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Straßensanierung: Kritik an Plänen für die L113 in Alfter

Straßensanierung : Kritik an Plänen für die L113 in Alfter

Die Alfterer Politiker haben die ersten Pläne zum Ausbau der Landesstraße 113 teils heftig kritisiert. Das hat vor allem mit dem Radverkehr zu tun.

Mit teils heftiger Kritik hat die Alfterer Kommunalpolitik auf die ersten Entwürfe zur Sanierung der Landesstraße 113 zwischen Alfter-Ort, Gielsdorf und Oedekoven reagiert. Wie berichtet, soll die Straße ausgebessert und ausgebaut sowie infolgedessen von einer Landesstraße zu einer Kreisstraße herabgestuft werden. Der Rhein-Sieg-Kreis will die Verbindung sanieren, das Land das Geld dafür zur Verfügung stellen.

Nun hatte Marion Kröll vom Ingenieurbüro „Boos und Kröll“ die Entwürfe für die L113-Abschnitte Alfterer Straße, Gielsdorfer Weg, Pelzstraße und Stühleshof bis zur Haltestelle der Linie 18 im Ausschuss für Gemeindeentwicklung vorgestellt. Mehrmals betonte sie, dass es sich um erste Pläne handele. „Details sind nicht ausgearbeitet“, so Kröll.

Alfterer Straße und Gielsdorfer Weg sollen eine sechs Meter breite Fahrbahn erhalten. Innerorts sollen Gehwege ausgebaut werden und Radfahrer auf der Straße fahren. Außerorts sind kombinierte Fuß- und Radwege vorgesehen. Die Pelzstraße sei nicht sanierungsbedürftig, so Kröll. Der Stühleshof soll ebenfalls eine sechs Meter breite Fahrbahn und beid- beziehungsweise einseitige Gehwege erhalten – letzteres an den Stellen, an denen sich die Stützmauern entlang der Straße befinden. Auf der Fahrbahn soll alternierendes Parken möglich sein.

„Eine Mischung aus enttäuscht und entsetzt“

Zwar wurde aus den Reihen der Politik die Sanierung grundsätzlich begrüßt, die Wegeführung für Radfahrer aber angegriffen. Schließlich müssten diese, den Plänen nach, mehrfach zwischen Fahrbahn und Radweg beziehungsweise zwischen den Straßenseiten wechseln. Das könne aber nicht sein, meinte Barthel Schölgens (CDU) und betonte: „Wir müssen uns etwas überlegen.“ Thomas Klaus (SPD) wurde deutlicher. Die Planung sei an manchen Stellen „wirklich katastrophal“, sagte er. Es sei „höchst gefährlich“, wenn Radfahrer von Oedekoven nach Alfter dreimal die Straße queren müssten.

Michael Schroerlücke (Grüne) meinte, bei ihm herrsche ob der vorliegenden Planung „eine Mischung aus enttäuscht und entsetzt“ vor. Es fehle jedes Konzept für Radfahrer. Sandra Semrau (Freie Wähler) griff die Aussage von Ingenieurin Kröll auf, dass es sich ja nur um erste, grobe Entwürfe handele. Es sei aber klar, dass das Problem der Radwege angegangen werden müsse, so Semrau. Paul Breloh (FDP) forderte, dass Radverkehr in beiden Richtungen vernünftig möglich sein müsse.

Bauarbeiten könnten 2020 beginnen

Obgleich die Frage der Sanierung eine Sache zwischen Land und Kreis ist, muss Alfter ebenfalls Geld in die Hand nehmen. Thomas Fink, Leiter des Fachbereichs Infrastruktur bei der Gemeinde, erinnerte daran, dass der Rhein-Sieg-Kreis innerorts nur für die Fahrbahn zuständig ist. Wenn innerorts Geh- und Radwege ausgebaut oder angelegt werden sollen, muss die Gemeinde das bezahlen. Aufgrund der Beitragssatzung müssten sich auch die Anlieger daran beteiligen. Zu den Gesamtkosten für die Sanierung der L113 konnte Kröll nichts sagen. Die Kostenermittlung sei durch den Kreis nicht freigegeben.

Letztlich beschloss der Ausschuss einstimmig die Feststellung, dass in der weiteren Planung insbesondere die Sicherheit von Fußgängern und Radfahrern berücksichtigt werden soll. Was mit der Straße passiert, ist aber Sache des federführenden Kreises. Die Gemeinde hat kein Mitspracherecht. Man könne froh sein, überhaupt eingebunden zu werden, meinte Fink. Laut Kröll könnten die Arbeiten 2020 in einem ersten Bauabschnitt beginnen.