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Bahnverkehr: Neue Züge auf Voreifel-Strecke

Bahnverkehr : Neue Züge auf Voreifel-Strecke

Erste "Vareo"-Fahrten im regulären Betrieb der RB 23. Beschwerden von Fahrgästen halten an.

Auf der Linie RB 23 (Voreifelbahn) kommen jetzt die ersten neuen Züge im regulären Verkehr zum Einsatz..

Wie ein Sprecher der Deutschen Bahn (DB) auf GA-Anfrage sagte, verkehre seit Montag ein neuer Zug "im Probebetrieb mit Passagieren" zwischen Euskirchen und Bad Münstereifel. Ab Sonntag soll er dann auch bis Bonn fahren. Zwei weitere neue Fahrzeuge sollen wiederum ab kommenden Montag eingesetzt werden.

Die neuen Züge mit dem Namen "Vareo" kommen erst verspätet auf die Schiene. Nach und nach sollen sie bis zum Jahresende bereitstehen. Grund für die Verzögerung ist, dass der Hersteller Alstom aufgrund von Mängeln nacharbeiten musste. Ursprünglich sollten die 56 bestellten "Vareos" bereits zum Fahrplanwechsel Ende 2013 im sogenannten Kölner Dieselnetz fahren.

Aufgrund der Verzögerung und der Tatsache, dass die vorhandenen Bestandsfahrzeuge peu à peu zu regulären Untersuchungen in die Werkstätten müssen, kommt es aktuell auf der RB 23 vermehrt zu Einschränkungen. Fahrgäste berichten von verkürzten Zügen und kompletten Ausfällen.

Seit dem 16. April sei er von gleich sieben Zugausfällen betroffen gewesen, sagt etwa Ralf Breuer aus Alfter, der die Strecke seit Jahren täglich nutzt. "Dabei fielen zweimal gleich zwei aufeinanderfolgende Züge aus." Auch der Alfterer Ralf Manns, regelmäßiger Bahnkunde, kann von vielen Verspätungen berichten - auch auf der Linie RB 30 (Bonn - Ahrbrück), die ebenfalls zum Kölner Dieselnetz gehört.

Auf GA-Anfrage bestätigt die Deutsche Bahn zwei Zugausfälle auf der RB 23 am 15. Mai - durch einen Getriebeschaden sowie durch einen Unfall am Bahnübergang in Bad Münstereifel-Iversheim. "Aus der Sicht des Kunden wäre es wichtig, dass die DB Regio offensiv mit der Problematik umgeht und die Fahrgäste umfassend informiert", sagt der Alfterer Kreistagsabgeordnete Oliver Krauß (CDU), der auch stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender des Nahverkehrs Rheinland (NVR) ist.

Als Aufgabenträger bestellt der NVR die Leistungen im Schienenpersonennahverkehr bei der Deutschen Bahn. Die Erfahrung zeige, dass das Verständnis weitaus höher sei, wenn über die Ursachen und über die eingeleiteten Maßnahmen zur Problembehandlung informiert werde, so Krauß weiter. Das Bemühen der DB, "schnellstmöglich die vorgeschriebenen Inspektionen durchführen zu lassen", sei aber erkennbar.

Ralf Manns berichtet von einem weiteren Vorfall: Kürzlich habe ein Zug in Alfter-Impekoven den Bahnübergang bei offener Schranke passiert, kurz zuvor seien noch Autos über die Schienen gefahren.

Nach DB-Angaben werde die Schrankenanlage aufgrund des Ausbaus der RB 23 nachts abgeschaltet. Bevor sie hochgefahren werden könne, müsse der erste Zug morgens vor den Übergängen halten, ein Pfeifsignal abgeben und im Schritttempo weiterfahren. "Das ist ein zugelassenes Verfahren", so ein DB-Sprecher.

Kölner Dieselnetz

Zum Kölner Dieselnetz gehören unter anderem die Linien RB 23 (Bonn - Euskirchen - Bad Münstereifel), RB 25 (Köln-Hansaring - Gummersbach - Marienheide - Meinerzhagen), RE 12 (Köln Messe/Deutz - Euskirchen - Gerolstein - Trier), RE 22 (Köln Messe/Deutz - Euskirchen - Gerolstein) und RB 30 (Bonn - Ahrbrück).

Die Zweckverbände Nahverkehr Rheinland (NVR), der Schienenpersonennahverkehr Rheinland-Pfalz Nord (SPNV Nord) und der Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) hatten den Betrieb des Netzes für 20 Jahre an die Deutsche Bahn vergeben.