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Hochspannungsleitungen: Neue Strommasten gehen im Dezember ans Netz

Hochspannungsleitungen : Neue Strommasten gehen im Dezember ans Netz

Die Arbeiten an den Hochspannungsleitungen an der K 12 n in Oedekoven sind fast beendet. Die Masten stehen, Behelfskonstruktionen zur Erleichterung der Arbeiten werden nach und nach abgebaut und sind kaum noch zu sehen, Straßen und Parkplätze sind wieder ohne Absperrungen frei zugänglich.

"Auch wenn wir ein wenig in Verzug geraten sind, so wollen wir doch unsere neugebauten Strommasten im Dezember in Betrieb nehmen", sagte Christopher Jagielski, zuständig für die Bauaufsicht des Netzbetreibers Amprion, dem General-Anzeiger.

Damit ist der zweite von drei Bauabschnitten in der Region, zwischen Weißenthurm bei Koblenz und Sechtem, fertig. 85 Millionen Euro nimmt Amprion für den Ausbau dieser 60 Kilometer langen Trasse in die Hand. 90 neue Masten wurden installiert.

Nicht ganz einfach ist die Verlegung der Leitungskabel, müssen doch die 25 bis 30 Monteure dies alles per Hand erledigen. Zunächst wird auf einer Höhe von bis zu 70 Metern ein leichtes Perlonseil als sogenanntes Vorseil durch die am Mast hängenden Laufrollen gezogen. Danach wird ein Stahlseil am Mast befestigt. Mit dem Vorseil werden Zug- und Spulmaschinen, die in einer gewissen Entfernung zueinander stehen, miteinander verbunden. Das Stahlseil wiederum ist mit dem Leitungskabel in einer Art "Strumpf" verbunden und zieht per Maschine das Kabel hoch.

Die Höhe der Leitungskabel ist noch nicht endgültig. "Denn erst müssen die Seile die nächsten zehn Tage 'ruhen', um sich auszuhängen. Erst dann wird das Kabel auf Höhe, nach einer vorgegebenen Norm, gebracht", erklärte Jagielski. Der Neubau der Masten und Leitungen im zweiten Bauabschnitt ist nur ein kleiner Teil des Gesamt-Neubauprojekts von Amprion. Insgesamt baut das Unternehmen rund 800 Kilometer Netz in Deutschland, von Nord nach Süd, aus. Dann soll die gesamte Leitung als sogenannte HGÜ-Leitung (Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung) benutzt werden.

So kann dann die eine Seite als Wechsel-, die andere als Gleichstrom benutzt werden. Jagielski: "Von Schleswig-Holstein Richtung Süden wird dies die Hauptstromautobahn, an die die Windparks des Nordens angeschlossen werden." Die neuen Gestänge werden künftig vier Stromkreise mit Spannungen von jeweils 380 und 110 Kilovolt haben. Einige der künftig nicht mehr nötigen Strommasten wurden bereits demontiert. So die 110 Kilovolt-Leitungen. "Und mit den 220 Voltleitungen fangen wir in den nächsten drei Wochen an. Besonders mit denen, die uns im Wege stehen. Alle anderen werden demontiert, wenn der Frost da ist. Denn dann ist es einfacher mit den Kränen an die Masten heranzufahren."

Von den bisherigen drei Gestängen unterschiedlicher Spannungsebenen bleiben künftig nur noch zwei übrig. Im März 2014 sollen die Arbeiten spätestens abgeschlossen sein. Ein Jahr dauerte dann der Netzausbau zwischen Koblenz und Sechtem. Im April 2012 begannen die ersten Arbeiten mit dem Auslegen der Fundamente. Provisorische Masten wurden aufgestellt, um die bestehende Stromversorgung zu sichern. "Da wir inmitten einer bestehenden Trasse gebaut haben, war es besonders schwierig, da der Strom weiterfließen musste", so Jagielski. Wenn der Netzausbau bis Sechtem abgeschlossen ist, startet der Baustellen-Kontrolleur des Dortmunder Unternehmens mit dem dritten Bauabschnitt in der Region, der von Sechtem bis Rommerskirchen führt.