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In Alfter soll ein Jugendbeirat eingerichtet werden

Belange der jungen Generation : Alfterer Politik ringt um Einrichtung eines Jugendbeirats

Als Interessenvertretung für die junge Generation soll Alfter einen Jugendbeirat bekommen. Allerdings ist die Sache nicht so einfach, wie von der Gemeindeverwaltung geplant.

Die Belange und Interessen von Kindern und Jugendlichen sollen in Alfter eine größere Beachtung finden – beispielsweise bei der Gestaltung von Spielplätzen und Freizeitangeboten. Oder in Sachen Naturschutz und Verkehrsentwicklung, aber auch bei der Planung von Veranstaltungen und Festen. In diesem Sinne hatte die Alfterer Kommunalpolitik Anfang März 2022 im Ausschuss für Bildung, Generationen, Sport, Soziales, Inklusion und Kultur beschlossen, einen Jugendbeirat in Alfter einzurichten, als Interessenvertretung für die junge Generation.

Die Initiative dafür war von den Grünen ausgegangen. Auf Grundlage des Beschlusses von März hatte die Gemeindeverwaltung einen Vorschlag für eine Satzung für einen Jugendbeirat erarbeitet. Zwar lag dieser Satzungsentwurf zur jüngsten Sitzung des Ausschusses vor, entschieden wurde darüber allerdings nicht. Denn: Die Ausschussmitglieder ließen den Entwurf in der vorliegenden Form durchfallen.

Geplant sind 13 bis 25 Mitglieder ab 14 Jahre

Dem Satzungsentwurf nach sollten Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren Mitglied im Jugendbeirat werden können. „Der Beirat vertritt die Interessen aller jugendlichen Einwohnerinnen und Einwohner von Alfter. Er soll Kinder und Jugendliche mit demokratischen Entscheidungsstrukturen vertraut machen und ihr Interesse an kommunalen Fragestellungen fördern“, heißt es weiter.

Der Jugendbeirat soll dem Entwurf nach alle zwei Jahre gewählt werden und aus 13 bis 25 Mitgliedern bestehen. Er kann sich mit Anliegen, Anregungen und Stellungnahmen an Verwaltung und Politik wenden, „auf Antrag des Beirates hat der Bürgermeister Angelegenheiten des Jugendbeirates dem zuständigen Ausschuss zur Beratung und Entscheidung vorzulegen“, heißt es im Satzungsentwurf. Auch soll der Beirat ein eigenes Budget bekommen.

Noch ist es aber nicht so weit, denn offenbar haben die Alfterer Ratsfraktionen einiges an der Satzung zu bemängeln. Beispielhaft dafür steht die Stellungnahme von FDP-Ausschussmitglied David Dekorsi. Grundsätzlich sei Jugendbeteiligung wünschenswert, aber ein solches Projekt müsse gut vorbereitet werden. „Sonst entsteht ein zahnloser Tiger, der nicht lange lebt“, meinte Dekorsi und attestierte dem Satzungsentwurf Defizite.

Finaler Beschluss durch den Gemeinderat

Zu einer Auseinandersetzung mit diesen von der FDP ausgemachten Defiziten kam es indes nicht. Nachdem CDU-Mann Michael Mälchers erklärt hatte, dass seine Fraktion 40 Änderungswünsche zur vorgelegten Jugendbeiratssatzung an die Verwaltung geschickt habe, wurde beschlossen, dass die Verwaltung die Eingaben aller Fraktionen aufbereitet und dann in einer kommenden Ausschusssitzung zur Diskussion stellt. Beschlossen werden muss die Satzung final durch den Gemeinderat.

Markus Jüris, Fachgebietsleiter für Soziales und Bildung bei der Gemeinde, warf ein, dass sich engagierte Jugendliche weniger an Satzungen halten, sondern einfach machen wollten. Der von der Gemeinde vorgelegte Satzungsentwurf enthalte das mindeste an Möglichem. Zugleich nahm Jüris die Politik in die Pflicht, einen Jugendbeirat ernst zu nehmen und die Mitglieder zu unterstützen.