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Seit Jahren steht in Oedekoven ein falsches Haltestellenschild

Glosse zum Nahverkehr in Alfter : Zeitreise per Bus

Die Buslinie 680 ist ein Segen für die Bewohner der Höhenlagen von Oedekoven und Gielsdorf. Und tatsächlich kann man mit ihr auch eine Art Zeitreise machen. Eine nicht ganz ernst gemeinte Betrachtung.

Mit der 680, zunächst als Taxibus und besonders seit Dezember 2015 als reguläre Kleinbuslinie, haben vor allem die Höhenlagen von Oedekoven und Gielsdorf einen großen Schritt in die Zukunft hin zu einer Mobilität jenseits des Autos gemacht. Zugleich bietet der Bus aber auf jeder Fahrt eine Reise in die Vergangenheit.

Das passiert an einer Bushaltestelle auf der Staffelsgasse in der Nähe von Pfarrkirche und Kapelle. Mit Bezug auf dieses Bauwerk heißt die Station „Oedekoven Kapelle“. Wenn man genau hinschaut, aber auch wieder nicht. Denn auf dem Schild, das dort seit Jahren steht und neben dem bereits unzählige Menschen aus oder in einen Bus gestiegen sind, ist die Haltestellenbenennung „Odekoven Kapelle“ zu lesen.

Nun könnte man meinen, das sei so gemacht worden, damit der Alfterer Ortsteil weniger öde erscheint, sondern vielmehr mit einer Ode besungen werden soll. Oder es kommt besagte Zeitreise ins Spiel. Schließlich gibt es eine urkundliche Erwähnung des Fleckens aus dem Jahr 795, in dem dieser als Odenkoven bezeichnet wird – entweder mit Bezug auf ein großes Gehöft oder auf eine Person, dort gelebt haben könnte. Der Name Oedekoven kam erst in späteren Jahrhunderten auf.

Odekoven oder Oedekoven? Solange der Busfahrer weiß, wo er anhalten muss, spielt das fehlende „e“ gewiss keine große Rolle. Allerdings zeigt das Beispiel, dass es sich immer wieder lohnt, Alltagsdinge einmal genauer zu betrachten. Es gibt nämlich viel Kurioses zu entdecken.