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Wiedereröffnung an Erntedank: Alte Evangelische Kirche Bornheim fast fertig saniert

Wiedereröffnung an Erntedank : Alte Evangelische Kirche Bornheim fast fertig saniert

Gut ein halbes Jahr später als geplant wird die Alte Evangelische Kirche in Bornheim fertig. Vor allem im Innenraum steht noch Arbeit an. Dazu sucht die Gemeinde Fotos von vor Beginn der Sanierung.

Ursprünglich sollte die Sanierung der Alten Evangelischen Kirche in Bornheim Ende vergangenen Jahres abgeschlossen sein, nun werden die Arbeiten an der König­straße erst nach den Sommerferien fertig. Die Verzögerung hat mehrere Gründe.

So musste zum einen ein neuer Fliesenboden im Innenraum des Gotteshauses verlegt werden – der frühere Belag wurde bei der Entnahme teilweise zerbrochen –, zum anderen stellten Handwerker während der Arbeiten fest, dass der Turmhelm dringend neu mit Schiefer belegt werden musste. Und dann kam im Februar die Corona-Pandemie hinzu und hat den Terminplan von Presbyterium und Gewerken zusätzlich durcheinandergewirbelt.

„Die Fliesenfirma kam aus Heinsberg. Als sie gerade mit der Arbeit begonnen hatte, ging es mit den Infektionen bei ihr zu Hause los. Und so kamen die Leute erst einmal in Quarantäne“, erklärte Presbyterin und Baukirchmeisterin Magdalene Wahl. „Danach war immer nur ein Gewerk auf der Baustelle im Einsatz. Das dauerte einfach alles länger.“

Wiedereröffnung mit Gottesdienst Anfang Oktober

Bis auf einige bauliche Kleinigkeiten wird die Sanierung nach gut einem Jahr im Laufe der nächsten Wochen abgeschlossen sein, versichert sie. Die Wiedereröffnung des rund 150 Jahre alten Gotteshauses feiert die Gemeinde – wegen der Pandemie und der Sommerferien – allerdings erst an Erntedank, also Anfang Oktober, mit einem Gottesdienst samt anschließendem Fest für Gläubige und Handwerker.

Noch müssen im Innenraum acht Pendelleuchten angebracht werden. Bisher fehlen außerdem die Außenleuchten am Eingang, an der neuen Seitentür für Menschen mit Rollatoren oder Rollstuhl sowie am ehemaligen Stall und am Pfarrhaus. „Die Beleuchtungen sollen alle gleich sein und damit quasi als Ensemble auf die Besucher wirken. Es gibt nämlich auch einen Umgebungsschutz, den der Denkmalschutz vorschreibt“, sagte Wahl.

Gedanken hat sich die Baukirchmeisterin auch schon über die Bepflanzung gemacht. „Pflanzen, ein Blühstreifen für die Bienen und pa­rallel zum Nachbargrundstück ein wenig Lavendel. Das sähe schon schön aus“, ist sich die gebürtige Schwäbin sicher.

Zweiter Sanierungsschritt für rund 200.000 Euro

Wahl empfindet Stolz und Glück wegen dem, was sie gemeinsam mit dem Presbyterium und Architektin Ilsetraut Popke in den vergangenen Monaten auf die Beine gestellt hat. Die Außenfassade in Naturstein blitzt im Sonnenlicht, die Putzbänder glänzen in Terrakotta – die kleine Kirche an der Königstraße ist jetzt äußerlich ein ausgesprochenes Schmuckstück.

Im Innenraum wurden bisher – bis auf die Fliesen – Teile des Sockelbereichs an den Wänden mit einem sogenannten Opferputz versehen. „Diesen haben wir besonders in den Ecken aufgetragen, wo Feuchtigkeit zu sehen war – eine Folge des beim Bau der Kirche verwendeten salzhaltigen Mörtels. Wenn das Salz dann auf dem Opferputz sichtbar wird, werden wir diesen durch salzarmen Putz ersetzen. Das kann aber einige Jahre dauern“, erklärte Wahl. Dann werden auch die Innenwände gereinigt, die bleiverglasten Fenster saniert und das Dach geschiefert werden. Mit weiteren 200.000 bis 250.000 Euro rechnet Wahl für den zweiten Sanierungsschritt.

Ziemlich sicher sei aber jetzt schon die Genehmigung der Zuschussanträge bei der Deutschen Stiftung für Denkmalpflege und der Bezirksregierung Köln. Die restlichen Kosten wird die Kirchengemeinde durch Aktionen oder Spenden selber aufbringen müssen – wie auch bei den Mitteln für die aktuell laufende Grundsanierung. Der veranschlagte Etat von 680 000 Euro hat sich durch die Aufschieferung des Turmhelms um 20 000 Euro erhöht – Geld, das das Presbyterium kurzfristig genehmigt hat.