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Stromversorgung in Alfter: „Ultranet“ transportiert mehr Strom nach Süden

Stromversorgung in Alfter : „Ultranet“ transportiert mehr Strom nach Süden

Nachdem die Höchststromtrasse auf Alfterer Gebiet 2013 bereits erneuert und Masten vergrößert wurden, plant der Netzbetreiber Amprion jetzt die Umrüstung der Leitungen auf Gleichstrom, um den Strom effizienter aus dem Norden nach Süddeutschland leiten zu können.

Das teilte die Gemeindeverwaltung in der jüngsten Sitzung des Alfterer Gemeindeentwicklungsausschusses mit.

Hintergrund ist die für 2019 geplante Abschaltung des Kernkraftwerks Philippsburg im Landkreis Karlsruhe. Dann müssen die Stromkapazitäten des Kernkraftwerks ersetzt werden. Die Umstellung von Dreh- auf Gleichstrom nennt sich „Ultranet“ und ist ein Pilotprojekt, mit dem der Strom zwischen Meerbusch-Osterath und Philippsburg effizienter übertragen und vorhandene Freileitungen optimal genutzt werden sollen.

Alfter liegt dabei im sogenannten Plangebiet „E“, das von Rommerskirchen nordwestlich von Köln über Bornheim und Meckenheim nach Weißenthurm bei Koblenz reicht. Auf Alfterer Gebiet ist lediglich eine Umrüstung der Isolatoren an den vorhandenen Masten erforderlich. Neue Masten oder Ergänzungen am Mastgestänge sind nicht nötig.

Pläne werden im Frühjahr 2017 ausgelegt

Die Gemeinde Alfter hat im Nachgang zu einer Antragskonferenz der Bundesnetzagentur, die im April in Meckenheim stattfand, Zweifel am Verfahren angemeldet, heißt es in der Sitzungsunterlage. Die Gemeinde wundert sich darüber, dass das nun beantragte Vorhaben „Ultranet“ nicht schon zum Zeitpunkt der Antragstellung für das Projekt „110-/380-kV Höchstspannungsfreileitung Weißenthurm – Sechtem“ bekannt gewesen ist und damals noch nicht berücksichtigt wurde. Außerdem wurde von ihr eingefordert, dass mit der beabsichtigten Umrüstung der Wechselstromleitung auf Gleichstromtechnik keinerlei gesundheitliche Auswirkungen durch die Überlagerung elektrischer und magnetischer Felder verbunden sein dürfen.

Öffentlich ausgelegt werden die Pläne voraussichtlich im Frühjahr 2017. Dann kann die Gemeinde Alfter als Trägerin öffentlicher Belange Einwendungen gegen das Projekt erheben. Bei einem anschließenden Erörterungstermin haben alle, die sich fristgerecht geäußert haben, die Möglichkeit, ihre Einwendungen mit der Bundesnetzagentur und den Übertragungsnetzbetreibern zu erörtern. Ziel ist es, eine möglichst einvernehmliche Lösung zu erreichen. Bei dem anschließenden Planfeststellungsverfahren gibt es erneut die Möglichkeit der Beteiligung.