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Neubaupläne der Freien Christlichen Schulen: Politik beschließt Konzept für Campus in Oedekoven

Neubaupläne der Freien Christlichen Schulen : Politik beschließt Konzept für Campus in Oedekoven

Die Realisierung der 30 Millionen Euro teuren frei-christlichen Gesamtschule rückt näher. Der Alfterer Ausschuss für Gemeindeentwicklung gab grünes Licht für eine Planvariante. Nun geht es um Details. Nach den Sommerferien entscheidet die Politik abschließend.

Die Freien Christlichen Schulen Bonn/Rhein-Sieg (FCSB) sind ihrem Ziel, einen Schulcampus in Oedekoven zu bauen, einen kleinen Schritt näher gekommen. Bei vier Gegenstimmen von den Grünen und einer Enthaltung aus den Reihen der CDU legte sich der Alfterer Ausschuss für Gemeindeentwicklung am Donnerstagabend auf eine Variante für den Campus am Hang oberhalb des Gewerbegebiets fest.

So soll auf dem Baufeld A (siehe Grafik) die Gesamtschule mit drei Vollgeschossen zur Straße und zwei Geschossen zur Wohnbebauung hin entstehen. Auf Baufeld C soll die Vierfachturnhalle gebaut werden. Baufeld B soll für Parkplätze dienen. Zuvor wurde erneut teils emotional über das 30-Millionen-Euro-Projekt der staatlich anerkannten Privatschule diskutiert.

Auch die Bedenken der Bürger wurden erneut deutlich. Ein Dutzend Oedekovener war zur Sitzung gekommen, teils mit Protestplakaten gegen das Bauprojekt ausgestattet. Die Kritik vor allem an der bisherigen Dimension des Gesamtschulgebäudes und am befürchteten Verkehrschaos führte bekanntlich dazu, dass die FCSB ihr Projekt abgespeckt haben: Die Gesamtschule wird nun kleiner; sie ist für 780 statt für 825 Schüler ausgelegt. Die geplante Kita fällt ganz weg.

Bedenken der Bürger wurden einbezogen

Das nun von der Politik festgelegte Plankonzept war eine von drei Varianten, zwischen denen die Ausschussmitglieder entscheiden sollten. Die Varianten unterschieden sich in der Gestaltung der Gesamtschule – mal mit einem, mal mit zwei Gebäuden, mal beide Gebäude auf Baufeld A, mal auf Baufeld A und B verteilt.

„Mit Variante eins können wir gut leben“, sagte CDU-Fraktionsvorsitzender Barthel Schölgens. Er sei dankbar, dass ein Großteil der Vorschläge und Bedenken der Bürger einbezogen worden sei. Mit dem Campus werde das Schulangebot in Alfter deutlich verbessert, befand er weiter.

Monika Rudeloff (FDP) sprach sich ebenfalls für Variante eins aus. „Die weitere Zustimmung wird die FDP aber davon abhängig machen, ob der zusätzliche Verkehr bewältigt werden kann“, betonte sie. Auch forderte Rudeloff, dass im Bebauungsplan die maximale Höhe des Gesamtschulgebäudes festgehalten wird.

„Für die Bürger lohnt es sich, ihren Willen zu formulieren“, stellte Sandra Semrau (Freie Wähler) fest. Zugleich lobte sie das Beteiligungsverfahren, in dem es zwei Bürgerversammlungen gegeben hatte (der GA berichtete). Semrau forderte erneut, die Standorte von Gesamtschulgebäude und Turnhalle zu tauschen, damit der Abstand zwischen Schule und Wohnbebauung größer ist.

Verkehrsgutachten ist noch nicht abgeschlossen

Der externe Stadtplaner Ulrich Faßbinder wies darauf hin, dass Baufeld C höher als Baufeld A liege und die Schule dann deutlicher aus der Landschaft herausrage. „Ich mache gerne einen Ortstermin mit Ihnen“, so Faßbinder weiter. Zum Verkehrsgutachten merkte er an, dass dieses noch nicht abgeschlossen sei. „Der Gebäudetausch ist abgehakt“, meinte Fridhelm Marx (SPD). Und in Richtung Semrau: „Gehen Sie doch hin und schauen es sich an.“ Schölgens hatte ähnliches ausgerufen.

Mit Blick auf den befürchteten Lärm gab Marx zu bedenken, dass eine Turnhalle auch abends genutzt werde, ein Schulgebäude nicht. So verwunderte es nicht, dass Semraus Antrag zum Gebäudetausch keine Mehrheit fand.

Auch Wilhelm Windhuis (Grüne) hatte gefordert, den Tausch zu durchdenken. Ebenso schloss er sich Semraus Ansicht an, dass eine Vierfachturnhalle überdimensioniert sei. Auch die verkehrliche Situation sei unzureichend beschrieben, meinte er. Aus Sicht der Grünen waren letztlich noch einige Fragen offen, etwa zum möglichen Elektrosmog durch die über dem Gebiet verlaufenden Hochspannungsleitungen. „Wir werden keiner Variante zustimmen“, so Windhuis.

Die Vierfachturnhalle können auch Vereine nutzen

Auf die Größe der Turnhalle angesprochen, erläuterte Andreas Wiegel, Vorsitzender des Schulträgervereins, dass eine Vierfachhalle notwendig sei, um allen Schülern ausreichend Sportunterricht zu erteilen. Das sei durchgerechnet, so Wiegel. Zugleich erinnerte er daran, dass auch Vereine die Halle nutzen könnten.

Dass bei Wiegel mittlerweile die Nerven blank liegen, verdeutlichten seine weiteren Ausführungen. Bekanntlich wollen die FCSB in den Schulcampus bauen, weil der Platz auf dem Gelände am Schöntalweg nicht ausreicht. Dort befinden sich eine Grundschule und die Gesamtschule, für die neu gebaut werden soll.

Ihm sei schon „Angst und Bange“, wenn er ans nächste Schuljahr denke, sagte Wiegel. Man müsse Privaträume anmieten und den Sportunterricht auf dem Schulhof abhalten. „Wir arbeiten seit 2015 an dem Projekt“, sagte der Trägervereinsvorsitzende weiter. Es sei ihm unbegreiflich, dass immer wieder versucht werde, das Projekt zu verschlechtern.

Mit dem jetzt gefassten Beschluss werden die Planer weitermachen. Über den Sommer soll das Konzept weiter ausgearbeitet werden. Danach wird es wieder der Politik vorgelegt.