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Inklusion in Bornheim: Arbeitsgemeinschaft soll sich mit Zukunft des Kompetenzzentrums befassen

Inklusion in Bornheim : Arbeitsgemeinschaft soll sich mit Zukunft des Kompetenzzentrums befassen

Unbeirrt von der derzeit bestehenden Unsicherheit über die Änderung des Schulgesetzes will die Stadt Bornheim ihre Aktivitäten in Sachen Inklusion fortführen. Im Herbst hatte die Stadt wie auch weitere Kommunen mit einer Stellungnahme auf die Schwächen des veröffentlichten Referentenentwurfs hingewiesen. Sie befürchteten, dass durch das neue Gesetz schulische Inklusion mehr behindert als gefördert worden wäre.

Die Landesregierung hatte daraufhin angekündigt, sich für die gesetzliche Umsetzung der Inklusion mehr Zeit zu nehmen. "Diese Zeit sollte genutzt werden, um Inklusion gut und mit allen abgestimmt zu verankern. Die Landesregierung ist gerade bei diesem Thema gut beraten, Betroffene sowie Praxis- und Fachebenen und auch die Kommunen gründlich zu beteiligen", meint Bornheims Bürgermeister Wolfgang Henseler.

Auch Gisela Rothkegel, Inklusionsbeauftragte der Stadt Bornheim, ist erleichtert über die Entscheidung der Landesregierung. "Inklusion muss mit Augenmaß geschehen. Das schulische Förderangebot soll sich verbessern, dieser Wandel braucht seine Zeit. Gut, dass wir sie jetzt haben."

Schuldezernent Markus Schnapka wünscht sich nicht nur eine Abstimmung mit den Kommunen. Er schlägt auch vor, eine Vereinbarung mit den kommunalen Spitzenverbänden zu treffen sowie die Inklusion durch einen Förderplan zu begleiten, der vom Modell her dem Landesjugendplan ähnelt.

Unabhängig von der Tatsache, dass durch die noch ausstehende Schulgesetz-Änderung der Erhalt der Bildungsqualität für Kinder mit Förderbedarf und die Finanzierung des inklusiven Ausbaus derzeit noch nicht näher definiert sind, will die Stadt Bornheim ihren Aktionsplan zur Inklusion vorantreiben. "Jeder Bildungsstandort wird darin Maßnahmen beschreiben und einen Zeitplan machen", kündigt Schnapka an. Ziel sei es, dass alle Schulen, Kindergärten, die Volkshochschule und die Jugendfreizeitbildung inklusiv arbeiteten.

Darüber hinaus soll sich eine Arbeitsgemeinschaft mit der Zukunft des Kompetenzzentrums befassen. Die erarbeiteten Ideen sollen dann auch der Landesregierung vorgelegt werden. "Ich hoffe, dass das viele Kommunen machen werden. Die Landesregierung liegt richtig, wenn sie Ideen und Impulse aus den Kommunen reflektiert. Dadurch kann es nur besser werden."

Der Bornheimer Schuldezernent plädiert dafür, Inklusion mehr als Prozess zu beschreiben, der sich über einen Zeitkorridor erstreckt, statt alles auf einmal zu verändern. "Bei den Mindestzahlen für Schüler auf einer Förderschule haben wir empfohlen, über einen Fünf-Jahres-Zeitraum zu beschreiben, wie sich die Schule zahlenmäßig verändern soll." Der bisherige Entwurf sah vor, Förderschulen mit weniger als 144 Schülern nicht mehr weiter bestehen zu lassen.

Derzeit arbeitet die Landesregierung noch an dem neuen Referentenentwurf. Dieser soll zusammen mit Informationen zur Ressourcenfrage (wie hoch werden die Landesmittel für Lehrer etc.) vorgelegt werden; wann, ist noch unklar.

"Wir werden den Fortschritt in der inklusiven Pädagogik nicht erreichen, wenn die Finanzierungsfragen ausgeblendet bleiben", sagt Schnapka. Deshalb gehört nach seiner Auffassung zu einem Inklusionsplan des Landes auch ein Finanzierungsplan, der konnexitätstauglich ist, sprich: Die Kosten der durch die Inklusion neu auf die Kommunen übertragenen Aufgaben müssen auch gedeckt sein beziehungsweise vom Land ausgeglichen werden.