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Ausbau der RB23: Politiker in Alfter fordern Ansprechpartner

Ausbau der RB23 : Politiker in Alfter fordern Ansprechpartner

Wie sehen die Lärmschutzwände aus? Wie oft wird auch nachts gearbeitet? Wird es Fahrradboxen geben? Wie laut wird das Gebimmel der Schranke in Impekoven? Der zweigleisige Ausbau der Bahnlinie zwischen Bonn und Rheinbach ist für die Bürger in der Gemeinde Alfter mit so vielen Fragen verbunden, dass der CDU-Gemeindeverband nicht länger auf eine offizielle Informationsveranstaltung der Bahn warten wollte.

Im Mai soll es soweit sein, doch ein Termin steht dafür bisher nicht fest. Rund 70 Interessierte nutzten daher das Angebot des Gemeindeverbandes, um am Dienstagabend in der Mehrzweckhalle in Impekoven etwas über das Großprojekt zu erfahren und Fragen zu stellen.

"Die Informationsarbeit der Bahn ist etwas zurückhaltend", lautete freundlich formuliert die Begründung des Gemeindeverbandsvorsitzenden Holger Gratz für den Abend, zu dem auch Bürgermeister Rolf Schumacher gekommen war. Grundsätzliche Daten und Fakten lieferte der Alfterer Kreistagsabgeordnete Oliver Krauß.

Als Mitglied im Aufsichtsrat des Zweckverbandes Nahverkehr Rheinland (NVR), der für den Schienenverkehr im Großraum Bonn-Köln-Aachen zuständig ist, kennt er die Ausschreibung für die Baumaßnahmen im Detail. Mit Blick auf die in diesem Jahr und 2014 anstehenden Bauarbeiten möchte Krauß frühzeitig Sorgen und Anregungen betroffener Anwohner und Pendler aufnehmen und den ausführenden Gesellschaften der Bahn zur Klärung übermitteln.

"Wir wollen vor Ort einen Ansprechpartner für die Baumaßnahmen", betonte Krauß auf Nachfragen von Anwohnern, die sich Sorgen wegen der möglichen Lärmbelästigungen machen. Anlieger, die wissen wollen, wann und wie lange der Ahrweg gesperrt wird, und die sich fragen, wie der neue Bahndamm hinsichtlich spielender Kinder gesichert wird. Offen ist auch, wie der neue Haltepunkt an der Straße "Zur Ölmühle" für das Abstellen von Fahrrädern ausgestattet wird und ob die geplanten 24 Park-&-Ride-Plätze ausreichen werden.

Mit Details zu diesen Fragen wird sich laut Bürgermeister Schumacher der Planungsausschuss der Gemeinde vor oder nach den Sommerferien in einer Sondersitzung beschäftigen. Geplant sei, Anträge auf Förderung von Fahrradboxen zu stellen. Die Gemeinde verfüge in der Nähe zudem noch über ein Grundstück, das für weitere Parkmöglichkeiten infrage kommen könnte. Eine Modernisierung der Straße "Zur Ölmühle" sei nicht vorgesehen.

Die Übergänge am Klausenweg in Witterschlick und am Wormshof in Nettekoven werden geschlossen und durch Unterführungen ersetzt. Sie sollen rollstuhl- und rollatorgerecht angelegt werden. Da der Ausbau der Strecke bereits in diesem Jahr auch umfangreiche Baumaßnahmen am Bonner Hauptbahnhof und die beiden neuen Haltepunkte Bonn-Helmholtzstraße und Bonn-Endenich-Nord umfasst, wird es für Pendler ab Sommer zu Einschränkungen im Bahnverkehr kommen, der durch zusätzliche Busse aufgefangen werden soll. Detaillierte Informationen verspricht die Bahn jeweils frühzeitig vor den einzelnen Bauphasen.

Ausbau der RB 23 in Alfter

Die Voreifelbahnstrecke RB 23 wird in diesem und dem nächsten Jahr vier neue Haltepunkte bekommen sowie zwischen Alfter-Witterschlick und Bonn-Duisdorf zweigleisig ausgebaut. Der geplante Haltepunkt in Alfter-Impekoven wird voraussichtlich ab April 2014 entstehen und soll bereits im Dezember in Betrieb genommen werden, auch wenn sich restliche Arbeiten noch bis März 2015 hinziehen können.

Der zweigleisige Ausbau vom Bahnübergang "Weckwerk" in Duisdorf bis zum Bahnhof Witterschlick erfolgt von Mai 2013 bis Juni 2015. Die Inbetriebnahme ist ebenfalls für Dezember 2014 vorgesehen. In den Sommerferien 2014 wird die betroffene Strecke dafür komplett gesperrt. Als Ersatz werden in dieser Zeit Busse eingesetzt.