1. Region
  2. Voreifel & Vorgebirge
  3. Alfter

Ortsentwicklung am Herrenwingert: Umgestaltung der Alfterer Mitte wird konkreter

Ortsentwicklung am Herrenwingert : Umgestaltung der Alfterer Mitte wird konkreter

Die Gemeinde legt ein Konzept zur Umgestaltung der Ortskerns rund um den Herrenwingert vor. Angedacht ist auch, das Alfterer Schloss öffentlich zu nutzen.

Die geplante Umgestaltung des Alfterer Ortskerns um den Herrenwingert nimmt immer konkretere Züge an. So werden sich die Kommunalpolitiker an diesem Donnerstag in der Sitzung des Ausschusses für Gemeindeentwicklung mit einem grundlegenden Konzept beschäftigen, wie die Mitte von Alfter-Ort einmal aussehen könnte. Wie berichtet, haben Gemeindeverwaltung und Politik ein sogenanntes Integriertes Städtebauliches Entwicklungskonzept (ISEK) aufgelegt. Mit dessen Hilfe sollen die zielgerichtete Umgestaltung sowie die Einwerbung von Fördergeldern von Land und Bund erfolgen.

In diesem Prozess haben sich bereits viele Beteiligte Gedanken über die Attraktivitätssteigerung des Ortskerns gemacht: Privatleute, Vereine, Gewerbetreibende, Studierende der Alanus Hochschule, aber auch Vertreter von Schulen und Kindergärten.

Das alles sowie Gutachten zum Verkehr und Einzelhandel haben die Verwaltung und das beauftragte Planungsbüro „Stadtumbau“ aus Kevelaer in ein Konzept gegossen. Dieses als Flächenkonzeption bezeichnete Konzept weist drei als Fokusbereiche überschriebene Elemente auf:

Fokusbereich Bildungscampus: Dieser beinhaltet die Grundschule, die OGS, die ansässigen Kindergärten, die Förderschule, das Bürgerhaus und die Bücherei. Ziel ist, wie bereits berichtet, der Neubau einer Mehrzweckhalle auf der Fläche des Grundschulgeländes, auf dem sich zurzeit der Bolzplatz befindet. Der Bolzplatz soll dann wiederum dort angelegt werden, wo jetzt die alte, nicht mehr wirtschaftlich sanierbare Halle steht.

Fokusbereich Nahversorgungszentrum: Nach Angaben von Alfters Bürgermeister Rolf Schumacher soll der vorhandene Lebensmittelladen deutlich vergrößert werden und auf 1500 Quadratmeter Verkaufsfläche zuzüglich Lagerräume wachsen. Allerdings nicht an gleicher Stelle. Geplant ist, das Geschäft auf einem Teil des bisherigen Parkplatzes neu zu bauen. Die dadurch wegfallenden Parkplätze könnten durch ein Parkdeck oder eine bereits früher einmal angedachte Tiefgarage kompensiert werden. Die Gemeinde hofft nach wie vor darauf, in dem alten, dann leer stehenden Supermarktgebäude einen Drogeriemarkt ansiedeln zu können.

Fokusbereich generationenübergreifendes Quartier: Auf weiteren Teilen des aktuellen Parkplatzes soll ein Dorf- beziehungsweise ein Festplatz mit Aufenthalts- und Freizeitmöglichkeiten entstehen. Damit einhergehen soll eine Verbesserung der allgemeinen Park- und Verkehrssituation. Obgleich der eigentliche ISEK-Antrag bei der zuständigen Bezirksregierung Köln noch nicht eingereicht wurde, steht die Gemeindeverwaltung bereits in engem Kontakt mit dieser. „Die Bezirksregierung regt an, das Alfterer Schloss in das ISEK zu integrieren und eine öffentliche Nutzung mit Quartiersbezug zu etablieren“, berichtet Schumacher. Wie er weiter sagt, habe sich der Eigentümer des Schlosses grundsätzlich dafür offen gezeigt. Weitere Gespräche werden folgen.

In der Sitzung des Ausschusses für Gemeindeentwicklung möchte sich die Verwaltung an diesem Donnerstag das Okay der Politik für dieses Konzept einholen. Zugleich will die Gemeinde mit einem entsprechenden Beschluss der Politik ein sogenanntes städtebauliches Qualifizierungsverfahren durchführen. Das bedeutet: Stadtplaner sollen sich in einer Art Wettbewerb Gedanken machen, wie das Flächenkonzept in die Tat umgesetzt werden kann. Das Ergebnis soll den Bürgern vorgestellt und von der Politik letztlich diskutiert und beschlossen werden. Schumacher hofft darauf, den eigentlichen, sehr umfangreichen ISEK-Antrag im November 2019 bei der Bezirksregierung einreichen zu können. Dann muss auch feststehen, was die Umgestaltung letztlich kosten wird. Mit einer Rückmeldung, ob es Fördergelder gibt, wäre Anfang 2020 zu rechnen. Möglich ist eine Förderung von bis zu 70 Prozent der Kosten.

Der Ausschuss für Gemeindeentwicklung tagt an diesem Donnerstag ab 17 Uhr im Alfterer Ratssaal. Der Tagesordnungspunkt zum Alfterer Ortskern ist öffentlich.