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Bürgerbewegung im Rhein-Sieg-Kreis: 140 Interessierte beim ersten Treffen von "Aufstehen"

Bürgerbewegung im Rhein-Sieg-Kreis : 140 Interessierte beim ersten Treffen von "Aufstehen"

Die Auftaktveranstaltung der Initiative "Aufstehen" für die Region Bonn und Rhein-Sieg-Kreis im Bornheimer Rathaus zog 140 Interessierte an.

Die Sammlungsbewegung „Aufstehen“ – von Sahra Wagenknecht, Fraktionsvorsitzende für die Partei Die Linke im Bundestag, ins Leben gerufen – entwickelt sich auch im Rhein-Sieg-Kreis und Bonn zu einer außerparlamentarischen Opposition. Zur Auftaktveranstaltung trafen sich rund 140 Interessierte aus dem gesamten Kreisgebiet sowie Bonn – es waren auch Teilnehmer aus Köln, dem Sauerland und dem Oberbergischen Kreis gekommen – im Bornheimer Rathaus.

Für Organisator Frank Kemper, der für Die Linke im Siegburger Kreistag und im Gemeinderat von Ruppichteroth sitzt, war das erste Treffen von „Aufstehen“ erfolgreich. „Mit der Veranstaltung wollten wir auch zeigen, dass es m it der Einheit nicht weit her ist. Das Land ist sozialpolitisch gespalten und es gibt einen Rechtsruck“, erklärte der 50-jährige seine Intention, die Initiative auch in der Region auf den Weg zu bringen. Bei den Vorbereitungen stand ihm Heinz-Peter Schulz zur Seite, der für die Linke im Bornheimer Stadtrat aktiv ist. 156.000 zählt die Initiative mittlerweile bundesweit, davon 170.00 in Nordrhein-Westfalen.

„Daher war die Resonanz schon beachtlich“, freute sich denn auch Kemper. Bei der Premiere in Bornheim ging es nicht nur um gesellschaftliche Themen wie soziale Gerechtigkeit, niedrige Löhne und bedingungsloses Grundeinkommen, Cannabis-Freigabe, Hartz IV, Schulbildung, die unterschiedliche Ausstattung staatlicher und privater Schulen sowie die personelle Unterbesetzung von Pflegeheimen. Heftig diskutiert wurde über die künftige organisatorische Struktur der Initiative auf lokaler Ebene.

„Ortsgruppen sind wichtig. Da schaffen wir es automatisch, überall dort, wo wir vertreten sind, die Fläche abzudecken“, meinte Sören Becker aus Bonn. Ein Zuhörer wies auf die Bedeutung einer Außenwirkung der Initiative hin. „Wir gehören auf die Straße. Für mich ist wichtig, wie wollen wir nach außen wirken“. Die gute Resonanz sei ein Anreiz weiterzumachen,meinte ein anderer Teilnehmer. „Es gibt Solidarität mit den Menschen“.

Einig war sich das Forum, dass sich die Teilnehmer aus dem Linksrheinischen, dem Rechtsrheinischen und Bonn in lokalen Gruppen treffen sollen, um ihre thematischen Schwerpunkte – ob eher lokal oder bundespolitisch – festzulegen. „Wir brauchen lokale Strukturen, um unsere Kampagnen zu stärken“, machte Kemper deutlich. Ein weiteres Forum wird in den nächsten sechs bis acht Wochen im Bornheimer Rathaus über die Bühne gehen. „Die Frage ist, ob wir es schaffen, die Kraft der vielen Menschen auf die Straße zu bringen und in konstruktiven Aktionen zu kanalisieren“, so Kemper. „Aufstehen“ ist eine bundespolitische Bewegung von politisch engagierten Menschen, die sich nicht parteipolitisch binden, sich aber gesellschaftlich engagieren möchten.