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Kindergarten-Neubau in Impekoven: Impekoven soll eine neue Kita bekommen

Kindergarten-Neubau in Impekoven : Impekoven soll eine neue Kita bekommen

Zum Kindergartenjahr 2017/18 soll in Impekoven eine neue Kindertagesstätte entstehen. Die Planungen des Kreisjugendamtes gehen von einem zusätzlichen Bedarf von zwei Gruppen aus.

Die meisten Mitglieder des Ausschusses für Bildung, Generationen, Sport, Soziales, Inklusion und Kultur der Gemeinde Alfter waren verärgert. Nachdem im vergangenen Jahr die Auflösung des Impekovener Kindergartens im Hauruckverfahren durchgezogen worden war, stand in der Sitzung am Dienstagabend nun die Errichtung eines Neubaus für einen zweigruppigen Kindergarten an selber Stelle auf der Tagesordnung. Diesen beschlossen die Kommunalpolitiker auch im Grundsatz.

Wie berichtet, war im Sommer 2014 heftig über die Schließung des katholischen Kindergartens St. Mariä Heimsuchung an der Engelsgasse gestritten worden. Die katholische Kirche hatte diesen und den Kindergarten St. Lambertus Witterschlick in einem Neubau im Gewerbegebiet Witterschlick-Nord zusammengelegt. In Impekoven würde der Bedarf sinken, so die damalige Begründung.

Besonders kritisiert wurde das intransparente Verfahren, bei dem der Verkauf des Grundstücks an die Kirchen ohne die Beteiligung der politischen Gremien über die Bühne gegangen war. Die Kommunalpolitiker wurden vor vollendete Tatsachen gestellt worden, so der Vorwurf an die Gemeindeverwaltung. In der Zwischenzeit wollte der Witterschlicker Kindergarten „Buntstift“, Träger ist die Arbeiterwohlfahrt (Awo), in das Gebäude einziehen, das früher eine Schule war und in dem heute Flüchtlinge untergebracht sind.

Jetzt ist geplant, das Gebäude ab Januar 2017 abzureißen. Zum Kindergartenjahr 2017/18 soll dann die Kindertagesstätte in dem Neubau an den Start gehen. Die Awo sei grundsätzlich bereit, den Betrieb zu übernehmen und noch ein weiteres Jahr in den bisherigen Räumen ihr Kita-Angebot aufrechtzuerhalten.

„Ich habe einen richtig dicken Hals“, sagte Rena Hansmeyer (SPD), die daran erinnerte, dass dem Ausschuss damals Zahlen präsentiert worden, um zu dokumentieren, weshalb es eben keine Zukunft für einen Kindergarten in Impekoven gebe. Auch Dorothea Tradt (UWG) machte ihrem Unmut Luft. Die Kinder würden hin- und hergeschoben, „wie es passt“.

In der Begründung der Verwaltung für den jetzt geplanten Neubau heißt es lediglich, dass die Planungen des Kreisjugendamtes – „trotz aller Unwägbarkeiten“ – einen zusätzlichen Bedarf von zwei Kindergartengruppen in Alfter, genauer im Sozialraum Impekoven/Oedekoven, auswiesen.

Hintergrund seien die Flüchtlingskinder, mit denen vor zwei Jahren noch niemand gerechnet habe, so der Leiter des Alfterer Sozialamtes, Markus Jüris. Alleine im vergangenen Jahr seien mehr als 70 Kinder und Jugendliche nach Alfter gekommen. Diese Aussagen waren den Ausschussmitgliedern zu wenig. Sie forderten konkrete Zahlen. Bis zur Ratssitzung im April solle die Verwaltung die aktuelle Kindergartenbedarfsplanung vorlegen.

„In unserer Fraktion waren auch Irritationen über die Finanzierung aufgekommen“, sagte Rainer Irlenkaeuser (FDP). Die Aussagen über mögliche Förderungen durch Land und Kreis reichten nicht aus, so Irlenkaeuser, „wir benötigen Zahlen.“ Auch Mechtild Wallraff-Kaiser (Grüne) bemängelte, dass es keine Angaben zu künftigen Ausgaben gebe. „Wir tun uns schwer damit, eine Entscheidung zu fällen, wenn wir keine Angaben zu den Kosten haben“, sagte sie. Zu den Kosten könne er noch nichts sagen und auch Land und der Rhein-Sieg-Kreis werden erst im April ihre Förderrichtlinien bekannt geben, erklärte Jüris. Der Ausschuss forderte auch bei den Finanzen konkrete Zahlen bis zur Ratssitzung.

Für den Kindergarten-Neubau warben die beiden Impekovener Christdemokraten Ilse Niemeyer und Holger Kunkel. „Ich weiß, dass ein großer Bedarf herrscht“, meinte Niemeyer, die ferner eine Prüfung für einen dreigruppigen Kindergarten anregte. Das sei aus Platzgründen nicht möglich, entgegnete Jüris. Ohne den benachbarten Dorfplatz anzugreifen, sei kein größerer Kindergarten realisierbar. Eine Prüfung beauftragte der Ausschuss dennoch. Der Platz soll jedoch in der heutigen Form und Größe erhalten bleiben, unterstrichen die Ausschussmitglieder.