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Apfelstadt Meckenheim zeigt, wie plastikfrei funktioniert: Auf Holz geklopft

Apfelstadt Meckenheim zeigt, wie plastikfrei funktioniert : Auf Holz geklopft

Plastikfrei zu werden ist für viele Menschen mit einem Bewusstsein für Umwelt und Schöpfung ein anzustrebendes Ziel. Die Apfelstadt Meckenheim geht insofern mit gutem Beispiel voran, hat GA-Redakteur Mario Quadt entdeckt.

Wenn ich die Behauptung „Wunder gibt es immer wieder“ aufstelle, dürfte das an erster Stelle einen veritablen Ohrwurm hervorbringen, der dauerhaft im Kopf verbleibt.

Den immergrünen Schlager von Katja Ebstein möchte anstimmen, der sieht, wie wunderbar konsequent die Apfelstadt Meckenheim jetzt auf Plastik verzichtet. Denn: Im dortigen Stadtrat sind die Namensaufsteller für die Ratsmitglieder und die beteiligten Verwaltungsmitarbeiter der Kunststoff-Wiederverwertung zugeführt und durch Holzaufsteller aus Elefantengras ersetzt worden.        

Das schnell wachsende „Miscanthus giganteus“ gilt tatsächlich als Wunderpflanze und obwohl es auch Chinaschilf genannt wird, musste die Neuanschaffung nicht den Seeweg aus China zurücklegen, sondern ein paar Hundert Meter vom Campus Klein-Altendorf zur Jungholzhalle – welch passender Name in diesem Zusammenhang. Miscanthus ist ein Energiebündel: Aus einem Hektar Chinaschilf kann so viel Energie erzeugt werden wie aus 8000 Litern Heizöl. Im Frühjahr wächst es bis zu vier Zentimeter am Tag.

Die plastikfreie Papierhalterung aus diesem Holz sieht auch noch schön aus. Und: Sie erfüllt einen weiteren Zweck. Wer während der Ratssitzung in Meckenheim den Wunsch verspürt, dreimal auf Holz zu klopfen, muss nicht weit nach Holz suchen.