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Feuerwehr im Vorgebirge: Tag der offenen Tür: Hochwasser und Schau-Übung standen im Fokus

Feuerwehr im Vorgebirge : Tag der offenen Tür: Hochwasser und Schau-Übung standen im Fokus

Der Notruf ging um 14.36 Uhr bei der Leitstelle ein. Ein Passant meldete einen Brand in der Steinergasse 15, dem Standort des Alfterer Gerätehauses. Genauere Fragen konnte er nicht beantworten. "Was da brennt? Woher soll ich das wissen? Ich sehe nur Qualm und Rauch."

Bei ihrem Tag der Offenen Tür am Sonntag wollte die Löschgruppe Alfter möglichst realistisch zeigen, was im Falle eines Brands passiert. In einem Pavillon nahe ihres Quartiers hatten die Feuerwehrleute deshalb ein Wohnzimmer aufgebaut, das für die Übung mit dichtem Rauch bedeckt war.

Der Rauchmelder sprang an, ein Zuschauer alarmierte per Handy die Wehr. Über ihre Funkmeldeempfänger wurde eine Staffel von sechs Einsatzkräften informiert, die vor den Löscharbeiten ihre Schutzkleidung anlegten. Thorsten Ohm, stellvertretender Leiter der Feuerwehr in der Gemeinde Alfter, kommentierte das Geschehen.

"Heute haben wir einen Dresscode, da sind die Feuerwehrleute relativ uniform gekleidet. Bei anderen Einsätzen kann es schon mal passieren, dass einer im Anzug kommt, einer im Pyjama und einer in der Bermudahose." Denn der gesamte Löschtrupp bestehe aus Ehrenamtlichen, die sich bei einem Einsatz möglichst schnell auf den Weg machten.

An den vier Standorten in der Gemeinde, in Alfter, Gielsdorf, Impekoven und Witterschlick, engagieren sich alles in allem 140 Feuerwehrleute. In Alfter-Ort sind 31 Frauen und Männer aktiv. Weitere drei gehören der Ehrenabteilung an, die Jugendfeuerwehr umfasst 17 Mitglieder. Für ihre Besucher hatten die Feuerwehrleute ein abwechslungsreiches Programm zusammengestellt.

Den ganzen Tag über konnten Feuerwehrautos und Gerätehaus besichtigt werden. Die Kinder bauten Schiffchen aus Holz, tobten auf einer Hüpfburg oder erprobten sich beim Wettspritzen mit dem Feuerwehrschlauch. Am Nachmittag spielte die Oldie-Band "Cortingas" aus Alfter.

Bei strahlendem Sonnenschein kamen die Farben der Hüpfburg besonders gut zur Geltung und bildeten den Anziehungspunkt für viele Mädchen und Jungen, während sich die Eltern rund um das Gerätehaus bei Steaks und Pommes stärkten. "Locker und flockig" gab sich am Sonntag der Tag der offenen Tür der Löschgruppe Waldorf, wie es Löschgruppenführer René Haimann (36) formulierte. "Wir haben all die Jahre immer so viele Spiele und Attraktionen angeboten. Dieses Mal ist es einfach ein gemütliches Beisammensein."

Großes Thema war das Hochwasser. So hatten auch ein paar Waldorfer noch bis vor wenigen Tagen in der Hansestadt Havelberg in Sachsen-Anhalt mitangepackt und Sandsäcke geschleppt. Blickfang war eine Fotowand neben dem Gerätehaus, die ihren fünftägigen Aufenthalt dokumentierte. Vom Einsatzwagen über eine Pause des Teams bis hin zum Absichern der Straße zeigten die Fotos das ganze Geschehen.

"300 Quadratmeter waren überschwemmt. Um 2 Uhr kam der Alarm, um 6 Uhr sind wir mit 150 Mann und 37 Fahrzeugen losgefahren. Darunter waren drei aus Hemmerich und jeweils vier aus Waldorf und Sechtem dabei", sagte Ralf Ulte (46), der mit in Sachsen-Anhalt war. Derzeit zählt die Löschgruppe aus Waldorf 40 aktive Mitglieder und neun in der Jugend. So gab es auf der Hostertstraße auch genügend Ansprechpartner, um Einblick in die Arbeit der Feuerwehr zu erhalten.