dann können wir als gegründete Schule ein richtiges Anmeldeverfahren durchführen". Das bedeutet, dass Eltern ihre Kinder mit dem offiziellen Anmeldeschein an der Freien Christlichen Gesamtschule in Oedekoven anmelden können.

Zum Schuljahr 2012/13 waren an der zu gründenden, staatlich anerkannten Ersatzschule lediglich Interessensbekundungen möglich, der offizielle Anmeldeschein musste an einer bestehenden Schule abgegeben werden. Dieses gesetzlich vorgeschriebene Verfahren rettete die allermeisten Eltern vor einer späten Suche nach einem Platz für ihre Kinder.

Denn, wie berichtet, versagte die Bezirksregierung wenige Tage vor Schulbeginn wegen fehlender Unterlagen die Genehmigung für den Betrieb der Gesamtschule in privater Trägerschaft. "Das hat Tränen bei den Eltern gegeben", berichtet Wiegel. Auch er selbst wurde von der Ablehnung überrascht, die trotz Nachlieferung der erbetenen Unterlagen nicht mehr zurückgenommen worden sei.

63 Viertklässler wollten auf die neue Gesamtschule wechseln. Elf Schüler kamen aus Alfter, die übrigen vor allem aus dem Raum Bonn und dem linksrheinischen Rhein-Sieg-Kreis. Der Trägerverein hat zunächst die Errichtung einer zweizügigen Sekundarstufe beantragt, die mit bis zu 30 Schülern je Klasse an den Start gehen könnte. Der Antrag auf die Sekundarstufe II soll zwei Jahre später eingereicht werden. Für die Unterbringung war und ist alles vorbereitet.

Bereits im Februar 2011 hat der Trägerverein einer Eigentümerin in Mönchengladbach den ganzen, zweigeschossigen Gebäudekomplex im Schöntalweg 5 abgekauft, wo seit 2007 bereits die Freie Christliche Grundschule besteht. Bis zum Frühjahr dieses Jahres hatte dort auch die Firma Tertia als Mieter ihren Standort. Insgesamt stehen für den Schulbetrieb nun rund 2000 Quadratmeter zur Verfügung. Das Obergeschoss ist mit acht Klassenzimmern für die Schule hergerichtet worden.

Die Lehrer und die Schulleiterin, die für die Gesamtschule bereit standen, konnten als Vertretungskräfte an anderen christlichen Schulen in Nordrhein-Westfalen untergebracht werden. Sie wollen bei erfolgreicher Gründung der Freien Christlichen Gesamtschule wieder nach Alfter wechseln. Auch die zusätzlichen Busfahrer für das schuleigene Transportsystem sind weiterhin interessiert.

Anders als bei Gründung einer öffentlichen Gesamtschule benötigt der freie Träger nicht hundert Anmeldungen. Lediglich für die Refinanzierung ist die Schülerzahl für den Träger von Bedeutung. Er muss einen Eigenanteil von 13 Prozent aufbringen, den Rest trägt die öffentliche Hand. Für den Besuch der privaten Gesamtschule wird ein Elternbeitrag von 110 Euro monatlich erhoben. "Mangelnde Finanzkraft der Eltern ist für uns aber kein Ablehnungsgrund", sagt Wiegel.

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort