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K5 in Alfter: Anwohner ärgern sich über Verkehr - Autos sind zu schnell unterwegs

Zu schnell und zu gefährlich : Anwohner ärgern sich über Verkehr auf der K5 in Alfter

Zu schnelle Autos, zu schwere LKW, zu wenig Platz für Radfahrer: Die Alfterer ärgern sich über den Verkehr auf der K5. Die Kreisverwaltung sieht jedoch keinen Handlungsbedarf.

Die Szene ereignete sich wie bestellt. Zwei Frauen radeln auf dem Bonner Weg aus Alfter-Ort hinaus. Von hinten nähert sich ein Auto, ganz nah fährt es an den beiden Radlerinnen vorbei, auf gleicher Höhe gibt der Fahrer Gas, setzt  sich vor die Frauen und saust in Richtung Bonn, während diese über ihn schimpfen. Wer Anwohnern zuhört, erfährt, dass Verkehrsprobleme und brenzlige Situationen keine Einzelfälle sein sollen. Da der Bonner Weg Teil der Kreisstraße 5 ist, haben Anwohner nun den Rhein-Sieg-Kreis eingeschaltet. Zudem hatten sie, ganz im Zeichen der nahenden Wahl, Politiker in Mannschaftsstärke zum Ortstermin eingeladen.

■ Die Probleme: Innerorts gelte auf dem Bonner Weg Tempo 50, außerorts Tempo 70, sagte Anwohner Klaus Neldner von der  Bürgerinitiative für eine Verkehrsentlastung von Alfter beim Ortstermin. Er beobachte aber oft, dass Autos auch im Ort mit 70 oder 80 Stundenkilometern unterwegs sind. Ein weiteres Problem sei der Lkw-Verkehr. Zwar sei die Straße für Fahrzeuge mit einem Gesamtgewicht von mehr als fünf Tonnen gesperrt, dies werde aber nicht selten missachtet. Seit 24 Jahren lebt Neldner, der bei der Kreistagswahl für die Freie Unabhängige Wählergemeinschaft (FUW) Rhein-Sieg kandidiert, am Bonner Weg. „Es wird immer schlimmer. Der Verkehr wird immer mehr“, sagte er.

Andere Anwohner sprachen von ganzen Sattelzügen auf der Durchfahrt und  von Motorradfahrern, die mit 100 bis 120 Stundenkilometern unterwegs seien. „Radfahren auf dem Bonner Weg ist lebensgefährlich“, meinte eine Anwesende. Kritisiert wurde auch, dass in Alfter Baugebiete, unter anderem am Hang,  geschaffen würden, ohne den damit verbundenen Verkehrsfluss zu regeln. Neldner sagte, dass man schon einen Vorschlag formuliert habe: eine weitere bauliche Einschränkung auf der Straße, um den Verkehr zu bremsen.

Foto: Grafik

■ Die Politik: Die anwesenden Kreis- und Ortspolitiker hatten wohl nicht damit gerechnet, dass sie am Bonner Weg eine Art Podiumsdiskussion erwartet. Letztlich fanden sich Kreistagsmitglieder von FDP und Grünen, die Landratskandidaten von SPD und Linken sowie die drei Alfterer Bürgermeisterkandidaten Rolf Schumacher (CDU), Hans G. Angrick (SPD) und Sandra Semrau (Freie Wähler Alfter) ein wenig überrumpelt an Stehtischen wieder und mit den Fragen einer Moderatorin konfrontiert. Die Bürgermeisterkandidaten betonten die Notwendigkeit, den öffentlichen Personennah- und Radverkehr zu stärken, um Menschen zum Umstieg zu bewegen. „Wir werden dafür werben müssen, das Auto stehenzulassen“, sagte Semrau. Schumacher sagte zu, die Probleme mit dem Kreis zu erörtern. Angrick meinte, ob nicht weniger das Tempo der Fahrzeuge das Problem sei, sondern vielmehr deren Lärm. Vielleicht müsste der Straßenbelag verbessert werden. Alle drei sprachen sich gegen eine weitere Hangbebauung aus.

■ Das sagt der Kreis: Antonius Nolden von der Pressestelle der Kreisverwaltung verweis auf Anfrage auf Verkehrserhebungen, die Anfang Juni auf dem Bonner Weg durchgeführt wurden. Geschwindigkeistmessungen hätten keine Auffälligkeiten ergeben, und seit 2017 habe es laut Polizei dort keine Unfälle gegeben, die unmittelbar aus zu hohem Tempo resultierten. Der Kreis sehe daher keinen Handlungsbedarf – zumal es am Ortseingang eine Fahrbahnverengung gebe sowie im weiteren Verlauf Parktaschen, die „in beiden Fahrtrichtungen ebenfalls ein aufmerksames und rücksichtsvolles Fahrverhalten verlangen“.