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Soziales Buchprojekt: Projekt zur Spende an Flüchtlingskinder

Soziales Buchprojekt : Projekt zur Spende an Flüchtlingskinder

Die 19-jährige Lina Ashour, Studentin der Alfterer Alanus Hochschule, sammelt Spenden für ein Buchprojekt. Ihr Ziel ist eine Summe von 1000 Euro zu sammeln. Das Buch soll Mut zu Integration machen und vor allem Flüchtlingskinder erreichen.

Ihre Mutter ist Deutsche, der Vater Ägypter. Aufgewachsen ist sie in Kairo und kam vor vier Jahren nach Deutschland. Lina Ashour kennt das Gefühl, anders als andere zu sein und hat ihre Gedanken dazu schon sehr früh künstlerisch verarbeitet. Mit zehn Jahren schrieb sie das Buch „Meine Farbe“, das von dem ägyptischen Künstler Omar El Fayoumi illustriert wurde. Ashours Eltern ließen es veröffentlichen, in Ägypten war es im Buchhandel erhältlich.

Nun möchte es die Studentin der Alfterer Alanus Hochschule wieder neu auflegen, diesmal nicht für den freien Verkauf, sondern als Spende an Flüchtlingskinder.

„Das Buch soll wie ein kleiner Zufluchtsort sein“, sagt die 19-Jährige, die sich für Philosophy, Arts and Social Entrepreneurship am Institut für philosophische und ästhetische Bildung eingeschrieben hat. „Es ist nicht schön, vor dem Krieg zu flüchten. Dazu kommt die Situation, fremd zu sein.“

Sie möchte den Kindern Mut machen, sich zu integrieren, ohne ihre Herkunftskultur aufzugeben. Sie selber sei immer wieder gefragt worden, ob sie Deutsche oder Ägypterin sei. Denn in Ägypten besuchte sie die deutsche Schule, hat im Arabischen sogar einen kleinen Akzent. Beantworten kann sie die Frage nicht: „Man lernt mit der Zeit damit umzugehen, dass man halb und halb ist.“

Auch die Sprache in ihrem Buch ist „halb und halb“: Es ist auf Deutsch und Arabisch geschrieben. Und das in einfacher Sprache, eben so, wie sich ein zehnjähriges Kind ausdrückt.

In dem Buch geht es um eine grüne Gurke, die mit ihrem Aussehen hadert: Sie möchte lieber blau sein. Aber auch als sie blau wird, ist sie nicht zufrieden. Schließlich ist sie durchsichtig und wird gar nicht mehr erkannt. Am Ende wird ihr klar: „Ich möchte wieder grün sein, ich möchte wieder ich sein.“ 1000 Bücher will Ashour drucken lassen und sucht dafür noch Sponsoren. Ihr Ziel ist es, 1000 Euro zu sammeln.

Dazu hat sie im Internet unter https://www.gofundme.com/2s8yvyhv eine Crowdfunding-Aktion gestartet: Durch viele kleine Einzelspenden soll die Summe zusammenkommen. Bislang spendeten die Besucher der Seite 132 Euro. „Das Buch wird nicht verkauft werden“, stellt Ashour klar, „ich werde alle Exemplare verschenken, selbst also nichts daran verdienen.“ Ihre Familie lebt noch in Mülheim an der Ruhr.

Die 19-Jährige kam nach Alfter, weil sie eine Kombination aus Kunst und Philosophie studieren wollte. Fächer, die für sie schon immer mit der Gesellschaft verbunden waren.

Gefördert wurde ihre Kreativität von Kindesbeinen an: Ihr Vater ist Autor und Regisseur, beide Eltern fördern sie bei ihrem Projekt.