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Kommunalwahl: SPD-Mann Hans G. Angrick will Alfterer Bürgermeister werden

Kommunalwahl in Alfter : SPD-Mann Hans G. Angrick will Alfterer Bürgermeister werden

Alfters SPD-Bürgermeisterkandidat Hans G. Angrick war früher Bonner. Dann wurde er Alfterer, ohne dafür umziehen zu müssen.

Geboren wurde Hans G. Angrick als Bonner, als Junge zog er mit seiner Familie nach Alfter um – allerdings ohne dafür den Wohnort zu wechseln.  Im Zuge der Kommunalreform im Jahr 1969 kam nämlich das Viertel, in dem Angrick wohnt, zur neu geschaffenen Gemeinde Alfter. Bei der anstehenden Kommunalwahl will Angrick nun den Chefsessel in deren Rathaus erobern.

Der gelernte Postler und staatlich geprüfte Betriebswirt tritt für die SPD an, deren Vorsitz er seit 2017 innehat. Die Entscheidung zur Kandidatur sei privat – der 56-Jährige ist verheiratet und hat eine erwachsene Tochter aus erster Ehe – beruflich und natürlich parteiintern umfassend abgewogen worden. „Ich fühle mich fit für den Job und den Wahlkampf“, betont Angrick.

Nicht mit Kugelschreibern ködern

Zeit dafür hat er auch. Seit einem Jahr ist er Pensionär im sogenannten engagierten Ruhestand. Das bedeutet, dass er innerhalb von drei Jahren nun 1000 Stunden ehrenamtliche Arbeit leisten muss, um keine Pensionsabzüge zu bekommen. So will er als zweiter Vorsitzender der Alfterer Arbeiterwohlfahrt (Awo) unter anderem eine Sozialberatung und ein Repaircafé installieren.

Zunächst aber gilt es, einen Wahlkampf zu führen. Und das dezidiert mit Inhalten, wie Angrick im Gespräch betont. Schon vor der Corona-Pandemie hätten die Sozialdemokraten entschieden, nicht etwa vor Supermärkten mit Gratis-Kugelschreibern und Flugblättern auf Stimmenfang zu gehen, erläutert er. Vier Hauptthemen wurden formuliert: Wohnen und Leben mit dem Fokus auf bezahlbarem Wohnraum, Mobilität mit der Bekämpfung der Verkehrsprobleme, den Bildungsstandort mit der Schaffung einer weiterführenden Schule in Alfter und die Wirtschaftsförderung. Er wolle etwa eine Start-up-Kultur etablieren, zum Beispiel in Zusammenarbeit mit der Alanus Hochschule, sagt Angrick.

Es gelte, die Gemeinde zu entwickeln, meint er, aber auch darauf vorzubereiten, vielleicht eine Stadt zu werden. Das wäre zwar mit mehr Ausgaben, aber auch mit einem höheren Gestaltungsspielraum verbunden, erklärt er. Ob nun Gemeinde oder Stadt, Angrick sieht sich, aufgrund seiner beruflichen Erfahrung, als wesentlich besseren Projektmanager als Amtsinhaber Rolf Schumacher.

Projekte bei der Post gemanagt

So ist er etwa davon überzeugt, das integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept zur Umgestaltung des Herrenwingert besser hinzubekommen. Erfahrungen mit langwierigen Projekten kann Angrick nachweisen. So hat er zwischen 1992 und 1996 die Umstellung bei der Post auf die heute bestehenden großen Briefzentren begleitet. Gefragt nach seinen kommunikativen Fähigkeiten, bezeichnet sich Angrick als jemand, der gut streiten kann, aber auch die Kompromissfähigkeit zu schätzen weiß. Von einem Kompromiss müssten aber alle etwas haben, betont der Oedekovener. Nicht nur die, die ihn aushandeln, sondern auch die davon Betroffenen. Als Bewohner der Grenze zwischen Bonn-Duisdorf und Alfter-Oedekoven weiß Angrick um die Wichtigkeit interkommunaler Zusammenarbeit. Etwa im Bereich der Bildung, weil, so Angrick, „Alfterer Kinder auf Bonner oder Bornheimer Schulen gehen“, oder bei Verkehrsproblemen. Er erklärt: Wenn der Tausendfüßler in Bonn saniert werde, saufe man in Alfter ob des umgelenkten Verkehrs ab. „Wir müssen uns als eine Region begreifen“, sagt der Kommunalpolitiker.

Zu Familie und Politik kommt die Musik. „Blues ist der Soundtrack meines Lebens“, erläutert Angrick, der selbst Gitarre und Saxophon spielt. Würde er zum Bürgermeister gewählt, würde er sich zuerst den Mitarbeitern der Gemeinde vorstellen. Auf die komme es schließlich an, betont er. Im Anschluss würde er sich lange mit dem Kämmerer zusammensetzen, um einen tiefen Einblick in Alfters Finanzlage zu bekommen. Transparenz sei hier sehr wichtig, findet Angrick. „Die Leute müssen wissen, wo Alfter steht.“