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Umfrage im Vorgebirge: Einwohner haben weniger Lust auf Feuerwerk

Umfrage zur Silvesterböllerei : Weniger Lust auf Feuerwerk im Vorgebirge

Der General-Anzeiger hat sich im Linksrheinischen umgehört, wie es die Bürger mit der Böllerei halten. Für einen Verzicht sprechen ihnen zufolge viele Gründe: Umwelt- und Tierschutz sind nur zwei davon.

Am Feuerwerk scheiden sich die Geister. Für die einen sind die in den Silvesterhimmel geschossenen Bilder funkensprühender Abschluss des alten und freudige Begrüßung des neuen Jahres. Für die anderen ist die Böllerei einfach nur Verschwendung von Geld, das man besser bedürftigen Menschen zukommen lassen sollte, Umweltverschmutzung und unnötiger Lärm, der viele Tiere in Panik versetzt.

Große Märkte wie etwa Obi in Rheinbach haben in diesem Jahr aus den genannten Gründen auf den Verkauf von Feuerwerksartikeln verzichtet. Wie halten es die Bürger im Linksrheinischen mit der Knallerei? Der General-Anzeiger hat sich umgehört.

Christian Nolte (63), Lehrer aus Alfter: „Das Böllern hat überhand genommen. Es setzt einen gewissen Res­pekt voraus, der heute nicht mehr gegeben ist. Oft wird es als Provokation oder Waffe benutzt und auch unter ökologischen Aspekten ist es heute nicht mehr legitimierbar. Ich fände ein großes Feuerwerk für alle gut, das von Profis gemacht wird.“

Engin Göcer (25), Automobilkaufmann aus Alfter: „Ich mache es nicht mehr, aus dem Alter ist man raus. Ich war aber schon auf Veranstaltungen, wo Feuerwerk gezündet wurde. Grundsätzlich habe ich nichts dagegen, man macht das, weil man so gut ins neue Jahr kommt. Ich bin zwar für Klimaschutz, aber man kann es auch übertreiben. Es wird die Welt nicht retten, wenn wir auf das Feuerwerk verzichten, es wäre höchstens ein kleiner Beitrag.“

Torsten Rott (34), Berufskraftfahrer aus Bornheim-Roisdorf: „Ich hätte nichts dagegen, Feuerwerk zu zünden, bin aber bei sowas geizig. Da kommen schnell 30 bis 40 Euro zusammen. Ich bin der Meinung, dass es sinnvollere Sachen gibt, für die man Geld ausgeben kann. Zum Beispiel an Silvester schön essen, schön trinken, eine gute Location auswählen.“

Ute Schattke (58), IT-Spezialistin aus Bornheim: „Normalerweise machen wir kein Feuerwerk wegen der Kosten und wegen der Umwelt. Als Kind habe ich das gern gemacht. Die Raketen machen so ein schönes Licht und als Kinder haben wir gern mal mit Knallern Erwachsene erschreckt.“

Beate Jungbluth (52), Erzieherin aus Euskirchen: „Ich habe das Böllern immer als sehr gefährlich empfunden. Meine Schwester hat mal einen Böller ins Hosenbein gekriegt. Ich gehe da lieber auf Abstand. Nur die Wunderkerzen gefallen mir, dieses Jahr habe ich extralange gekauft.“

Stefan Bauer (42), Journalist aus Alfter-Oedekoven: „Ich brauche die Silvesterknallerei nicht unbedingt. Meine Einstellung hat sich auch nochmal gewandelt, seit ich ein Kind habe. Für mich ist das pure Geldmacherei, viel Müll und Luftverschmutzung. Man merkt es ja: Irgendwann sieht man nichts mehr, aber man riecht ganz viel. Was dann am Straßenrand aufgekehrt werden muss, sieht man ja auch.“

Celina Kotz (16), Schülerin aus Meckenheim: „Ich lege keinen Wert auf so ein Feuerwerk. Es ist schlimm für die Haustiere. Es reicht mir, wenn ich mit Freunden mit einem Glas Sekt um Mitternacht anstoße.“

Lara Hesse (17), Auszubildende aus Meckenheim: „Ich habe zwei Hunde, Mona und Rocco. Weil sie und viele andere Tiere die Knallerei nicht vertragen, bin ich gegen Böller.“

Wilfried Straube (59), Busfahrer aus Dünstekoven: „Ich habe schon lange kein Interesse mehr an der Böllerei. Es ist bestimmt schon 20 Jahre her, dass ich eine Rakete in den Himmel geschossen habe. So ein Feuerwerk ist immer ein Riesenstress für die Haustiere. Unser Hund Guinness hat den Krach im vergangenen Jahr allerdings ganz gut verkraftet.“

Anna Schüffelgen (77), Rentnerin aus Rheinbach: „Ich brauche kein Feuerwerk. Ich gucke mir das auch nicht an.“

Franca Schorn (21), Medizin-Studentin aus Euskirchen-Flamersheim: „Nicht nur der Feinstaub ist belastend. Phosphat dringt ins Grundwasser ein, und alle Straßen sind nach dem Feuerwerk verschmutzt. Der Lärm und die Vibrationen sind für Tiere kaum erträglich. Mein Vorschlag: Lasershow statt Böllerei. So wäre eine größere künstlerische Gestaltung möglich, und die Umwelt würde geschont.

Achim Frank (63), Kaufmann und Pfeifen-Experte aus Rheinbach: „Als ich jung war, hab ich Silvester mitgeböllert. Heute interessiert mich das nicht mehr. Es stört mich aber auch nicht. Ich halte nichts davon, die Böllerei zu verbieten. Verbote ohne eine gleichzeitige Lösung bringen nichts. Es würde nur dazu führen, dass die Leute sauer sind. Die Menschen sollten aus eigener Verantwortung handeln. Vielleicht entwickelt ja jemand mal ein umweltfreundliches Feuerwerk.“

Alexandra Quadt (44), Immobilienmaklerin aus Rheinbach: „Ich würde mir wünschen, das Geld für Böller würde in Dinge investiert, die notwendiger sind: zum Beispiel in Kinderheime. Außerdem schrecken mich der Müll und der Dreck am nächsten Tag ab. Und ich habe Angst, wenn meine jüngeren Kinder damit hantieren.“

Cindy Schmitten (21), Azubi in Rheinbach: „Ich finde, ein Feuerwerk gehört allein schon aus Tradition zu Silvester. Im Freundeskreis werden wir auch Böller abschießen. Selbstverständlich räumen wir den Müll weg.“

Tobias Gbrurek (22), Student aus Rheinbach-Wormersdorf: „Ich glaube, in Großstädten ist die Feinstaubbelastung durch die Böllerei katastrophal. In kleinen Dörfern ist das noch okay. Große Raketen würde ich verbieten.