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Vorstellung einer Machbarkeitsstudie: Ausbau und Taktverdichtung der Linie 18 möglich

Vorstellung einer Machbarkeitsstudie : Ausbau und Taktverdichtung der Linie 18 möglich

Die Linie 18 soll zweigleisig ausgebaut und endlich öfter in der Stunde fahren. Dass das machbar ist, zeigte eine Studie, die im Bornheimer Mobilitäts- und Entwicklungsausschuss vorgestellt wurde. Doch es gab viele Fragen bei der Fraktion.

Nach zweieinhalb Jahren liegt die Machbarkeitsstudie für den zweigleisigen Ausbau der Linie 18 samt langersehnter Taktverdichtung endlich vor. Als erstes Gremium im Kreis war sie am Mittwoch Thema im Bornheimer Mobilitäts- und Entwicklungsausschuss. Ergebnis: Technisch und betrieblich machbar, eine zusätzliche Haltestelle im Bereich Hellenkreuz und ein ganztägiger zehn Minuten-Takt zwischen Köln und Bonn bringen den größten wirtschaftlichen Nutzen – trotz höherer Kosten.

Die geschätzten Ausgaben für die gesamte Trassenerweiterung zwischen Brühl-Badorf und Bonn-Dransdorf – einige Teilstücke der Trasse wurden bereits zweigleisig ausgebaut – liegen bei 95 Millionen Euro, der neue Haltepunkt schlägt mit zusätzlichen 2,6 Millionen Euro zu Buche. Wie Anke Berndgen vom Ingenieurbüro Spiekermann deutlich machte, schaffen Gleisaubau und Taktverdichtung im Rahmen der bis 2030 sukzessive weiter ansteigenden Fahrgastzahlen nicht nur weitere Mobilitätsmöglichkeiten, ÖPNV bedeute Zeitersparnis, verringere die Umweltfolgen und reduziere PKW – und Unfallkosten – der Kosten-Nutzen-Index liege daher bei eins, das Projekt sei somit förderwürdig.

Überlegungen für einen Trassenausbau sind über 30 Jahren alt

Vier Untersuchungsmodelle, mit ganztägigem Zehn-Minuten-Takt sowie nur zu den Hauptverkehrszeiten, mit neuem Haltepunkt und ohne, wurden auf ihre Wirtschaftlichkeit geprüft – die beiden besten Ergebnisse enthielten stets den Bau eines neuen Haltepunktes. Die neue Haltestelle soll zwischen Dersdorf und Bahnhof Bornheim als Bornheim-West entstehen. Zwei Bahnsteige für ein getrenntes Anfahren in Richtung Bonn und Köln sind vorgesehen. Die Bahnsteiglänge wurde auf 65 Meter berechnet. Treppe beziehungsweise Rampe führen auf die Bahnsteige.

Die Überlegungen für einen Trassenausbau seien nicht neu, sondern über 30 Jahren alt, meinte denn auch Christoph Groneck, ÖPNV-Fachmann im Fachbereich Verkehr -und Mobilität des Rhein-Sieg-Kreises. Der Kreis war auch Initiator für die Machbarkeitsstudie, an der Finanzierung beteiligt waren alle betroffen Gemeinden und Städte (Bonn, Alfter, Brühl, Rhein-Erft-Kreis, Bornheim) und Verkehrsunternehmen (Bonner Verkehrsbetriebe (SWB), Kölner Verkehrsbetriebe (KVB), Zweckverband Nahverband (NVR) sowie die Häfen- und Güterverkehr Köln (HGK)), die alle in einem Arbeitskreis das Projekt vorantreiben wollen.

Schon bei der Erarbeitung des Konzeptes 2023 aus dem Jahr 2019 „war klar, dass wir mit einem 20-Minuten-Takt nicht weiterkommen, die Verkehrsunternehmen aber signalisierten, dass bei der vorhandenen Infrastruktur eine Taktverdichtung nicht möglich ist. Durch die Studie wissen wir nun, dass das Projekt förderwürdig ist und können die nächsten Schritte planen“, stellte Groneck fest. Viele Fragen hatten auch die Fraktionen, die mehr Details über Kosten, Baubeginn, Einplanung von Radwegen und Park-and-Ride-Plätzen erfahren wollten. So forderte Lutz Wehrend (CDU) eine konkrete Zeitschiene, damit es „nicht noch einmal zweieinhalb Jahre oder länger dauert“. Darauf wollte sich Groneck nicht einlassen, denn „wir sind darauf angewiesen, dass alle Partner auch in Bonn und Brühl mitmachen. Der NVR schätzt das Projekt als bedeutsam ein. Im Rhein-Sieg-Kreis ist er im Ausschuss. Wir stehen dahinten“.

SPD fordert Einplanung eines Park-and-Ride-Platzes

Um eine Taktverdichtung möglichst schnell zu realisieren, brachte Markus Hochgartz (Grüne) einen teilweisen Ausbau ins Gespräch. Eine Möglichkeit, die zwar ginge, aber von der Anke Berndgen abriet, denn „für eine Förderung ist der Gesamtbau sinnvoll“. Thomas Schmitz (SPD) zeigte sich erstaunt, dass der Bau des Haltepunktes Bornheim-West einen solch wirtschaftlichen Erfolg ausmache und fragte nach der zusätzlichen Planung eines Radweges. Die Einbeziehung von Fahrrädern und die Einbeziehung von Fahrradboxen fand auch Christina Gordon (SPD) wichtig, da „der Individualverkehr sich noch einmal verändern wird“.

Für den Neubau in Bornheim-West forderte Harald Stadtler (SPD) die Einplanung eines Park-and-Ride-Platzes, denn „die Parkplätze in Bornheim-Mitte und Roisdorf sind knapp“. Eine Überlegung, die Andreas Erll, Amtsleiter Stadtplanung, wegen Platzmangel als nicht machbar zurückwies. Das weitere Vorgehen stimmen im nächsten Schritt Kommunen und Verkehrsbetriebe miteinander ab. „In welchem Jahr mit dem Bau begonnen wird, kann ich nicht sagen“, so Groneck.