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Kommunalwahl: Die Ziele der Alfterer Parteien

Kommunalwahl : Die Ziele der Alfterer Parteien

Sechs Parteien und Wählergemeinschaften werben um die Stimmen der Alfterer Wahlberechtigten bei der Kommunalwahl. Neulinge treten nicht an.

Der General-Anzeiger hat die Alfterer Parteien und Wählergemeinschaften um eine kurze Darstellung ihrer Positionen zur Kommunalwahl gebeten:

■ CDU:  Die Union möchte den dörflichen Charakter der Gemeinde Alfter erhalten. Lebenswerte Umwelt, attraktiver Wohnraum, gute Infrastruktur und ein familienfreundliches Umfeld prägten den Ort, deshalb will die CDU das reichhaltige Kultur-, Brauchtums- und Sportangebot fördern. Weiter auf der Agenda stehen: die Sicherung der Qualität und der Ausbau der mehr als 1000 Betreuungsplätze für Kinder, der Ausbau der mehr als 500 geschaffenen Plätze im offenen Ganztag an den Grundschulen sowie seniorengerechte Wohn- und Pflegeeinrichtungen. Des Weiteren will die CDU die Zukunft für Unternehmen und Beschäftigung vor Ort sichern und daher die Gewerbegebiete Alfter-Nord und Witterschlick-Nord sowie das leistungsfähige Internet ausbauen. Weitere Themen der CDU sind: Umwelt- und Klimaschutz konkret umsetzen, bezahlbaren Wohnraum schaffen und Lebensqualität sichern, die Unterstützung der Freiwilligen Feuerwehr mit neuen Gerätehäusern sowie die Verkehrsinfrastruktur der Gemeinde verbessern  und die Mobilitätswende schaffen.

■ Grüne: Die Grünen wollen Klima und Umwelt schützen. Sie fordern den konsequenten Vorrang für den Klimaschutz und wollen die biologische Vielfalt der wertvollen Natur- und Kulturlandschaft fördern. Weiter wollen die Grünen die Verkehrswende mit mehr Mobilität, Sicherheit und Lebensqualität. So sollen die Ortskerne von Verkehr entlastet, der Radverkehr endlich sicherer und attraktiver gemacht sowie das Angebot im ÖPNV verbessert werden. Ebenso soll es kein blindes Wachstum Alfters  geben, sondern eine durchdachte Weiterentwicklung für bezahlbaren Wohnraum, höhere Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum und mehr attraktive Angebote für Handel und Freizeit. Im Bereich Bildung soll die Infrastruktur ausgebaut und modernisiert werden. Die Grünen wollen den Kita- und OGS-Ausbau weiter voranbringen, für eine öffentliche Gesamtschule kämpfen und die digitale Bildung in den Schulen stärken.

■ SPD: Die Sozialdemokraten wollen die Gemeinde Alfter als lebens- und liebenswerte Heimat erhalten und weiterentwickeln. Sie wollen sich darum kümmern, wie Alfter in der nahen und mittleren Zukunft aussehen soll. Der Klimawandel mit seinen Auswirkungen werde viele Aktivitäten kommunalen Handelns für Jahrzehnte prägen, so die SPD. Seine negativen Folgen will man begrenzen und ­­solidarisch abfedern. Folgenden Bereichen räumen die Sozialdemokraten dabei Priorität ein: Wohnen und Leben mit der Schaffung bezahlbaren Wohnraums durch den Bau öffentlich geförderter und gemeindeeigener Wohnungen, aber auch der Wirtschaft mit  mehr und besseren Arbeitsplätzen, besonders in den Bereich IT und Wissenschaft – gegebenenfalls in Zusammenarbeit mit Hochschulen. Familien sollen im Bildungsbereich durch eine staatliche Schule bis zum Abitur unterstützt werden. Klimagerechte Mobilität soll mit einer intelligenteren Nutzung vorhandener Infrastruktur und gleichberechtigter Berücksichtigung von Fuß-, Rad- und Autoverkehr erfolgen.

■ Freie Wähler Alfter: Folgende Aspekte sind der Wählergemeinschaft wichtig: eine transparente Verwaltung und stärkere Bürgerbeteiligung, die Konsolidierung des Gemeindehaushaltes durch wirksame Steuerung und ohne ständige Steuererhöhungen, eine maßvolle und bedachte Siedlungsentwicklung ohne überdimensionale Wohn- und Gewerbegebiete, den Schutz von Klima, Umwelt und Natur durch Entwicklung wirksamer Strategien, die Schaffung notwendiger Infrastruktur, zum Beispiel mit sanierten Straßen, seniorengerechten Wohnangeboten und der Gründung einer weiterführenden Schule. Dazu kommen der leichtere Umstieg auf Radwegenetz und ÖPNV durch bessere Angebote, die Stärkung von Familien und Förderung des Zusammenlebens aller Menschen nach ihren Möglichkeiten durch Inklusion, der Erhalt der Kulturlandschaft und der landwirtschaftlichen Strukturen sowie Pflege des dörflichen Charakters und des Brauchtums.

■ FDP: Die Freien Demokraten haben folgende Punkte auf der Agenda: den Ausbau von Kitas und Schulen mit flexiblen Betreuungsangeboten, die Errichtung einer weiterführenden Schule in Trägerschaft der Gemeinde sowie eine innovative und umweltfreundliche Mobilität mit Investitionen in Straßen, Radwege und ÖPNV. Ebenso soll es schnelles Internet überall geben, verbunden mit dem digitalen Rathaus und der längst überfälligen Digitalisierung der Schulen. Weiter setzt sich die FDP für generationengerechte Finanzen und eine starke Wirtschaft ein.  Der Schuldenstand der Gemeinde soll verringert werden, es soll keine weitere Anhebung der Grund- und Gewerbesteuer geben. Weiter wollen die Liberalen bezahlbaren Wohnraum schaffen. Die Hälfte des Baulands soll unter Anwendung sozialer Kriterien vergünstigt abgegeben, die andere Hälfte frei verkauft werden, um Folgekosten der Neubaugebiete zu finanzieren. Nicht zuletzt sollen die Inklusion gelebt  und pflegende Angehörige durch ein erweitertes Angebot gestärkt werden.

■ UWG: Die UWG betont, keine  Partei und daher nicht an Parteizwänge gebunden zu sein. Einen Schwerpunkt legt die UWG auf die Finanzen. Sie erklärt, dass sich Alfters Verschuldung von 2017 bis 2019 mehr als verdoppelt hat. Die UWG warnt bei Großprojekten immer wieder vor ausufernden Kosten, ohne im nächsten Moment wieder Millionenausgaben auf Pump zu fordern. Des Weiteren stellt die UWG die Frage, ob Alfter zwei weiterführende Schulen braucht. Die Wählergemeinschaft erinnert daran, dass die Freien Christlichen Schulen Bonn/Rhein-Sieg seit Jahren einen Schulcampus in Oedekoven bauen wollen. Das wäre für Alfter kostenlos, werde aber von Rat und Verwaltung systematisch torpediert, so die UWG. Weiter hinterfragt sie Millionen-Investition in die Umgestaltung des Herrenwingert in Alfter-Ort. Anfangs sei es nur um eine Million Euro für die marode Turnhalle gegangen, dann um Fördergelder für ein 15-Millionen-Euro-Konzept, so die UWG weiter. Die Förderung sei aber nicht gekommen.