Personeller Wechsel an der Spitze So geht es weiter bei der Arbeiterwohlfahrt Witterschlick/Alfter

Alfter-Witterschlick · Jahrzehntelang hat Ute Reitler die Arbeiterwohlfahrt (Awo) im Vorgebirge geprägt. Nun hat sie einen Schritt in die zweite Reihe getan. Das leistet der soziale Verband vor Ort und darum blickt er ein wenig unsicher in die Zukunft.

 Generationenwechsel bei der Awo Witterschlick/Alfter: Ute Reitler hat den Vorsitz an Hans G. Angrick abgegeben.

Generationenwechsel bei der Awo Witterschlick/Alfter: Ute Reitler hat den Vorsitz an Hans G. Angrick abgegeben.

Foto: Christoph Meurer

Vom Ende einer Ära wird häufig und gerne auch vorschnell gesprochen. In diesem Fall trifft die Umschreibung aber eindeutig zu. Ute Reitler hat den Vorsitz des Ortsvereins Witterschlick/Alfter der Arbeiterwohlfahrt (Awo) abgegeben. Und ihre Amtszeit muss einfach mit Ära umschrieben werden.

Im Jahr 1991 war die heute 80-Jährige an die Spitze der örtlichen Abteilung des Wohlfahrtsverbands gekommen. Dem Vorstand hatte sie bereits seit 1975 angehört, zwei Jahre zuvor war sie Mitglied der Awo geworden. Daran nicht ganz unbeteiligt war Ute Reitlers Ehemann, Werner Reitler. Als man sich kennengelernt habe, habe er gesagt, dass auch sie sich sozial engagieren müsste, berichtet Reitler. Und so kam es dann.

„Die Awo, das ist immer der soziale Aspekt“

Werner Reitler, der 2005 im Alter von 84 Jahren gestorben war, war letzter Bürgermeister der selbstständigen Gemeinde Witterschlick, Vizebürgermeister der Gemeinde Alfter, langjähriges SPD-Rats- und Kreistagsmitglied und gleich zweimal Vorsitzender des Awo-Kreisverbands, von 1977 bis 1979 sowie von 1983 bis 1989. Große Verdienste hatte er sich auch beim Aufbau des Awo-Ortsvereins erworben.

„Die Awo, das ist immer der soziale Aspekt“, sagt Ute Reitler. Einen Ortsverein in Witterschlick hatte es ihr zufolge bereits 1947 gegeben, „zur Verteilung von Care-Paketen“. Dann schlief das Engagement wieder ein. 1965 erfolgte die Neugründung der örtlichen Awo. „In den 60er Jahren gab es noch richtige Armut“, sagt Reitler. Anfang der 70er Jahre habe die Awo dann Spenden von der Gemeinde erhalten, um sie an bedürftige Familien weiterzuleiten, etwa Schuhe und Ranzen.

Die Arbeit für und mit Kindern liegt mittlerweile nicht mehr im Fokus des Awo-Ortsvereins. Ferienfreizeiten und das örtliche Jugendwerk gibt es nicht mehr, eine Spielgruppe musste wegen Personalmangels aufgegeben werden. Immer mittwochs findet der Seniorenclub statt. „Kaffee, Kuchen, Kartenspiel, Geselligkeit“, so fasst es Hans G. Angrick (60) zusammen, der Nachfolger von Ute Reitler an der Spitze des Ortsvereins. Ebenso würden Fahrten angeboten. Man würde aber auch gerne Angebote für Erwachsene mittleren Alters vorhalten, auch im Bereich der Erwachsenenbildung, fügt er hinzu.

Unsicherer Blick in die Zukunft

Die Awo Witterschlick/Alfter hat nach Angricks Angaben 135 Mitglieder. Das Durchschnittsalter von 66 Jahren sei tatsächlich nicht alt für Awo-Verhältnisse, sagt er. Dennoch blicke man ein wenig unsicher in die Zukunft, meint Reitler, die sich selbstredend weiter in der Awo engagiert. „Die Seniorenarbeit ist mein viertes Kind“, sagt die dreifache Mutter.

Unsicher ist laut Angrick, was mit dem Haus an der Esserstraße in Witterschlick passiert, in dem etwa der Seniorenclub stattfindet und das Büro der Awo untergebracht ist. Dieses heißt zwar – wie könnte es anders sein – Werner-Reitler-Haus, gehört allerdings nicht dem Ortsverein. „Wir haben aber Ideen“, so Angrick.

Wer Interesse an einem Engagement in der Awo Witterschlick/Alfter hat, kann sich an Hans G. Angrick wenden. Kontakt: ☏ 0163/5005604 oder H.Angrick.AWO-Alfter@gmx.de.

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