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Prozess in Bonn: Barkeeper soll 15-Jährige im Rausch vergewaltigt haben

Prozess in Bonn : Barkeeper soll 15-Jährige im Rausch vergewaltigt haben

Vor der Bonner Jugendschutzkammer muss sich ein 34-jähriger Barkeeper aus Bornheim verantworten. Er soll eine 15-Jährige nach einer Party in seiner Wohnung vergewaltigt haben.

Die junge Clique fand das ganz schick: In der Appartement-Wohnung eines 34-Jährigen in Bornheim konnte sie am 20. Februar 2016 ungestört eine Haschisch-Party feiern. Der Aushilfs-Barkeeper, den sie als Gast eines kleinen Restaurants kannten, hatte es ihnen erlaubt. So kauften die sechs Jugendlichen im Alter zwischen 15 und 17 Jahren im benachbarten Supermarkt Wodka und verschiedene Whiskys, auch brachten sie reichlich Haschisch mit.

Das gut gelaunte Fest – es wurde Musik gemacht und getanzt – endete für eine 15-Jährige in der Nacht ungeahnt furchtbar. Das Mädchen soll von dem 34-Jährigen, der mitgefeiert hatte, mehrfach vergewaltigt worden sein. Davon jedenfalls geht die Staatsanwaltschaft aus.

Vor der Jugendschutzkammer des Bonner Landgerichts muss sich seit Mittwoch der Mann wegen Vergewaltigung und Körperverletzung verantworten. Laut Anklage hatte sich die 15-Jährige im Verlauf des Abends ins Bett gelegt, weil es ihr nicht gut ging, und war eingeschlafen. Als die Freunde aufbrachen, beschlossen sie, das Mädchen nicht zu wecken und ließen es alleine in der Wohnung mit dem 34-Jährigen zurück.

„Die Patientin war völlig aufgelöst“

Gegen 2 Uhr nachts soll der Angeklagte sie durch Berührungen geweckt haben. Ihre Bitte, dass er nicht näher kommen solle, ignorierte er. Als sie ihn panisch wegstoßen wollte und auch schrie, soll er sie geohrfeigt haben. Schließlich hielt er sie fest – gegen ihren Willen, ungezügelt und mit Gewalt. Eine Vergewaltigung habe es nicht gegeben, beteuerte der 34-Jährige zu Prozessbeginn. Jedenfalls könne er sich an nichts erinnern.

Wegen des vielen Alkohols – vier Bier und eine ganze Flasche Whisky – und der Joints habe er im Lauf des Abends einen Filmriss erlitten. Er habe sich gewundert, warum ihm später ein solcher Vorwurf gemacht worden sei. „Wir waren doch alle froh und fröhlich gewesen, wie haben großartig gefeiert.“

Die 15-Jährige soll auch nach den sexuellen Übergriffen noch Angst um ihr Leben gehabt haben. Denn ihr Peiniger ließ sie nicht gehen und soll sie sogar bedroht haben. Als das Mädchen versuchte, die Polizei zu alarmieren, nahm er ihr das Telefon weg. Mit einer vorgetäuschten List bekam sie es zurück. In der Toilette verschanzt, rief sie gegen 5 Uhr einen Freund aus der Clique an. Der 17-Jährige eilte zur Wohnung und holte sie raus.

Das Mädchen hat noch am Tattag mit ihrer Mutter Strafanzeige erstattet. Auch wurden in der Uniklinik DNA-Spuren gesichert, die laut Gutachten des Landeskriminalamtes mehr als eindeutig vom Angeklagten stammen.

Der Mediziner zeigte sich am Mittwoch noch vom Zustand des Mädchens erschüttert: „Die Patientin war völlig aufgelöst, hat geweint und am ganzen Körper gezittert.“