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Schmerzahfter Einschnitt für Schüler: Therapiebad der Alfterer Vorgebirgsschule ist seit 2009 undicht

Schmerzahfter Einschnitt für Schüler : Therapiebad der Alfterer Vorgebirgsschule ist seit 2009 undicht

Warum das Becken der Förderschule in Alfter seit elf Jahren undicht ist, ist immer noch unklar. Nun versucht die Schulleitung erneut, die Kreisverwaltung zur Sanierung zu bewegen.

Das Therapiebad in der Alfterer Vorgebirgsschule – einer Förderschule des Rhein-Sieg-Kreises mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung – ist für eine bessere Lebensqualität der Schüler ausgesprochen wichtig. Ausgerechnet dieses Bad, das viele Schüler der ersten bis zwölften Klassen seit 1992 begeistert zur Wassergewöhnung und für eine stärkere Wahrnehmung des eigenen Körpers nutzten, wurde 2009 still gelegt. Wegen Undichtigkeit und auslaufendem Wasser.

Über die Ursachen wird seit rund elf Jahren trotz umfangreicher Untersuchungen gerätselt. Mehrere Gutachten kamen zu unterschiedlichen Ergebnissen. Jetzt soll ein erneuter Anlauf zur Sanierung genommen werden. Vermutet wurde bisher ein Defekt an den Überlaufrinnen. Auch die Sanierung des Beckenkopfes (das obere Ende der Beckenwand), wie ein Gutachter 2014 vorschlug, führte nicht zur gewünschten Abdichtung. Auch weitere Reparaturen wie unter anderem die Kunstbeschichtung der Rinne und angrenzender Bereiche blieben erfolglos. Immer wieder verlor das Becken Wasser, das dann im Keller für feuchte Wände und Räume sorgte.

Weil Schäden an der Bausubstanz befürchtet wurden, war die Schließung des Bads damals für Kreis und Schulverwaltung unabdingbar. Daran änderte sich auch in den vergangenen Jahren nichts, weil weitere Untersuchungen nicht durchgeführt werden konnten. „Die Gebäudewirtschaft ist personell nicht so aufgestellt“, erklärte Schulamtsleiter Hans Clasen dem GA auf Anfrage.

Becken ist fundamental für Therapie

Für die Schüler zwischen sechs und 18 Jahren, die das Therapiebad nicht nutzen können, ist das ein schmerzhafter Einschnitt. Es ist für die Vorgebirgsschule aus pädagogischer und physiologischer Sicht ausgesprochen fundamental. „Davon profitieren alle Schüler, und zwar nicht nur als Wassergewöhnung, sondern auch als Möglichkeit der Bewegungsförderung. Unterricht im Wasser fördert die Eigeninitiative und Wahrnehmung der Schüler und es macht ihnen großen Spaß“, sagt Schulleiterin Bettina Mrosek-Monheim.

Erklärungen, die Clasen nur unterstreichen kann. Für ihn ist es nach jahrelanger Schließung denn auch Zeit, endlich „Tabula rasa“ zu machen. Gespräche über eine Sanierung laufen derzeit zwischen Kreisverwaltung und Schulleitung.

Nach den bisherigen Erfahrungen mit der Sanierung macht es für Mrosek-Monheim Sinn, den Beckenboden komplett zu entkernen und dann einen höherverstellbaren Boden einzubauen. „Dann hätten wir eine Kombination aus Therapie- und Sportbecken.“

Kreistag fällt die Entscheidung

Ob der Kreises den Vorschlag berücksichtigen wird, ist fraglich. Die Dringlichkeit einer Grundsanierung hat Clasen im Mai in einem Schreiben an die Gebäudewirtschaft noch einmal untermauert. Diese ermittelt die Kosten, die letzte Entscheidung fällt der Kreistag. Clasen und Mrosek-Monheim hoffen, dass im Doppel-Haushalt 2021/22 Mittel vorgesehen werden und die Arbeiten dann zügig in Angriff genommen werden können.

Die Schülerzahlen am Schloßweg sind seit 2018 sprunghaft angestiegen sind. So werden im Schuljahr 2020/21 um die 130 Schüler in Alfter unterrichtet. Vor drei Jahren lag die Zahl zwischen 115 und 120. Allein 14 Erstklässler sind angemeldet. „Mit 130 Schülern haben wir alle Klassenräume abgeschöpft. Das ist für uns das Ende der Fahnenstange“, sagt Mrosek-Monheim.

Ob die Vorgebirgsschule dann baulich erweitert werden kann, will Clasen schon einmal prüfen lassen. Eine Möglichkeit wäre die Aufstockung des Gebäudes, denn die Größe des Grundstückes ist begrenzt. „Aber auch dann können wir höchstens 150 Schüler verkraften. Mehr gibt der Standort nicht her“, ergänzt Mrosek-Monheim.