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Schulcampus Oedekoven: Strategie gegen mögliches Verkehrschaos ist noch unklar

Schulcampus Oedekoven : Strategie gegen mögliches Verkehrschaos ist noch unklar

Mit Blick auf die Planung des Campus Oedekoven der Freien Christlichen Schulen Bonn/Rhein-Sieg im Gewerbegebiet sollen Gutachter die Auswirkungen einer Verbindung des Klostergartens mit der Alfterer Straße prüfen.

Zu den drängendsten Fragen im Zusammenhang mit dem geplanten Schulcampus in Oedekoven gehört die, wie der zusätzliche Verkehr bewältigt werden kann. Das wurde in der Sitzung des Alfterer Ausschusses für Gemeindeentwicklung am Donnerstagabend erneut deutlich. Wieder einmal diskutierten die Politiker die (abgespeckten) Pläne der Freien Christlichen Schulen Bonn/Rhein-Sieg (FCSB) für das Areal an der Straße Im Klostergarten: eine Gesamtschule für 780 Schüler, Parkmöglichkeiten sowie eine Vierfachturnhalle.

Zur Sitzung waren Planer und Gutachter gleich in Mannschaftsstärke gekommen, um über den Fortgang des Projekts zu berichten und Fragen zu beantworten. Nach rund einer Stunde Diskussion nahmen sie verschiedene Beschlüsse mit, um nun den konkreten Bebauungsplan zu entwerfen. Allerdings müssen sie sich auch weitere Gedanken um den Verkehr machen. Nicht umsonst gehört ein eventuelles Verkehrschaos – neben der Größe des Schulgebäudes und befürchtetem Lärm – zu den Hauptkritikpunkten aus der Bürgerschaft an dem Projekt.

Die Gesamtschule ist für 780 Schüler angedacht

Achim Scheven vom Büro Stadtplanung Zimmermann aus Köln sagte, man gehe aktuell davon aus, dass sich der Hol- und Bringverkehr der Schule auf rund 240 Fahrten am Tag verteile. Patrick Thies von der Aachener Ingenieurgruppe IVV erläuterte, dass die Untersuchungen ergeben hätten, dass die vorhandenen Straßen dieses zusätzliche Verkehrsaufkommen verkraften könnten. In den Reihen der Politik gab man sich mit dieser Aussage aber nicht zufrieden. Schließlich lag ein Antrag der FDP vor, dass die Gemeindeverwaltung prüfen möge, inwieweit die Straße Im Klostergarten verlängert werden und dadurch an die Alfterer Straße angebunden werden kann.

Bei der Union stieß das Ansinnen der Liberalen auf große Zustimmung, was nicht überraschte. Schließlich erinnerten die Ausschussvorsitzende Luise Wiechert sowie Barthel Schölgens (beide CDU) daran, dass die Alfterer Politik dies bereits zweimal – in den Jahren 2016 und 2017 – auf Antrag der CDU beschlossen hatte. Am Donnerstag wollte Schölgens nun noch weitergehen. Die Verwaltung solle nicht einfach die Möglichkeit der Straßenverbindung prüfen, sondern direkt auf die Umsetzung hinwirken – vielleicht auch nur als Einbahnstraße.

So schnell wollten es die anderen Ausschussmitglieder aber doch nicht haben. Letztlich wurde bei einer Gegenstimme von Fridhelm Marx (SPD) entschieden, dass eine mögliche Straßenverbindung erst einmal zurückgestellt wird. Zuerst sollen die Gutachter errechnen, wie sich die Verlängerung der Straße Im Klostergarten auf die Alfterer Straße auf den Verkehr auswirkt.

Konkreter Bebauungsplan folgt noch

Sandra Semrau (Freie Wähler) und Claudia Gerhardi, Leiterin des Fachbereichs Planen, Entwickeln, Bauen bei der Gemeinde, hatten darauf gedrungen. Hintergrund sind Aussagen des Landesbetriebs Straßenbau NRW. Schließlich liegt die Alfterer Straße als L 113 in der Zuständigkeit des Landes. Laut Thomas Fink, Leiter des Fachbereichs Infrastruktur bei der Gemeinde, will der Landesbetrieb nur dann dem Straßenanschluss zustimmen, wenn ein Gutachten besagt, dass dies erforderlich ist – was aktuell eben nicht der Fall ist. Das liegt laut Gerhardi aber auch daran, dass die Verkehrsgutachter sich bislang gar nicht mit der Möglichkeit der Straßenverbindung beschäftigt haben – was jedoch jetzt passieren soll.

Michael Schroerlücke (Grüne) bekundete seine große Sympathie für die Verbindung der beiden Straßen. Er begründete das mit der im Raum stehenden zusätzlichen Bushaltestelle für die Linie 633 in der Straße Im Klostergarten. „Wenn Busse in die Straße fahren, müssen sie auch wieder raus“, so Schroerlücke. „Und das geht nicht über den Kreisel.“ Aus diesem Grund soll nun das Verkehrsgutachten zusammen mit dem ebenso zu erstellenden Gutachten zum öffentlichen Personennahverkehr betrachtet werden.

Nach Ansicht von Sandra Semrau bewegt sich die Planung für den Schulcampus auf die Lösung der Konflikte um die Größe des Schulgebäudes, die Lage und Nutzung der Turnhalle – in dieser soll nach 22 Uhr nichts mehr stattfinden – und eben den Verkehr hin. Für die Planer bedeutet das noch eine Menge Arbeit. Das Thema wird bald wieder auf die politische Tagesordnung kommen.