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Streit um Baumfällung in Alfter: Chance zum Erhalt der Eiche

Streit um Baumfällung in Alfter : Es gibt eine Chance zum Erhalt der Eiche

Wird die Eiche am Alfterer Strangheidgesweg doch nicht gefällt? Anwohner fordern vehement den Erhalt des Baumes, nun gibt es eine Chance dafür.

Der Streit um die Eiche auf einem Grundstück am Alfterer Strangheidgesweg könnte eine überraschende Wendung nehmen. Wie berichtet, fordern Anwohner vehement, dass der dem Vernehmen nach rund 80 Jahre alte Baum keiner Bebauung zum Opfer fällt und erhalten bleibt. Bislang standen die Chancen dafür schlecht. Schließlich plant ein Investor dort den Bau eines Hauses mit sieben öffentlich geförderten, also preisgünstigen Wohnungen. Und dafür, so die Aussage, müsste der Baum weg.

Nun kommt aber Bewegung in die Sache. Das geht aus den Unterlagen zur Sitzung des Alfterer Gemeindeausschusses hervor, der am Dienstag tagt. So teilt die Gemeindeverwaltung mit, dass dem Investor beziehungsweise Bauherrn mittlerweile das Angebot einer Privatperson vorliegt, das Grundstück zu kaufen, um dort ein Einfamilienhaus zu bauen – und die Eiche stehen zu lassen. Der Investor favorisiere dieses anstatt weiter auf die Genehmigung zum Bau der Wohnungen zu warten, so die Gemeinde. Seit Mitte September 2020  protestieren Anwohner gegen die geplante Fällung der Eiche. Unter anderem haben sie rund 1000 Unterschriften zum Erhalt des Baumes an Bürgermeister Rolf Schumacher übergeben.

Kritik am Bürgermeister

Dieser muss sich vonseiten der Anwohner, aber auch von Teilen der Politik die Kritik anhören, gezielt auf  die Fällung der Eiche hin gearbeitet zu haben, ohne dies gegenüber der Politik thematisiert beziehungsweise auf den Konflikt zwischen Baum und Bau hingewiesen zu haben. Auch steht die Frage im Raum, ob die besagten Grundstücke von der Gemeinde zu günstig an den Investor verkauft wurden. Schumacher hat das alles mehrfach zurückgewiesen und auf Beschlüsse der Alfterer Politik zum Bau des geförderten Wohnraums an der Stelle verwiesen.

Nun ist es aber gar nicht mehr sicher, ob es so kommt. Zwar ist für Bauanträge und deren Genehmigung der Rhein-Sieg-Kreis zuständig, die Gemeinde wird aber in solchen Fragen um ihr Einvernehmen gebeten. Zur Ausschusssitzung am Dienstag schlägt die Verwaltung der Politik vor, das Einvernehmen zum Bau der sieben Wohnungen zu erteilen oder alternativ auf den geförderten Wohnraum zu verzichten und dem Investor zu erlauben, das Grundstück vor dem Ablauf der vertraglich vereinbarten Beschränkung zu verkaufen – sofern die Eiche stehen bleibt. Definitiv nicht zurück kommt der Spielplatz, der bis vor einigen Jahren auf dem Grundstück stand. Die Gemeinde hat den Anwohnern in dieser Sache zugesichert, eine neue Anlage in einem nahe gelegenen Baugebiet zu errichten. Wann das passiert, ist aber noch offen. Investor und Architekt des Bauvorhabens waren für den GA erneut nicht zu erreichen.

Der Ausschuss für Gemeindeentwicklung tagt am Dienstag, 16. Februar, ab 17 Uhr, im Ratssaal. Aufgrund der Corona-Beschränkungen ist eine Anmeldung nötig. Kontakt: ratsbuero@alfter.de oder  ☏ 02 28/64 84 267.