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Hochwasserschutz in Bornheim: Kampf gegen die Wassermassen nach Unwettern

Hochwasserschutz in Bornheim : Kampf gegen die Wassermassen nach Unwettern

Die Gemeindeverwaltung in Alfter will die Maßnahmen zum Schutz vor Hochwasser in die Hände eines Fachingenieurs legen. Dabei liegt der Schwerpunkt auf Alfter-Ort.

Gut möglich, dass bald ein Experte für Hochwasserschutz ein Büro im Alfterer Rathaus bezieht. Wie Bürgermeister Rolf Schumacher auf GA-Anfrage sagte, laufe aktuell das Bewerbungsverfahren für die von der Gemeindeverwaltung geplante Stelle. Diese war Teil der Beratungen für den im Frühjahr beschlossenen Doppelhaushalt 2017/18.

Wie berichtet, möchte die Gemeindeverwaltung durch einen Fachingenieur die Maßnahmen zum Schutz gegen Wassermassen in eine koordinierende Hand legen. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf Alfter-Ort. Zur Sicherung des Orts bei unterwetterartigen Regenschauern gibt es etwa den Entlastungsgraben vom Schlossweg bis zur Stadtbahnlinie 18 sowie das erweiterte und modernisierte Regenrückhaltebecken am Stühleshof. Allerdings braucht der Ortsteil nach Ansicht von Experten noch mehr: drei weitere Regenrückhaltebecken sowie ein Bündel kleinerer Maßnahmen.

Vollgelaufene Keller und überflutete Straßen

In der Vergangenheit mussten Alfterer immer wieder mit den Folgen von Unwettern und Regengüssen kämpfen. Etwa am letzten Juli-Wochenende des Jahres 2008. Damals liefen zahlreiche Straßen und Keller voll. Oder im Mai 2012, als die Kreisstraße 12 n teilweise überflutet war. Ende Juni 2013 war vor allem die Kronenstraße betroffen. In deren Senke sammelten sich nach einem Starkregen die Wassermassen. Für das gesamte Gemeindegebiet liegt ein umfangreicher Maßnahmenkatalog zum Hochwasserschutz vor. Darunter fallen Vorgaben für Baugebiete, Informationsmaterial für die Bürger und regelmäßige Kontrollen des Hardtbachs sowie des Alfterer-Bornheimer Bachs, verbunden mit Renaturierungsmaßnahmen.

Erst kürzlich hat die Gemeindeverwaltung auf ihrer Internetseite nochmals vor den Gefahren durch Unwetter gewarnt: „Starkregenereignisse haben in den letzten Jahren oft das Wettergeschehen in den Sommermonaten mitbestimmt.“ Im Gegensatz zu Dauerregen trete Starkregen meist räumlich begrenzt auf und sei schwer vorherzusagen. „Während es in einem Ortsteil wie aus Kübeln gießt, kann es einen Kilometer entfernt trocken bleiben“, so die Verwaltung. Für das Gemeindegebiet Alfter habe die Bezirksregierung Köln für den Alfterer-Bornheimer Bach und den Hardtbach Hochwassergefahren- und Hochwasserrisikokarten erstellt. Auf diesen sei erkennbar, für welche Grundstücke besondere Gefahren bestünden. Die Karten sind, ebenso wie eine Broschüre mit Tipps für die Bürger auf der Internetseite der Gemeinde, www.alfter.de (unter „Gemeinde“, „Abwasserwerk“, „Hochwasserschutz“) abrufbar.

Bornheimer haben umfangreiche Studie erstellen lassen

Hinweise zum Schutz vor Hochwasser hält auch die Nachbarstadt Bornheim auf www.bornheim.de bereit. Die entsprechenden Broschüren können Bürger zudem kostenfrei am Umwelttelefon (0 22 22/94 53 10) anfordern. Mit Blick auf Maßnahmen, die die Stadt unternimmt, um ihre Bewohner vor Starkregen und Überflutungen zu schützen, verweist Bürgermeister Wolfgang Henseler auf das Konzept zur „Integrierten Hochwasservorsorge“.

Dazu hatte ein Ingenieurbüro im Auftrag der Stadt vor zweieinhalb Jahren in einer umfangreichen Studie berechnet, an welchen Stellen die größten Gefahren durch überlastete Gewässer (Hochwasser) und Kanäle (Überflutungen) drohen. Dabei ermittelten die Fachmänner 36 Überflutungsschwerpunkte, die der Stadtbetrieb Bornheim (SBB) in einem Zeitraum von etwa zehn Jahren nach und nach in Detailanalysen näher von den Ingenieuren untersuchen lassen will, um konkrete Maßnahmen treffen zu können.

Aktuell laufen Arbeiten an der Pappelstraße

Seit knapp zwei Jahren läuft bereits eine groß angelegte Optimierung der Entwässerung in Hemmerich, Kardorf und Waldorf. So wurde der Abwasserkanal in der Jennerstraße erneuert, und an der Pappelstraße (L 183) sind derzeit ebenfalls Arbeiten am Kanal sowie für einen neuen Regenüberlauf sichtbar. Dieser soll bei stärkeren Regenfällen überschüssiges Regen- und Abwasser in das Regenrückhaltebecken am Dorner Kuhlweg leiten. Dieses soll laut SBB wiederum so stark vergrößert werden, dass es mit 9000 Kubikmetern künftig drei Mal so viel Wasser wie bisher aufnehmen kann.