Seltene Beobachtung aus Alfter Schöner Schmetterling mit tragischem Schicksal

Alfter · Einen besonders schönen Schmetterling hat ein GA-Leser aus Alfter jetzt fotografiert. Die Tierart ist nicht leicht zu beobachten – und hat ein kurzes, im Grunde tragisches Leben.

 Seltener Anblick: Ein Kleines Nachtpfauenauge

Seltener Anblick: Ein Kleines Nachtpfauenauge

Foto: Andreas Walbrühl

Es ist immer wieder faszinierend, welche Farben, Formen und Gestalten die Natur hervorzubringen vermag. Andreas Walbrühl aus Alfter hat kürzlich nicht nur eine wunderbare Beobachtung gemacht, sondern es auch geschafft, diese auf einem Foto festzuhalten.

Das Bild zeigt ein Kleines Nachtpfauenauge. Dabei handelt es sich um einen Nachtfalter, dessen Flügel kunstvoll gefärbt sind. Besonders hervor stechen die Flecken, die an Augen erinnern. So sollen Feinde vertrieben werden, die meinen, ihnen stünde ein viel größeres Tier gegenüber. „Ich hatte vorher noch nie eines gesehen und wusste auch gar nicht, dass es sie überhaupt gibt“, hat Walbrühl in einer Mail an den GA geschrieben.

Ein Nachtfalter, aber nicht ganz

Tatsächlich ist es schon etwas Besonderes, diese Tiere zu beobachten. Glücklicherweise nicht, weil die gefährdet sind. Allerdings lässt die Bezeichnung Nachtfalter darauf schließen, dass die Tiere bei Sonnenlicht nicht zu sehen sind. Das trifft aber nicht ganz zu.

„Es handelt sich tatsächlich um das Kleine Nachtpfauenauge, und zwar um ein Männchen. Die Weibchen sind nachtaktiv und sehr selten zu sehen“, sagt Alexander Heyd, nachdem er das Foto gesehen hat. Heyd ist Vorsitzender der Kreisgruppe Bonn des Naturschutzbunds Deutschland (Nabu). Die Art sei verbreitet, gehe aber im Bestand zurück, so Heyd. „Vor allem wird sie aber nicht oft beobachtet, weil sie nur ganz kurz im Frühling auftritt. Die Tiere leben nur wenige Tage, man muss also schon eine gute Portion Glück haben“, führt er weiter aus.

Tatsächlich steckt etwas Tragisches darin. Das Kleine Nachtpfauenauge hat nämlich keine Mundwerkzeuge und lebt nur von seinen Reserven – bis diese verbraucht sind. Die Natur gibt es, die Natur nimmt es. Im kurzen Leben des Schmetterlings geht es allein um die Fortpflanzung. Auf das immer wieder Nachtpfauenaugen über Wiesen und Felder fliegen – und vielleicht fotografiert werden.

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