Bildhauerin in Brenig Barbara Hillebrand öffnete ihr Atelier für Besucher

BORNHEIM-BRENIG · Ein kurzer Blick in den malerischen Innenhof des ehemaligen Bauernhofs genügte, um Hannelore Fuchs zu einer Unterbrechung ihres Sonntagsspaziergangs zu veranlassen. "Es sah so einladend und gemütlich aus, dass man gar nicht vorbeigehen konnte", beschreibt die Mertenerin ihren ersten Eindruck von Barbara Hillebrands Atelier in Brenig.

 "Die Natur bietet eine unglaubliche Vielfalt an Formen" - Inspiration für Barbara Hillebrand.

"Die Natur bietet eine unglaubliche Vielfalt an Formen" - Inspiration für Barbara Hillebrand.

Foto: Kohls

Sehr zur Freude der Bildhauerin und Kulturpädagogin, die am Sonntagnachmittag die Türen ihres Ateliers geöffnet hatte. Seit 28 Jahren lebt die Künstlerin mit ihrer Familie auf dem einstigen Gemüsehof in Bornheim-Brenig, der mit viel Liebe zum Detail restauriert wurde. Das Atelier in der ehemaligen Scheune lässt durch große Glastüren den Blick auf einen riesigen Garten zu, aus dem die vierfache Mutter ihre Inspiration schöpft. "Die Natur bietet eine so unglaubliche Vielfalt an Formen, denen ich durch ihre plastische Gestaltung Raum geben möchte", erklärt die 49-Jährige.

Schon beim ersten Blick auf ihre Skulpturen, die aus Kalk-Sandstein und Buntsandstein gearbeitet und für den Innen- und Außenbereich geeignet sind, wird klar, was die Bildhauerin meint: Drei Fenchelknollen, punktsymmetrisch drapiert, wetteifern mit Mangold, Salat und Paprikaschoten um Aufmerksamkeit. Zwischen dem Gemüse thronen Frosch und Biene, beides ebenfalls im Garten anzutreffen. "Ich möchte den Blick lenken, aufmerksam machen auf die Schönheit alltäglicher Dinge", erläutert Hillebrand. Daher auch ihre Liebe zum Material: "Eine Steinskulptur im Garten fügt sich harmonisch in die Natur." Wichtig ist der Künstlerin auch, das ihre Arbeiten im wahrsten Sinne des Wortes "tragbar" sind, um ihre Wirkung gegebenenfalls auch durch den Wechsel ihres Standorts besser entfalten zu können.

Wenn Barbara Hillebrand mal nicht selbst zum Meißel greift, gibt sie ihr Können gerne weiter: In Workshops begeistert sie Anfänger für ihre Kunst. Besonders gerne arbeitet sie mit Kindern: "Sie gehen mit einer irrsinnigen Lebendigkeit an Neues heran. Andererseits hat das Arbeiten mit Stein, bei Kindern ist das meist der weiche Speckstein, etwas Meditatives. Sie genießen es, etwas mit ihren Händen zu erschaffen." Die Hände spielen auch bei den Besuchern des offenen Ateliers eine große Rolle. Kaum ein Gast schaut nur, die meisten wollen die Arbeiten "erspüren".

Auch Adele Gottwald, die mit ihrer Schwester aus Buschhoven angereist ist, streicht vorsichtig über die steinernen Blüten eines Blumenstraußes: "Sehr filigran," lautet ihr Urteil. "Mir gefällt an den Arbeiten die bewusste Herausstellung von Dingen, die uns jeden Tag umgeben, aber keine Beachtung finden. Wer erfreut sich beim Einkauf schon an der schönen Form einer Fenchelknolle?"

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