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Stichwahl in Bornheim und in Rheinbach : Alle vier Kandidaten glauben an den Sieg

Stichwahl in Bornheim und in Rheinbach : Alle vier Kandidaten glauben an den Sieg

Die Parteien in Bornheim und Rheinbach machen sich für Stichwahl am 27. September bereit. Die unterlegenen Kandidaten geben keine Empfehlung ab.

Petra Heller oder Christoph Becker? Ludger Banken oder Oliver Wolf? Vor diesen Fragen stehen am Sonntag, 27. September, die Wähler in Bornheim und Rheinbach, wenn in beiden Städten neue Bürgermeister gewählt werden.

„Das ist ein wichtiger Moment, in dem entschieden wird, wer in den nächsten fünf Jahren im Rathaus sitzt und die Verwaltung leitet“, appelliert Becker an die Wähler. Geht man nach den Ergebnissen der ersten Runde, hat Becker die besseren Chancen: Mit 49,4 Prozent lag er vor Heller (41,2 Prozent), Björn Reile (ABB, 6,0 Prozent) und der Einzelbewerberin Nathalie Sanchez Friedrich (3,4 Prozent).

Möglichst viele Wähler an die Urne zu bekommen, sei entscheidend, sagen Becker und Heller dem GA. Viel Kreativität ist dabei aber nicht mehr zu erwarten. Wahlkampfstände, Flyer und neue Plakate sind Hellers Strategie. Beckers Team belässt es bei Aktualisierungsstickern, die an die Stichwahl erinnern, auf den alten Plakaten – der Umwelt zuliebe, berichtete Anna Peters. Der jungen SPD-Politikerin gelang es nach Jahren, der CDU im Wahlbezirk Bornheim III das Direktmandat abzunehmen. Neben Flyern und Infoständen fahre das Team auch eine Social-Media-Kampagne, weiß sie.

Spannend wird es bei der Mehrheitsfindung im Rat: CDU, FDP und UWG, die Heller unterstützen, kommen auf 25 Sitze. Grüne, SPD und Linke, die Becker als Bürgermeister sehen wollen, kommen auf 22. Die absolute Mehrheit von 26 Sitzen erreicht damit kein Bündnis. Ausschlaggebend könnten bei Entscheidungsfindungen somit die ABB mit ihren 3 Sitzen werden.

Ihr Vorsitzender Paul Breuer spricht keine Wahlempfehlung aus. „Die ABB hat mit Björn Reile einen eigenen Kandidaten aufgestellt, weil die Schnittmengen der politischen Übereinstimmung mit Frau Heller und Herrn Becker eindeutig zu gering waren“, sagt er auf Anfrage. „Es geht also nicht nur darum, wer den Posten des Bürgermeisters besetzten kann, sondern auch darum, welche Politik nach der Bürgermeisterwahl mit wem durchgesetzt werden soll.“ Seine Partei sei für Gespräche mit beiden Kandidaten offen. CDU-Stadtverbandschefin Gabriele Kretschmer sagte indes, für Koalitionsgespräche komme die Zeit erst nach der Wahl.

In Rheinbach könnten in der Stichwahl womöglich die Wähler des unabhängigen Bürgermeisterkandida­ten Thomas Spitz das Zünglein an der Waage sein. Im ersten Wahlgang am Sonntag hatte der 55-Jährige 12,4 Prozent der Stimmen errungen. CDU-Kandidat Oliver Wolf schaffte 39,8 Prozent, der von einem Bündnis aus SPD, UWG, Grünen und FDP unterstützte Ludger Banken 47,8 Prozent.

Der parteilose Spitz freute sich über sein Wahlergebnis: „Ich bin stolz, dass ich mit einem geringen Budget und vielen Unterstützern eine ganze Menge erreicht habe.“ Da er selbst im Rheinbacher Rathaus arbeitet, werde er sich davor hüten, eine Empfehlung für die Stichwahl auszusprechen. Schließlich werde einer der beiden Bewerber sein neuer Chef. Womöglich könnte eher CDU-Kandidat Wolf Spitz-Wähler auf seine Seite ziehen: Schließlich war Spitz lange Jahre CDU-Mitglied. Wenige Wochen vor der Bekanntgabe seiner Kandidatur trat er aus.

Ludger Banken möchte die Zeit bis zur Wahl nutzen, „seine Wähler“ am 27. September erneut um ihre Stimme zu bitten. „Und am besten noch ein paar mehr“, erklärte er auf Anfrage. „In der Stichwahl ist alles möglich“, findet Wolf. „Ich bin überzeugt, in der verbleibenden Zeit noch aufholen zu können“, sagt er. Der 34-Jährige will dafür werben, dass eine „ordentliche Wahlbeteiligung“ erreicht wird. „Ein Bürgermeister für alle Rheinbacher möchte ich sein – ein Neuanfang eben.“