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Bürgermeisterwahl: Becker gewinnt fast im ersten Wahlgang in Bornheim

Bürgermeisterwahl : Becker gewinnt fast im ersten Wahlgang in Bornheim

Mit knapp 50 Prozent der Stimmen hätte der parteilose Christoph Becker fast die Bürgermeisterwahl im ersten Durchgang gewonnen. Nun steht die Stichwahl gegen Petra Heller (CDU) an. Grüne und ABB legen zu, SPD und CDU verlieren.

Zwei große Leinwände waren in der Turnhalle des Alexander-von-Humboldt-Gymnasiums (AvH) aufgebaut. Lange drehten auf ihnen mit den Worten „Keine Ergebnisse vorhanden!“ Laderädchen ihre Runden. Dann um 18.41 Uhr ein Lebenszeichen: Die ersten gut 120 Stimmen aus Kardorf waren ausgezählt: Der parteilose Christoph Becker führte vor Petra Heller (CDU), Nathalie Sanchez Friedrich (parteilos) und Björn Reile (ABB). Ein Trend, der bezeichnend für den Rest des Abends sein sollte.

Becker gelang fast die Überraschung, im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit zu erreichen. „Damit habe ich selbst nicht gerechnet“, sagte der ehemalige Leiter der Europaschule, an der er den Abend verbrachte, dem GA. Am Ende erreichte er 49,4 Prozent der Stimmen – und geht damit am 27. September mit Heller (41,2 Prozent) in die Stichwahl. „Wir hätten die Wahl gerne im ersten Durchgang gewonnen, aber wir wussten, dass es eine anspruchsvolle Wahl wird“, sagte Heller, die den Abend größtenteils mit Parteikollegen in der Kaiserhalle verbrachte.

Trotz Corona hatten sich einige Stunden nach Wahlschluss rund 60 Politikinteressierte und Politiker in der Turnhalle des AvHs versammelt, um mit Maske und Abstand die Ergebnisse in Echtzeit zu verfolgen. Die Zahlen der Wahlbezirke ploppten abwechselnd auf den Leinwänden auf und provozierten überraschte „Oh!“s. An den Stehtischen standen Vertreter der Grünen, daneben die FDP, gut erkennbar an Masken in Parteifarben.

Große Änderungen im Rat

Reile lag am Ende bei knapp sechs Prozent der Stimmen. „Das Ergebnis ist in dem Rahmen, wie wir ihn erwartet haben“, sagte der ABB-Kandidat in der Turnhalle. Sanchez Friedrich saß „beim Mallorciner in Bornheim“. Mit ihren 3,4 Prozent sei sie mit Blick auf die Wahlbeteiligung sehr zufrieden. „Das ist ein deutliches Signal, dass es Menschen gibt, die anders denken“, sagte sie dem GA. Sie werde lokalpolitisch aktiv bleiben.

Änderungen stehen auch im Rat bevor. Die CDU (35,7 Prozent) und SPD (19,9 Prozent) büßen Stimmen ein, Gewinner sind die Grünen (20,9 Prozent) und die ABB (6,6 Prozent), die ihren Stimmenanteil jeweils verdoppelt haben. Die UWG (7,5 Prozent), FDP (6,3 Prozent) und Linke (3 Prozent) bleiben etwa auf dem Niveau der vorherigen Wahl.

Die letzten Ergebnisse trudelten erst gegen 23.30 Uhr ein. Grund für das späte Eintreffen waren neben den vier Wahlen auch rund 1000 Stimmen, die laut Henseler per Briefwahl eingegangen waren und die separat am Schluss gezählt wurden. Bei einer Rundfahrt durch die Wahllokale hatten sich Henseler zufolge „99 Prozent“ der Wähler an die Coronaregeln gehalten. Das Ordnungsamt habe jedoch Plakate entfernen müssen, die zu nah an den Lokalen hingen. „Aber das müssen wir jedes Jahr machen.“ Außerdem hatte die Stadt jemand eines Schulhofs verwiesen, der dort Wahlwerbung machte – für welchen Kandidaten konnte Henseler am Sonntag noch nicht sagen.